Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

ZDF-Intendant: Netzaktivisten und Communities in Neuordnung des Jugendmedienschutzes einbeziehen

ZDF-Intendant Markus Schächter hat Versuche abgelehnt, im Jugendmedienschutz ohne gesetzliche Grundlagen Fakten zu schaffen.

Bei der Tagung "Quo vadis Jugendmedienschutz" in Mainz warb Schächter für einen möglichst breit aufgestellten Dialog. Schächter: "Einfach so zu tun, als ob die Novellierung des Staatsvertrags zum Jugendmedienschutz im vergangenen Jahr nicht gescheitert wäre und auf faktischer Ebene Tatsachen zu schaffen, lehne ich ab." Auf diese Weise könne der notwendige gesellschaftliche Konsens nicht herge-stellt werden.

In den dringend notwendigen Dialog über die Zukunft des Jugendmedienschutzes sollten aus Sicht des ZDF-Intendanten alle gesellschaftlichen Gruppen eingebunden werden. Dazu müssten auch Blogger, Netzaktivisten und Communities einbezogen werden, um möglichst alle Positionen in einem großen Konsens zu berücksichtigen.

Eine deutliche Absage erteilte Schächter außerdem der vereinzelt wieder hervorgeholten Idee einer Vereinheitlichung der Aufsichtsstrukturen im Bereich des Jugendmedienschutzes. "Es gibt viele gute und vor allem zwingende Gründe, die gegen eine Vereinheitlichung der Aufsichtsstruktur im Bereich des Jugendmedienschutzes sprechen. Medienpolitische Wunschvorstellungen können solche sachlichen Argumente nicht ersetzen", sagte Schächter.

Die Tagung, die bereits zum sechsten Mal gemeinsam von ZDF, ARD sowie der evangelischen und katholischen Kirche veranstaltet wird, findet am 30.11. und 01.12.2011 im ZDF in Mainz statt. Zwei hochkarätig besetzte medienpolitische Diskussionen bilden am 1. Dezember den Abschluss der Veranstaltung. Zu den Teilnehmern gehören unter anderen die Staatssekretäre Dr. Arne Wulff und Klaus-Peter Murawski sowie Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, und Dr. Thomas Bellut, Programmdirektor des ZDF.

Quelle: PM ZDF