Digitalisierung und Medien / Sozialpolitik

Saarland: Leuchtturmprojekt „Virtuelles Mehrgenerationenhaus“ geht in neue Runde

Großvater mit dem Laptop und Enkel mit der Zeitung
Bild: © Yuri Arcurs - Fotolia.com

Fünf neue Vir­tu­el­le Mehr­ge­nera­tio­nen­häu­ser gehen in den kom­men­den Wochen im Saarland „ans Netz“. Seit 2016 wurden Landesweit zehn Virtuelle Mehrgenerationenhäuser eingerichtet. Ziel ist es, Generationen zu verbinden, interaktive Kommunikationsmöglichkeiten zu erweitern und das ehrenamtliche Engagement zu fördern.

Neu dabei sind Virtuelle Mehrgenerationenhäuser in Saarlouis, der Gemein­de Gers­heim, dem Stadt­teil und Gemein­de­be­zirk Lei­ters­wei­ler, der Evan­ge­li­sche Fami­li­en­bil­dungs­stät­te Saar­brü­cken in Koope­ra­ti­on mit dem Senio­ren­bei­rat der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken und in der Stadt Wadern.

Ziele des Projekts

Die Vir­tu­el­len Mehr­ge­nera­tio­nen­häu­ser sind ein gemein­sa­mes Pro­jekt von der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land, dem Medi­en­Netz­werk Saar­Lor­Lux e.V. und dem saar­län­di­schen Minis­te­ri­um für Sozia­les, Gesund­heit, Frau­en und Fami­lie. Sie füh­ren in die digi­ta­le Welt des World Wide Webs ein, ver­mit­teln neu­es­te Tech­no­lo­gi­en und deren Ein­satz im All­tag.

Ziel dar­über hin­aus ist es, den Begeg­nungs­raum vor Ort um inter­ak­ti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu erwei­tern und Genera­tio­nen zu ver­bin­den. „Des­halb freut es mich außer­or­dent­lich, dass wir in die­ser Run­de Genera­tio­nen von 11 bis 82 Jah­ren mit­ein­an­der ver­bin­den und in einen Dia­log set­zen kön­nen“, so Moni­ka Bach­mann, Minis­te­rin für Sozia­les, Gesund­heit, Frau­en und Fami­lie des Saar­lan­des. „Wir haben in die­ser Modell­pha­se dar­auf geach­tet, dass wir sowohl in den Bal­lungs­räu­men des Saar­lan­des als auch auf dem Land ein attrak­ti­ves Ange­bot zur digi­ta­len Teil­ha­be schaf­fen, damit auch jeder die Mög­lich­keit der Teil­nah­me hat.“

Flächendeckendes Angebot schaffen

„Das Pro­jekt der Vir­tu­el­len Mehr­ge­nera­tio­nen­häu­ser ist inno­va­tiv und kommt sehr gut bei den Teil­neh­mern und Kom­mu­nen an. Die­ses Jahr haben sich 15 Gemein­den und Kom­mu­nen im Früh­jahr an der Aus­schrei­bung betei­ligt. Lei­der konn­ten wir nicht alle Bewer­bun­gen in die­ser Run­de in das Pro­jekt auf­neh­men. Daher wur­de die­ses Jahr die För­der­sum­me bereits deut­lich ange­ho­ben, um ein flä­chen­de­cken­des Ange­bot zu schaf­fen. Auch bei den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ist das Pro­jekt äußerst beliebt, in man­chen Kom­mu­nen wur­den wir sprich­wört­lich über­rannt“, berich­tet LMS-Direktor Uwe Con­radt.

Das Tablet verbindet Generationen

Der Vor­stands­vor­sit­zen­de des Medi­en­Netz­werk Saar­Lor­Lux e.V., Dr. Gerd Bau­er, berich­tet von den zehn bereits in den letz­ten Jah­ren ein­ge­rich­te­ten Mehr­ge­nera­tio­nen­häu­ser. „Vie­le Vir­tu­el­le Mehr­ge­nera­tio­nen­häu­ser exis­tie­ren auch nach der Pro­jekt­lauf­zeit wei­ter. Im Vir­tu­el­len Mehr­ge­nera­tio­nen­haus lernt man, wie man um die Pyra­mi­den von Gizeh spa­ziert, wich­ti­ge Medi­ka­men­te direkt nach Haus bestellt und neu­es­te Koch­re­zep­te im Inter­net ent­deckt. Aber es gibt auch mal im Grup­pen­chat einen Plausch im vir­tu­el­len Haus­flur über das Wet­ter oder eine inter­es­san­te Ver­an­stal­tung in der Gemein­de. Das Tablet – als Schlüs­sel in die digi­ta­le Welt – ver­bin­det Genera­tio­nen.“

Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on

Seit 2016 wur­den bereits zehn Vir­tu­el­le Mehr­ge­nera­tio­nen­häu­ser mit jeweils 15 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern saar­land­weit ein­ge­rich­tet. Bis Okto­ber wer­den fünf wei­te­re eröff­net. Das Pro­jekt wird vom Büro des „Onliner­lan­des“ in Saar­brü­cken und von ört­li­chen Ansprech­part­nern, wel­che die Kom­mu­nen zur Ver­fü­gung stel­len, koor­di­niert.

Die vir­tu­el­le Ver­net­zung wird durch regel­mä­ßi­ge Tref­fen vor Ort initi­iert, in denen moder­ne Tablet-PCs zum Ein­satz kom­men. Die Städ­te, Gemein­den und Kom­mu­nen pro­fi­tie­ren gleich in mehr­fa­cher Hin­sicht: Mittel- und lang­fris­tig kann die Nach­bar­schafts­hil­fe durch die genera­tio­nen­über­grei­fen­de Ver­net­zung der Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner deut­lich gestärkt wer­den. Außer­dem kann die nach­hal­ti­ge För­de­rung der Digi­ta­li­sie­rung und Nut­zung neu­er Medi­en eine digi­ta­le Spal­tung in der Bevöl­ke­rung zwi­schen Jung und Alt ver­hin­dern und zur Stär­kung des ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments vor Ort bei­tra­gen.

Quelle: Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land vom 28.08.2019