Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendarbeit

Wahre Welle TV: Neue Webvideo-Serie zur Stärkung der Medienkompetenz

Computerbildschirm auf dem verschiedene Videos als Icons zu sehen sind.
Bild: JuralMin, pixabay (CC 0)

Der Online-Kanal der Bundeszentrale für politische Bildung „Wahre Welle TV“ thematisiert Verschwörungstheorien in satirischen Clips. Ziel ist es, junge Menschen zu erreichen, die konventionellen Medien nur wenig Beachtung schenken und sie dafür zu sensibilisieren, kritischer mit Inhalten in Sozialen Medien umzugehen. Neben den Videos stehen außerdem Hintergrundinformationen zum Thema zur Verfügung.

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hat am 25. Juni 2018 das Online-Angebot „Wahre Welle TV“ veröffentlicht. Die Webseite im Stil eines Fernsehsenders gibt vor, über Verschwörungen aufzuklären. Bei genauerem Hinsehen entlarvt sich das Angebot als satirische Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien und deren absurden und wirklichkeitsverzerrenden Argumentationsmustern. Sechs Filme, die in der Machart von unterschiedlichen Fernsehformaten gehalten sind, stellen die bekanntesten Verschwörungstheorien auf eine skurrile, realitätsferne Art und Weise dar, sodass die fehlende Logik der Verschwörungstheorien klar wird.

Niedrigschwelliges medienpädagogisches Angebot

„Der 11. September 2001 wurde von der US-Regierung inszeniert“. Die Kondensstreifen am Himmel seien eigentlich Schwaden voller Gift und ein Großteil unserer Politiker in Wirklichkeit „Echsenwesen“. Verschwörungstheorien haben Konjunktur. Und ihre Verbreitung in Zeiten der Allgegenwärtigkeit Sozialer Medien ist rasant.

Die Idee des Projektes ist es, auf niedrigschwellige Weise ein medienpädagogisches Angebot zu entwickeln, das die Logik von Verschwörungstheorien aufzeigt und die oftmals abstrusen Argumentationen aufdeckt. Das Instrument der satirischen Überspitzung wird hier bewusst gewählt, um die Medienkompetenz und die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit politischen Themen im Netz zu fördern.

Im Anschluss an die Videos können sich die Nutzer auf einer bpb-Webseite genauer über die Hintergründe der Verschwörungstheorien informieren.

Neue Zielgruppen erreichen und sensibilisieren

Thomas Krüger, Präsident der bpb, spricht von einem Bildungsangebot, um Zielgruppen zu erreichen, die konventionellen Medien oft nur noch wenig Beachtung schenken: „Über Webvideos und Satire erreichen wir vor allem die Netzcommunity. Sie wollen wir dafür sensibilisieren, nicht alles zu glauben, was man in sozialen Netzwerken liest und hört.“ Thomas Krüger weiter: „So verschieden die Verschwörungstheorien auch sein mögen, so eint sie doch, dass sie versuchen, einfache Antworten auf komplexe Fragen zu geben und die Welt in ein Gut-Böse-Schema teilen.“ Eine zentrale Herausforderung für die politische Bildung, deren Aufgabe es ja gerade sei, die parlamentarische Demokratie zu vermitteln und demokratische Verfahren wie Vermittlung, Kompromiss und Ausgleich zu fördern.

Politische Bildung mit Webvideos

Die bpb nutzt seit einigen Jahren verstärkt Webvideoformate, um junge Menschen durch eine aufsuchende politische Bildung anzusprechen. Mit Aktionsformaten zur historisch-politischen Bildung und News-Formaten, u.a. auch in Zusammenarbeit mit YouTubern, erreicht die bpb neue Zielgruppen und fördert Diskussionen über politische Themen im Netz.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb vom 25.06.2018

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