EU-Jugendstrategie

EU-Jugendstrategie: Bund-Länder AG klärt Weiterarbeit am dritten Themenkorridor

Hände bilden einen Kreis
Bild: © Péter Mács - Fotolia.com

In ihrer Sitzung Ende November 2012 befasste sich die Bund-Länder AG zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie mit dem weiteren Vorgehen zur Klärung des dritten Themenkorridors "Anerkennung und Sichtbarmachung der nicht formalen und informellen Bildung in der Jugendarbeit".

Hier verfolgten Bund und Länder bisher als wichtiges Ziel die Anerkennung und ggf. Nutzbarmachung von außerschulischen, im Kontext von nicht formalen und informellen Lernorten erworbenen Kompetenzen und/oder Bildungserfahrungen junger Menschen. Dies bedeutet einerseits, dass Jugendliche erkennen lernen, welche Kompetenzen sie im Rahmen der Angebote der Jugendarbeit erworben haben. Andererseits ermöglicht die Anerkennung von informellen und non formalen Bildungserfahrungen auch deren Nutzbarmachung durch Dritte.

Insbesondere hinsichtlich der europäischen Debatte um die Validierung von Ergebnissen des nicht formalen und informellen Lernens geht es der Bund-Länder AG gerade auch um die Sichtbarmachung der eigenständigen Standards der Jugendarbeit. Die aktuelle europäische Initiative der besseren Anerkennung setzt auf die Anschlussfähigkeit an die berufliche Weiterbildung und die Verwertbarkeit des Erlernten für den Arbeitsmarkt.

In der letzten Sitzung des Jahres 2012 wurde deshalb ebenfalls der Stand der politischen Debatte um die Ratsempfehlung zur Validierung der Ergebnisse nicht formalen und informellen Lernens in der EU besprochen. Die Ratsgruppe „Jugend" hatte sich dafür eingesetzt, dass das Verständnis von Jugendarbeit dort mehr Berücksichtigung findet. In der Folge beinhaltet der vom Bildungsministerrat angenommene Text zwar Referenzen zu jugendpolitischen Initiativen, die dann aber bei den Beschreibungen des Gegenstandes selbst wieder keine Rolle spielen. Danach werde nämlich, so wurde berichtet, Jugendarbeit weitgehend als informelles Lernen gefasst, was den aktuellen Debatten im Jugendbereich nicht gerecht würde.

Gerade auch angesichts dieser Entwicklungen diskutierten die Mitglieder der Bund-Länder AG die richtigen Schritte für eine besseren Sichtbarmachung und Anerkennung der Lernleistungen und der Ergebnisse von Angeboten der Jugendarbeit. Ein erster Schritt der Bund-Länder AG ist die Beschreibung übergreifender Kriterien für Nachweise und für die Qualität der Bildungsprozesse. Dies wird auch als eine Möglichkeit für die Anschlussfähigkeit an die europäische Debatte und den sich daraus ergebenden Anforderungen gesehen.

Ferner verständigten sich die Vertreter und Vertreterinnen von Bund und Ländern auf ihre Arbeitsschwerpunkte für 2013. Es ist das letzte Jahr der ersten Phase der Umsetzung in Deutschland, weshalb die Bilanzierung der bisherigen Umsetzung und der Kooperationsform eine Priorität darstellen wird. Dies umfasst beispielsweise die Auswertung der bisherigen Bund-Länder Zusammenarbeit und Vorbereitungsarbeiten für die zweite Phase der Umsetzung. Bezogen auf die Themenkorridore „Übergänge" und „Partizipation" wird die Bund-Länder AG ihre inhaltliche Ausrichtung vor dem Hintergrund der neuen jugendpolitischen Schwerpunkte der EU für den Zeitraum bis 2015 überprüfen.

Die Mitglieder der Bund-Länder-AG wollen außerdem im Jahr 2013 den europäischen Fachaustausch mit Kollegen und Kolleginne anderer Regionen in der EU zur Verankerung der EU-Jugendstrategie vor Ort weiter führen. Vorgesehen ist eine gemeinsame Fachveranstaltung mit dem Ausschuss der Regionen (AdR) im Herbst des nächsten Jahres.

Quelle: JUGEND für Europa - Servicestelle zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland

INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • EU-Jugendstrategie 2019 - 2027
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Mit der EU-Jugendstrategie legen die Mitgliedsstaaten der EU die Eckpunkte ihrer jugendpolitischen Zusammenarbeit bis zum Jahr 2027 fest. Der Rat hat die EU-Jugendstrategie am 26. November 2018 unter dem Titel „Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedsstaaten über einen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: Die Jugendstrategie der Europäischen Union 2019-2027“ beschlossen.

    Mehr erfahren

  • Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Gemäß der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland sind sowohl der Bund als auch die Länder für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie zuständig. Hierfür ergreifen Bund und Länder in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen Maßnahmen unter Einbezug der Akteure der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes sowie junger Menschen selbst.

    Mehr erfahren

  • EU-Jugenddialog
    Logo des EU-Jugenddialogs
    © DBJR

    Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt auch für die europäische Ebene. Die Beteiligung Jugendlicher an der Umsetzung der EU-Jugendstrategie geschah bis Ende 2018 im Rahmen des sogenannten Strukturierten Dialogs mit der Jugend. Seit 2019 heißt der Strukturierte Dialog nun EU-Jugenddialog.

    Mehr erfahren

  • Youth Goals – Europäische Jugendziele
    Gelbes Logo der Youth Goals mit schwarzer Schrift
    Mireille van Bremen

    Die Youth Goals sind in die EU-Jugendstrategie 2019-2027 eingeflossen und damit in den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa. Verantwortliche aus Politik und Verwaltung auf allen Ebenen sollen die Ziele als Anregung nutzen, um Politik im Sinne junger Menschen zu gestalten.

    Mehr erfahren

  • Mehr Europa in der deutschen Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

    Mehr erfahren

Videos zur EU-Jugendstrategie

Immer informiert

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und lassen Sie sich über Neuigkeiten regelmässig per E-Mail informieren.

RSS-Feed

Erhalten Sie alle Nachrichten zum Thema „EU-Jugendstrategie" als RSS-Feed.

Abonnieren