Digitalisierung und Medien

"Stoppt Hass-Propaganda! Erst prüfen, dann teilen"

Eine Grafik zum Thema Cyber-Mobbing
Bild: © thingamajiggs - Fotolia.com

Die bundesweite Social-Media-Kampagne "Stoppt Hass-Propaganda! Erst prüfen, dann teilen" appelliert an Nutzer von Facebook & Co. sich nicht zum Handlanger viraler Hetze im Netz machen zu lassen.

Zunehmend nutzen extremistische Organisationen und Fanatiker im In- und Ausland Social Media zur Verbreitung totalitärer Ideologien. Dabei setzen sie teilweise Bilder und Videos ein, die schockierende Gewaltdarstellungen enthalten.

Informationen lassen sich über das Internet nicht nur in Echtzeit, sondern auch weltweit über alle Grenzen hinweg verbreiten. Durch die Schnelllebigkeit und steigende Geschwindigkeit ist man es gewohnt, sich auf die Fakten von Nachrichten bzw. Informationen und deren Richtigkeit zu verlassen. So werden Inhalte geteilt und weiter verbreitet ohne diese in Frage zu stellen, auf Echtheit zu prüfen oder deren Quellen anzuzweifeln. Dies ermöglicht eine virale Verbreitung von Fehlinformationen und gezielter Propaganda über das Internet.

Träger der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Toleranz fördern – Kompetenz stärken" geförderten Kampagne ist der Verein "Neues Potsdamer Toleranzedikt e.V.". Die Botschaft des Vereins, der für ein tolerantes, aber nicht gleichgültiges Miteinander wirbt, lautet: Statt Verboten und Zensur – kompetenter Umgang mit manipulativen Inhalten in den Social Networks.

Dieser demokratischen Haltung entspringt auch die Kampagnenidee, deren Erfinder und kreative Köpfe der Komponist und Musiker Clemens Maria Haas (Frontmann der Gruppe SanVentura) und die Regisseurin und Multimedia-Produzentin Claudia Mielke sind.

Die Grenzen zwischen berechtigter Meinungsäußerung und manipulativer Hass-Propaganda sind fließend. Daher fordern die Kampagnenmacher dazu auf, sich durch aufwühlende Bilder, flammende Appelle oder vermeintlich wahre Fakten nicht emotionalisieren und beeinflussen zu lassen. Der Unternehmer Christoph Miethke, Vorsitzender des Vereins "Neues Potsdamer Toleranzedikt e.V.", sagt: "Viele im Internet kursierende Filme und Inhalte sind professionell gemacht und nicht sofort als Propaganda zu erkennen. Wir wollen aber mehr als nur warnen. Auf unserer Website zeigen wir anhand konkreter Beispiele auf, wie Hass-Propaganda funktioniert und wie man sie entlarven kann."

Insbesondere jugendliche Internet-Nutzer, aber auch Eltern, Lehrer und andere Multiplikatoren sollen konkrete Hilfen bekommen im Umgang mit problematischen Inhalten. Anhand einer Checkliste und Beispielen können sie Hass-Propaganda erkennen und so eine kritisch-rationale Distanz aufbauen. Zusätzlich sollen Workshops mit Jugendlichen stattfinden. Die darin gewonnenen und für Schulungszwecke aufbereiteten Erkenntnisse werden Bildungseinrichtungen als Material zum Download auf der Kampagnen-Website zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen zur Kampagne unter www.stoppt-hasspropaganda.de

Quelle: Neues Potsdamer Toleranzedikt e.V.

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