Digitalisierung und Medien / Bildungspolitik

Virtueller Durchblick in der beruflichen Bildung – VR-Ausstattung am Ausbildungsplatz

Frau mit VR-Brille steht vor einer Wand mit kryptografischen Befehlen
Bild: www.pixabay.de (CC 0)

Virtuelles Lernen findet immer mehr Anwendung. Ein Projekt des Bundesbildungsministeriums bringt nun neue Technologien an Berufsbildungseinrichtungen zum Einsatz. So wird seit Anfang 2018 „Virtual Reality“-Ausstattung für den Ausbildungseinsatz an verschiedenen Standorten zur Verfügung gestellt. Auszubildene sollen so neue anschauliche Einblicke in ihr Arbeitsfeld erhalten.

In der beruflichen Bildung ist der Blick ins Innere von Maschinen für ein umfassendes Verständnis sehr wichtig. Durch den Einsatz virtueller Technologien wie VR-Brillen kann dieser Einblick jetzt noch besser vermittelt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekte, die die Anwendung virtueller Technologien in der beruflichen Ausbildungspraxis erproben und verbreiten. Jetzt geht es in die nächste Phase: die Entwicklung neuer Lehr- und Lernkonzepte.

„Berufsbildung 4.0 eröffnet in den Arbeitswelten der Zukunft neue Chancen. Diese wollen wir nutzen, für gut ausgebildete Fachkräfte und eine starke berufliche Bildung in Deutschland“, sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Social Virtual Learning an Berufsschulen

Anwendung findet beispielsweise das 2016 vom BMBF gestartete Projekt „Social Virtual Learning“ (SVL) heute auch über Deutschland hinaus. Aufgrund der internationalen Vernetzung der Projektpartner konnte der Einsatz von Social Virtual Learning an Berufsschulen in Wien und in St. Gallen etabliert werden. Das Projekt ermöglicht Auszubildenden im Bereich der Druck- und Medientechnologie den Blick mit virtueller Technologie in das sonst verborgene Innere von Druckmaschinen. Damit werden die Abläufe im Inneren der Maschine sichtbar und können so viel besser als bisher gelehrt und gelernt werden. Insgesamt neun weitere Berufsschulen und Überbetriebliche Ausbildungsstätten setzen die entwickelte Technologie heute bereits ein.

VR-Ausstattung für den Ausbildungseinsatz

Der Verband Druck und Medien NordOst stellt seit Jahresbeginn seinen Mitgliedsunternehmen in Niedersachsen, Berlin und Brandenburg eine VR-Ausstattung für den Ausbildungseinsatz zur Verfügung. Das Adolph-Kolping-Berufskolleg in Münster wird in den nächsten Monaten unter Einbeziehung der Auszubildenden erstmals ein neues Lernmodul zu einem Druckverfahren entwickeln. Bis zum Frühjahr 2018 wird das System auch am technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrum II in Saarbrücken beschafft und in den Unterricht integriert.

Das BMBF startet jetzt die nächste Phase und hat eine Ausschreibung zur „Virtuellen und erweiterten Realität (VR/AR) in der beruflichen Bildung“ veröffentlicht. In den Projekten soll gezeigt werden, dass mit der VR-Technologie auch didaktisch ganz neue Wege eingeschlagen werden können und somit der Unterricht für alle Beteiligten interessanter werden kann.

Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeitswelten der Zukunft

Das Wissenschaftsjahr 2018 widmet sich dem Thema Arbeitswelten der Zukunft. Durch die Digitalisierung, alternative Arbeitsmodelle und die Entwicklung künstlicher Intelligenz stehen Forschung und Zivilgesellschaft vor neuen Chancen und Herausforderungen: Wie werden die Menschen in Zukunft arbeiten? Wie machen sie sich fit dafür? Und welche Rolle spielen Wissenschaft und Forschung bei der Gestaltung eben dieser neuen Arbeitswelten? Das Wissenschaftsjahr 2018 zeigt, welchen Einfluss soziale und technische Innovationen auf die Arbeitswelten von morgen haben – und wie diese nicht nur den Arbeitsalltag verändern, sondern auch neue Maßstäbe im gesellschaftspolitischen Dialog setzen. „Erleben. Erlernen. Gestalten.“ – unter diesem Motto werden Bürgerinnen und Bürger im Wissenschaftsjahr 2018 dazu aufgerufen mitzumachen, Fragen zu stellen und gemeinsam Lösungsansätze zu finden.

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit und unterstützen den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft.

Quelle: Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 06.03.2018

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