Kinder- und Jugendschutz

Welche Regeln wünschen sich Jugendliche auf sozialen Plattformen?

Hände halten ein Smartphone über dem Emojis aufploppen
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Im Mai haben Jugendliche begonnen, gemeinsam mit Experten und Expertinnen Ideen für mehr jugendgerechte Sicherheit in sozialen Netzwerken zu entwickeln. Daraus sind Leitlinien entstanden, die der Deutsche Bundesjugendring nun an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz übergeben hat.

Social Digital Responsibility (SDR): Jungen Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Stimme für aktive Teilhabe an sozialen Netzwerken und Plattformen geben ist der Titel des Projekts, dass das Bundesverbraucherschutzministerium im vergangenen Mai gestartet hat. In mehreren Workshops diskutierten in diesem Rahmen Jugendliche ihre Ideen mit Experten und Expertinnen und formulierten ihre Forderungen.

Dabei standen vor allem die Themen Datensouveränität, Transparenz, effektiver Schutz vor Hassbotschaften und Manipulationen, Interoperabilität sowie der barrierefreie Zugang auf Plattformen im Fokus. Junge Menschen erwarten zum Beispiel von den Anbietern sozialer Netzwerke eine klare und vor allem zeitnahe Reaktion auf ihre Anliegen. Sie wollen weniger Markt- und Datenmacht der Anbieter und wünschen sich mehr Einfluss und Kontrolle der Zivilgesellschaft. Sie wollen selbst bestimmen, welche Inhalte ihnen angezeigt werden und nicht durch Algorithmen manipuliert werden.

Die Leitlinien wurden durch die stellvertretende DBJR-Vorsitzende Daniela Broda an Staatssekretär Christian Kastrop übergeben und gemeinsam mit Teilnehmenden des Projektes diskutiert.

Verbraucherschutzstaatssekretär Christian Kastrop erklärt:

„Das Projekt ist wichtig, weil wir die Erwartungen junger Menschen an soziale Netzwerke und Plattformen besser sichtbar machen müssen.

Die Ergebnisse zeigen: Junge Menschen möchten wissen, was mit ihren Daten passiert. Sie möchten verstehen, warum ihnen bestimmte Inhalte angezeigt werden. Sie wünschen sich gerade bei kontroversen Beiträgen mehr seriöse Fakten und vertrauenswürdige Quellen. Sie wollen einfach zwischen verschiedenen Plattformen wechseln können und dabei weiterhin problemlos mit all ihren Freunden digital vernetzt bleiben. Auch zeigt sich ganz klar: Hass, Hetze und Gewalt im Netz wollen Jugendliche leicht melden können, zur Anzeige bringen können und Hetzerinnen und Hetzer schnell selbst blockieren können.

Das Projekt macht junge Menschen fit für den Umgang mit den sozialen Medien und gibt Ihnen eine Stimme in der Digitalpolitik. Die Ergebnisse dieses Projekts sind daher noch einmal mehr Ansporn für starke Verbraucherrechte im Netz und die entschiedene Bekämpfung von Hass und Hetze. Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz und dem Gesetzespaket gegen Rechtsextremismus und Hasskriminalität haben wir bereits viel erreicht. Es bleibt im digitalen Bereich aber weiter viel zu tun.“

Die stellvertretende DBJR-Vorsitzende Daniela Broda sagt:

„Junge Menschen haben in ihrer Lebensphase teilweise andere Bedarfe als Menschen jenseits der Mitte 20. Als junge Verbraucherinnen und Verbraucher haben sie deswegen klare Erwartungen an digitale Angebote und Dienste, die sie nutzen wollen und stärker nutzen als andere Altersgruppen. Im Falle sozialer Netzwerke sind Kinder und Jugendliche sehr aktiv, sie spüren aber ihre Machtlosigkeit gegenüber den Anbietern, wenn es um jugendgerechte Bedingungen und Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern geht. Mit den Leitlinien kann sich das ändern. Als Deutscher Bundesjugendring sehen wir die Politik in der Pflicht, auf die Anbieter einzuwirken und Regeln zu setzen. Wir selbst gehen im Interesse der Jugend ebenfalls auf die Anbieter zu und erwarten, dass sie die Bedarfe junger Menschen Ernst nehmen.“

Die im SDR-Projekt erarbeiteten Leitlinien stellt das Bundesministerium zum kostenfreien Herunterladen zur Verfügung.

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz vom 20.08.2021

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