Digitalisierung und Medien / Demokratie

„Respekt ist uns #NichtEgal“: YouTube-Initiative geht in die zweite Runde

Fünf Menschen legen ihre Hände übereinander
Bild: rawpixel.com

Ob Jan Böhmermanns viel beachtete „Reconquista Internet“-Aktion oder Rayk Anders’ investigative Video-Doku „Lösch Dich“ – das Thema Hassrede im Internet ist nach wie vor hochaktuell und bewegt viele Menschen in Deutschland. YouTube ruft vor diesem Hintergrund gemeinsam mit 21 YouTube-Stars zu mehr Respekt und zu einer offenen Debattenkultur im Netz auf. Dazu werden bundesweit Workshops für Jugendliche angeboten.

Mit der Initiative #NichtEgal setzen sich YouTube und die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM), die Medienbildungsagentur medienblau, klicksafe sowie Digitale Helden gemeinsam mit 21 YouTuber/-innen für eine respektvolle Debattenkultur im Alltag und im Netz sowie einen fairen Umgang im Meinungsaustausch untereinander ein. Dabei stehen vor allem junge Menschen im Mittelpunkt: An 60 Schulen in ganz Deutschland werden 2018 in Form von Workshops über 1.500 neue Peer-Mentor(inn)en ausgebildet, die ihr erlerntes Wissen an bis zu zehntausend Schülerinnen und Schüler weitergeben. Ziel ist es, Jugendliche zu ermutigen, ihre Meinung im Alltag und im Netz zu vertreten und eine respektvolle Debattenkultur zu etablieren. Die Workshops in allen 16 Bundesländern, an denen auch viele der YouTube-Stars teilnehmen werden, werden koordiniert von medienblau und weiteren medienpädagogischen Partnern.

Das Netz mit positiver und konstruktiver Kritik mitgestalten

Ein Video lädt alle Schulen in Deutschland ein, sich für einen dieser mehrtägigen Workshops zu bewerben. Weitere  Informationen zu den Workshops und zum Bewerbungsverfahren sind auf der Webseite der Initiative zu finden. Neben den YouTube-Videokünstler(inne)n Lisa Sophie Laurent, die im vergangenen Jahr Bundeskanzlerin Angela Merkel live auf YouTube interviewte, und JustCaan ist Schüler Marvin H. aus Lüneburg im Video zu sehen. In dem Aufrufvideo erklären die drei Protagonisten, wie wichtig es ist, die eigene Meinung zu vertreten und dabei respektvoll zu bleiben. Gemeinsam mit den Jugendlichen an deutschen Schulen wollen sie das Netz mit positiver und konstruktiver Kritik mitgestalten.

Eigener YouTube-Kanal der Initiative

Insgesamt 21 YouTube Creator beteiligen sich an #NichtEgal und werden in den kommenden Wochen und Monaten mit einem gemeinsamen Video sowie Einzelbeiträgen dazu aufrufen, Teil der Initiative zu werden. Darunter sind YouTube-Größen wie Abdel, die datteltäter, Diana zur Löwen, Emrah, MrsBella und MrWissen2Go. Die Botschaft der YouTube Creator, Partner und Unterstützer an die Jugendlichen: Respekt ist uns #NichtEgal. Das Video wird Mitte Juni auf dem offiziellen #NichtEgal-YouTube-Kanal veröffentlicht. Zuvor wird es bereits eine Reihe von Beiträgen einzelner YouTuber geben. So hat beispielsweise der YouTube-Musiker MaximNoise pünktlich zum Start von #NichtEgal einen eigenen #NichtEgal-Song angekündigt, der an den Erfolg seines Anti-Rassismus-Songs „Wie redest du“ vom Sommer 2017 anknüpfen möchte.

Bisherige Meilensteine der Initiative

Die Initiative #NichtEgal hat seit dem Start in 2016 online und offline große Aufmerksamkeit erhalten. Insgesamt wurden die #NichtEgal-Videos der unterstützenden YouTuber/-innen der ersten Runde über 6,5 Millionen mal auf YouTube aufgerufen. Durch die Schülerworkshops erreichte die Initiative vierzig Schulen, bildete über 1.000 Peer-Metor(inn)en und diese wiederum 5.535 Schüler/-innen aus. Betterplace.org fand in einer Wirkungsstudie heraus, dass neun von zehn dieser Schüler/-innen es gut fanden, von älteren Mitschülern unterrichtet zu werden, während 89% der Mentoren es gut fanden, für ihre Mitschüler Verantwortung zu übernehmen. Im Rahmen eines 360-Grad-Video-Wettbewerbs wurden 130 Videoideen abgegeben. Bei dem Wettbewerb hatten Videokünstler/-innen die Möglichkeit, Konzepte für 360-Grad-Videos einzureichen, mit denen Empathie für geflüchtete Menschen erzeugt werden sollte. Das Gewinnervideo „Flucht“ von Philipp Leisner wurde zudem für den Webvideopreis 2017 in der Kategorie „360°“ nominiert.

Schirmherrin, Partner und Unterstützer

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey übernimmt in 2018 die Schirmherrschaft für die Initiative #NichtEgal. Partner von #NichtEgal 2018 sind die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM), klicksafe, medienblau und die Digitalen Helden. YouTube ist Initiator und unterstützt #NichtEgal unter anderem mit der Reichweite seiner Videoplattform. medienblau konzipiert gemeinsam mit lokalen medienpädagogischen Partnern die Workshops an den 60 Schulen und führt diese mit ihnen durch. Die FSM betreibt die #NichtEgal-Kanäle auf YouTube und anderen sozialen Netzwerken und unterstützt medienblau bei der Konzeption der Workshops an den Schulen. Die Workshopmaterialien werden mit Hilfe von klicksafe verbreitet. #NichtEgal wird zu 100 Prozent von YouTube bzw. vom Mutterunternehmen Google finanziert.

Neben den Partnern unterstützen eine Reihe weiterer Organisationen und Initiativen #NichtEgal in 2018: Betterplace.org, Das NeTTz, Amadeu-Antonio-Stiftung, jugendschutz.net, Grimme Institut, Thüringer Landesmedienanstalt, Ufuq.de, jugend.beteiligen.jetzt, Laut gegen Nazis und die Initiative No Hate Speech. Als Medienpartner ist die Bauer Media Group mit an Bord, die die Initiative unter anderem in den Titeln BRAVO, Cosmopolitan und Männersache.de begleiten wird.

Eine Zitatesammlung der Schirmherrin, von Initiatoren und Partnern sowie eine Liste der Teilnehmenden YouTuber/-innen finden sich auf der Internetseite von klicksafe.

Engagement für mehr Toleranz und Respekt seit 2009

Bereits seit 2009 engagiert sich YouTube für mehr Toleranz und Respekt. Zunächst unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel rief YouTube zusammen mit Laut gegen Nazis e.V. die Initiative „361 Grad Toleranz“ ins Leben. Als „361 Grad Respekt“ ging sie unter der Schirmherrschaft des Bundesfamilienministeriums 2012 in die nächste Runde. Ab 2014 übernahm dann die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) die Rolle des Veranstalters. Zunächst als reiner Videowettbewerb für Schülerinnen und Schüler gestartet, wurden unter der FSM Workshops für Schüler ergänzt. Die Initiative „#NichtEgal - eine Initiative für Toleranz und Respekt“ ist die Weiterführung und Ergänzung der „361 Grad“-Kampagnen und wurde 2016 ins Leben gerufen.

Quelle: klicksafe vom 17.05.2018

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