Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

„Wie erkläre ich das meinem Kind?“ – Tipps für Eltern zum Umgang mit Sexualität in den Medien

Eine Mutter sitzt mit ihrer Tochter im Grundschulalter zusammen auf der Couch und schaut mit ihr auf ein Tablet.
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Darstellungen von Sexualität in den Medien haben zugenommen, sowohl im Rundfunk als auch im Internet. Eine neue Broschüre der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und der Aktion Jugendschutz Bayern gibt Eltern von Kindern bis 12 Jahren Tipps zum Umgang mit dem Thema.

Was tun, wenn man beim gemeinsamen Fernsehen mit der Familie mitten am Tag auf Werbung für Sexspielzeug stößt? Müssen Kinder schon im Grundschulalter wissen, was ein Orgasmus ist? Wie geht man damit um, wenn auf dem Schulhof Sexvideos die Runde machen und der Nachwuchs Fragen stellt? Diese und andere Fragen zum Umgang mit Darstellungen von Sexualität in den Medien beschäftigen viele Eltern.

Anregungen für den Medienalltag

Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM): „Wir wissen aus zahlreichen Bürgerbeschwerden: Für viele Zuschauer ist es eine Heraus­forderung oder auch ein Ärgernis, wenn sie im Tagesprogramm – beispielsweise ihres Lieblingssenders – mit entsprechenden Inhalten unvermittelt und zusammen mit ihren Kindern konfrontiert werden.“

Hier hilft die neue Broschüre von BLM und Aktion Jugendschutz Bayern „Wie erkläre ich das meinem Kind? Darstellungen von Sexualität in den Medien“ weiter. Sie gibt Eltern und Erziehenden von Kindern bis etwa 12 Jahren verschiedene Anregungen für den Medienalltag, aus denen sie das für sie Passende auswählen können.

Darstellungen von Sexualität in den Medien

Darstellungen von Sexualität in den Medien haben zugenommen, sowohl im Rundfunk als auch im Internet. Heranwachsende sind in unserer mediengeprägten Gesellschaft heute stärker damit konfrontiert als früher. Kinder befinden sich noch in der Entwicklung, das Thema Sexualität macht sie neugierig und sie suchen auch in den Medien nach Orientierung. Manche Darstellungen von Sexualität amüsieren Kinder, andere können für sie schwer einzuordnen sein, sie ängstigen oder verunsichern.

Wenn die Medienaufsicht Verstöße gegen den Jugendschutz feststellt, ergreift sie Maßnahmen gegen die Anbieter. Manchmal verletzen Medieninhalte aber die persönlichen Grenzen von Menschen, ohne dass gegen Gesetze verstoßen wird.

Das Interesse von Kindern am Thema muss ernst genommen werden

Grundsätzlich ist für Kinder wichtig: Ihr Interesse am Thema muss ernst genommen werden und sie sollten Antworten auf ihre Fragen erhalten. Zu welchem Zeitpunkt und in welcher Form, ist aber Sache der Eltern. So kann man entweder kurze Antworten geben – dies reicht Kindern oft schon aus – oder die Gelegenheit für ein Aufklärungsgespräch nutzen. Wem das persönliche Gespräch mit dem Nachwuchs schwerfällt: Auch altersgerechte Bücher zum Vor- oder Selberlesen sowie CDs und Hörbücher können eine Möglichkeit sein. Diese Tipps und mehr finden sich im Kapitel „Was können Eltern tun?“

In weiteren Kapiteln werden wesentliche Entwicklungsstufen von Kindern in Bezug auf Medien und Sexualität aufgezeigt, die Aufgaben der Medienaufsicht und der Medienanbieter kurz beleuchtet und die wichtigsten Gesetze zum Thema steck­briefartig zusammengefasst. Kästen mit Tipps und Hintergrundinformationen erleichtern das Lesen. Ein Stichwortverzeichnis hilft bei der schnellen Suche nach konkreten Themen.

Broschüre herunterladen oder bestellen

Die Broschüre „Wie erkläre ich das meinem Kind? Darstellungen von Sexualität in den Medien - Informationen für Eltern“ der BLM und der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. steht zum Download zur Verfügung. In Bayern kann sie zusätzlich kostenfrei als Printversion bestellt werden.

Quelle: Bayerische Landeszentrale für neue Medien vom 12.09.2019