Online-Video-Monitor

#Social First bei Onlinevideo

Kleine Jungs gucken auf ihre Smartphones
Bild: © bramgino - Fotolia.com

Instagram, Facebook und YouTube sind die Top Drei der Plattformen für Onlinevideos. Aufsteiger des Jahres aber ist TikTok. Erstmals wird auch Influencing via TikTok in Deutschland erfasst. Die Reichweiten insgesamt sind während der Coronakrise noch einmal gestiegen. Und: Die Mehrheit der Onlinevideoanbieter wünscht sich mehr Regulierung.

Beim Ranking liefern sich die Plattformen ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Dabei setzt sich Instagram knapp vor Facebook und YouTube an die Spitze der meistgenutzten Social Media Plattformen für Onlinevideos. Etwa drei Viertel der befragten Onlinevideoanbieter nutzen diese Plattformen zur Distribution ihrer Inhalte. Doch die gerade bei den jungen Zielgruppen beliebte Plattform TikTok wird mit bereits 23 % immer mehr zur Konkurrenz. Den rasanten Aufstieg belegt auch ein Blick auf die Followerzahlen der Top 100 der deutschen TikTok Accounts: Allein von Februar bis Juni 2021 ist ihre Anzahl um 20 % auf 280 Millionen angewachsen. Der erfolgreichste deutsche TikToker, Younes Zarou, hat in weniger als zwei Jahren 31 Millionen Follower hinter sich versammelt und schafft es so plattformübergreifend auf Platz vier der deutschen Social-Media-Accounts.

Corona-Krise treibt Abrufzahlen in die Höhe

Nicht zuletzt aufgrund der Pandemie ziehen die meisten Onlinevideoanbieter eine positive Bilanz: Drei Viertel verzeichnen im letzten Jahr steigende Abrufzahlen, zwei Drittel schreiben diese Entwicklung auch Corona zu. Über die Hälfte der Onlinevideoanbieter geben an, dass sich die Pandemie auf die Erträge positiv ausgewirkt hat. Für ein Viertel hatte Corona aber negative Effekte auf die Wirtschaftlichkeit.

Insgesamt schauen die meisten optimistisch in die Zukunft: Drei von vier Onlinevideoanbietern erwarten in den nächsten drei Jahren steigende Gewinne. Sponsoring, Produktplatzierungen und Werbung werden dabei die größten Potenziale zugeschrieben.

Transparenz und Verantwortung gefragt

Welche Kriterien aber genau Einfluss auf Reichweite und Monetarisierung haben, ist für viele Onlinevideoanbieter nicht nachvollziehbar. Auch deshalb wünscht sich der Großteil mehr Regulierung. Das gilt allem voran für die Transparenz der Algorithmen (85 %). Klarere Regeln möchten drei Viertel aber auch mit Blick auf die Verantwortung der Inhalteanbieter und der Plattformen.

„Informationsvermittlung über YouTube, TikTok und Instagram wird gerade in den jungen Zielgruppen immer wichtiger – nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch für die politische Meinungsbildung. Wie relevant die Social Media Kanäle für für die Verbreitung der Videoinhalte sind, wird an der Entwicklung von TikTok aktuell einmal mehr deutlich“, betont Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). „Wichtig ist daher aus Sicht der Regulierung: Social Media bedeutet auch Verantwortung für die Influencer und für die Plattformen.“

Das allein reicht aber nicht. „Es braucht außerdem klare Regeln für alle, damit Informationen und Botschaften fair und faktenbasiert vermittelt werden,“ erklärt Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK). „Mit dem neuen Medienstaatsvertrag und den konkretisierenden Satzungen der Landesmedienanstalten gibt es erste wichtige Leitplanken, um Medienfreiheit und Medienvielfalt im digitalen Raum abzusichern. Die Ergebnisse des Online-Video-Monitors belegen eindrücklich, wie wichtig diese Ausweitung der Medienregulierung auf den Bereich Social Media ist.“

Der Online-Video-Monitor wird von der Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia im Auftrag von BLM und LFK erstellt. Unter folgendem Link steht sowohl die Präsentation als auch der Gesamtbericht kostenfrei zur Verfügung.

Quelle: Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg vom 17.06.2021

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