Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendarbeit

Projekt „Digital Literacy 2.0“ beendet

Ein Klassenzimmer ist an jedem Arbeitsplatz mit einem Computer bestückt.

"Digital Literacy 2.0-Train the trainer-Qualify the user" war ein von der EU-Kommission gefördertes Projekt im Programm "Lebenslanges Lernen". An dem Projekt waren Partnereinrichtungen aus Belgien, Bulgarien Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und Portugal beteiligt. Die Laufzeit ist nun beendet.

Die Hälfte der Menschen in Europa nutzt das Internet täglich, aber rund 30 Prozent der Europäer nutzen es bisher überhaupt noch nicht. Besonders sozial- und bildungsbenachteiligte Menschen sind oft nicht im Netz. Zur Überwindung der digitalen Spaltung in Europa hat die Europäische Kommission das zweijährige Projekt „Digital Literacy 2.0“ (DLit2.0) von 2012 bis 2014 finanziert.

Auf der internationalen Konferenz am 22.Januar 2014 im Hotel Aquino in Berlin wurde das Projekt „Digital Literacy 2.0“ feierlich beendet. Das Ziel des Projekts DLit 2.0 war es, sozial- und bildungsbenachteiligte Erwachsene in Europa durch den aktiven und selbstbestimmten Umgang mit Web-2.0-Anwendungen zu mehr sozialer Teilhabe zu befähigen. Mitarbeitende von informellen Lernorten wie öffentlichen Bibliotheken, sozialen Einrichtungen und Gemeindezentren in sieben Ländern wurden dazu qualifiziert, um ihre Zielgruppe mithilfe von niedrigschwelligen Angeboten bei der alltagsrelevanten Internet- und Web2.0-Nutzung zu unterstützen.

Im Rahmen der Konferenz wurden die Projektergebnisse vorgestellt. In Rahmen von Vorträgen, Workshops und Podiumsdikussionen wurde diskutiert, wie die Trainingsinhalte und  -materialien (das „Curriculum“) als freie Bildungsressourcen (Open Educational Resources – OER) in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden können.

Im Rahmen des Projekts sollten benachteiligte Gruppen über die Nutzung des Internets zu gesellschaftlicher Partizipation  befähigt werden. Grundlegender Gedanke war, den Weg zu sozialer Inklusion durch Angebote des Web 2.0 zu ebnen. Denn Anwendungen wie soziale Netzwerke ermöglichen einen nonformalen, außerschulischen, sowie niedrigschwelligen Zugang zu den breit gefächerten Angeboten des Internets. Web 2.0 verhilft nicht nur zu Konsum, sondern auch zu Prosum. Es ist eine einzigartige Umgebung zur Kommunikation und Zusammenarbeit. Durch seine simple Oberfläche ist es auch für absolute Laien möglich, als Nutzer zu agieren und sich durch entsprechende Anwendungen den Alltag zu erleichtern. Das sogenannte „Curriculum“ des Projekts enthielt Themenblöcke, die abhängig von den Kompetenzen, Bedürfnisse und Interessen der Lernenden eingesetzt wurden: Online-Shopping, E-Collaboration (z.B. Kalender, Wikis, Blogs), Soziale Netzwerke, Kommunikation und Basiskompetenzen. Die erworbenen Kenntnisse wurden von den Lernenden eingesetzt, um sicher online einzukaufen, Internetangebote der Regierung zu nutzen, die persönlichen Finanzen online zu verwalten, Videos online zu stellen und zu teilen, Dokumente zur gleichen Zeit mit anderen zu diskutieren, an sozialen Inhalten teilzuhaben und so weiter. Unter Einbeziehung der individuellen Relevanz für den Einzelnen wurde eine Vereinbarung zwischen dem geschulten Multiplikator und dem Lernenden geschlossen, der auf die Kompetenzen, Interessen und Bedürfnissen des Lernenden basierte. So musste der Multiplikator an jedem Lernort der Situation eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Wünschen  moderieren. Eine Wissensvermittlung nach dem Nürnberger Trichter und den Vorstellungen des Multiplikators war, auch nach Erfahrungsberichten, die im Digital Literacy 2.0 Blog verfasst wurden, nicht möglich und nützlich. Stets war der Lernende und nicht der Multiplikator oder der zu vermittelnde Inhalt im Fokus. Demnach lag eine der hauptsächlichen Herausforderungen in der benötigten Fähigkeit, Vorgänge in der Lehre rasch zu analysieren und je nach Situation variabel und spontan zu reagieren. Die Methodik musste ebenso wie der Multiplikator flexibel genug sein um die individuellen Probleme und Potentiale der Lernenden miteinzubeziehen.

Die Beteiligten des Projekts resümierten auf der Konferenz am 22.01.2014 äußerst positiv über das Projekt und erwarten sich im Anschluss eine Wirkungsweise nach dem Schneeballsystem. Sie erhoffen sich, dass die geschulten Multiplikatoren wie auch die ehemals Lernenden ihr Wissen an ihre Umgebung weitergeben und so anderen in ihrem Umfeld zu mehr Teilhabe verhelfen.

Noch ist ungeklärt wie es konkret mit dem Programm weitergeht und ob sich ein Netzwerk von Einrichtungen organisieren wird, die weiterhin Digital Literacy 2.0 praktizieren und soziale Inklusion vorantreiben wollen.

Weitere Informationen zum Projekt

Quelle: Stiftung Digitale Chancen

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