Digitalisierung und Medien / Sozialforschung

Spaß vs. Vernunft: Video erklärt warum Jugendliche sich vom Smartphone ablenken lassen

Eine Jugendliche steht vor einer Mauer und schreibt lächelnd eine Nachricht auf ihrem Smartphone
Bild: rawpixel.com

Dr. Mondino erklärt als Neurowissenschaftler in einer Video-Reihe, die von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in loser Folge auf YouTube gezeigt wird, Prozesse bei alltäglichen Phänomenen im menschlichen Gehirn. Im aktuellen Video erläutert er, warum Jugendliche anfälliger als Erwachsene sind, vom Smartphone ablenken zu lassen.

Dr. Mondino erklärt unser Gehirn

In seiner neuesten Folge „Kampf im Kopf – Spaß versus Vernunft“ widmet sich der Forscher einem Phänomen, das viele Menschen aus ihrem Alltag kennen: sich immer wieder ablenken lassen beispielsweise durch ständiges Handy-Kontrollieren, PC-Spiele oder was sonst noch Spaß macht, obwohl dringend etwas anderes erledigt werden müsste. Woran liegt das?

Warum wir uns so gern ablenken lassen – auch gerade von Smartphones

Schuld an diesem Phänomen ist vor allem das Belohnungssystem in unserem Gehirn, das aktiviert wird, sobald wir beispielsweise eine Handy-Nachricht erhalten, heißt es im Dr. Mondino-Film. Denn mit jeder Message, die Lob, Ansprache oder andere positive Rückmeldungen beinhaltet, wird das Glücks-Hormon Dopamin freigesetzt, von dem wir immer möglichst viel haben möchten. Sobald also wieder eine positive Nachricht eintrifft, hat das Gehirn gelernt, dass es zur Belohnung mit Dopamin rechnen kann – und setzt das Glückshormon oft schon aus Vorfreude frei: So kann allein das Piepen des Handys zur Ausschüttung von Dopamin führen. Damit wir keine dieser Belohnungen verpassen, schauen wir immer auf das Smartphone.

Dr. Astrid Proksch, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung: „Unsere Dr. Mondino-Filme erklären auf unterhaltsame Weise, welche Prozesse bei ganz alltäglichen Phänomenen im Hirn stattfinden. So wird das spannende Feld der Neurowissenschaft für jedermann verständlich und lässt sich auf die eigene Lebenswirklichkeit übertragen.“

Jugendliche sind besonders verführbar für Ablenkungen und Belohnungen

Bei Jugendlichen ist das Gleichgewicht im Gehirn zwischen den Bereichen, die das Belohnungssystem steuern, und der Vernunft noch starken Schwankungen ausgesetzt. Deshalb siegt bei Pubertierenden das Verlangen oft über die Vernunft. Eine mögliche Folge: Das Handy wird dauernd kontrolliert anstatt sich gegen diese Ablenkung zu entscheiden.

In der nächsten Folge mit Dr. Mondino, die Anfang August erscheinen wird, geht es um die Frage, was beim Lernen im Hirn passiert.

Quelle: Gemeinnützige Hertie-Stiftung vom 17.07.2019