Gamescom

Wie gut werden Kinder und Jugendliche geschützt?

Hände halten einen Spiel-Controller, im Hintergrund ist ein Bildschirm zu sehen
Bild: Glenn Carstens Peters - rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Dieses Jahr hat die Gamescom, Treffpunkt der weltweiten Gaming-Community, erneut digital stattgefunden. Dabei sind wie gewohnt die neuesten Spiele bekannt gegeben worden, attraktiv für Kinder und Jugendliche. Das Europäische Verbraucherzentrum erinnert deshalb an Beratungsangebote und Verhaltensregeln insbesondere für Eltern.

Beim Gaming gehen die Meinungen von Kindern und Jugendlichen sowie die der Eltern häufig auseinander. Vor allem Erziehungsberechtigte sind besorgt, dass ihre Kinder nicht altersgerechte Titel spielen und stellen sich oftmals die Frage, ob das Spielen von Videospielen sich negativ auf die Entwicklung auswirken kann. Auskunft, wie der Jugendschutz in Deutschland umgesetzt wird und wie Eltern, Kinder und Jugendliche vor ungeeigneten Spielen schützen können, erteilt das Europäische Verbraucherzentrum.

Wie erkennt man, ob Videospiele für Kinder geeignet sind?

Der einfachste Anhaltspunkt hierfür ist die Alterseinstufung des Spiels. In Deutschland ist die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) für die Prüfung und Altersfreigabe von Computer- und Videospielen zuständig. Die USK prüft Computerspiele nach festen Kriterien und vergibt für den stationären Einzelhandel sowie den Versandhandel in Deutschland eine verbindliche Altersfreigabe. Darüber hinaus vergibt die USK ihre Alterskennzeichen auch innerhalb des internationalen IARC-Systems (International Age Rating Coalition) für Online-Spiele und Apps.

Was bedeutet die europäische PEGI-Alterseinstufung?

Die Pan European Game Information (PEGI) ist das europäische Pendant zur USK. Das PEGI-System kommt derzeit in 38 europäischen Ländern für die Altersfreigabe von Videospielen zur Anwendung. In einigen EU-Ländern ist die PEGI-Einstufung gesetzlich vorgeschrieben, zum Beispiel in Österreich (nur Wien und Kärnten), Finnland, Irland, Litauen und den Niederlanden. Der große Unterschied zwischen PEGI und USK besteht darin, dass das PEGI-System keine verbindliche Altersempfehlung ausspricht. Im internationalen Vergleich gelten in Deutschland die strengsten Jugendschutzregeln für den Vertrieb von Computer- und Videospielen. Ohne Kennzeichnung dürfen Spiele weder öffentlich verkauft, noch vorgeführt werden. Zudem sind die USK-Altersfreigaben auf den Spiel-Verpackungen für den Handel gesetzlich bindend.

Bieten Alterseinstufungen eine absolute Sicherheit?

Alterseinstufungen können immer nur einen Anhaltspunkt liefern, welche Inhalte für welche Altersgruppen geeignet sind. Die Alterskennzeichen der USK sind keine pädagogischen Empfehlungen, sondern geben Auskunft über mögliche Entwicklungsbeeinträchtigungen. Pädagogische Empfehlungen können sich Interessierte zum Beispiel beim Spieleratgeber NRW einholen.

Technischer Jugendschutz: Einschränkung durch spezielle Nutzerkonten für Kinder

Beim Kauf von reinen Download-Titeln müssen Plattformbetreiber den technischen Jugendschutz berücksichtigen. Damit können Eltern spezielle Nutzerkonten für Kinder erstellen und festlegen, welche Inhalte und Funktionen von Kindern genutzt oder abgerufen werden können. Die Einrichtung und Nutzung des technischen Jugendschutzes liegen jedoch in der Verantwortung der Eltern. Daher sollten sich diese vorab darüber informieren, welche Einstellmöglichkeiten das jeweilige Endgerät bietet und die gewünschten Optionen einrichten.

Gaming hat auch gute Seiten

Computer- und Videospiele können Kindern und Jugendlichen dabei helfen, diverse Fähigkeiten interaktiv weiterzuentwickeln und zu erlernen, etwa soziale Kompetenzen, Kreativität, Wissensvermittlung, Koordination und Geschicklichkeit. So führt die Stiftung für digitale Spiele eine Liste mit Computerspielen mit pädagogischem Potenzial.

Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland vom 24.08.2021

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