Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendarbeit

Programmieren für Mädchen – Vier Coding Hubs in Rheinland-Pfalz gegründet

Mädchen bedient die Maus und die Tastatur eines Computers
Bild: rawpixel.com

Die digitale Bildung in Deutschland benötigt ein Update. Dieser Ansicht ist das Ada-Lovelace-Projekt, das nun in Rheinland-Pfalz vier Coding Hubs gegründet hat. In den bundesweit vernetzen Lernorten können Kinder und Jugendliche programmieren lernen – in schulischen Arbeitsgemeinschaften oder außerschulischen Projekten.

Der Weg für den Digitalpakt Schule ist frei. Mit ihm erhalten die Schulen bundesweit neuere Computer, besseres Internet und digitale Lehrmethoden. Die digitale Bildung in Deutschland benötigt jedoch insgesamt ein Update, denn auch Schüler und Lehrkräfte benötigen stärkere Informatik-Kompetenzen. Hier setzt das Ada-Lovelace-Projekt (ALP) an und hat sich gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS zum Ziel gesetzt, Programmierfähigkeiten flächendeckend in Rheinland-Pfalz auszubauen.

Bundesweit vernetzte Lernorte schaffen

Stephanie Justrie ist Projektleiterin am ALP-Standort Koblenz und hat die Kooperation mit dem Fraunhofer IAIS maßgeblich aufgebaut. Sie erklärt: „Hub bedeutet Knotenpunkt. Wir haben nun in den vier größten rheinland-pfälzischen Städten – Koblenz, Mainz, Kaiserslautern und Trier – vernetzte Lernorte geschaffen, in denen hunderte Kinder und Jugendliche landesweit in ihrer Freizeit ihre MINT-Kompetenzen ausbauen können. Außerdem sind wir bundesweit mit allen weiteren Coding Hubs vernetzt, deren gemeinsames Ziel die Förderung der digitalen Bildung in Deutschland ist.“

Inszenierte Marsreisen, digitale Klaviere oder die Errichtung einer grünen Stadt

In sogenannten RobertaLabs, schulischen Arbeitsgemeinschaften oder außerschulischen Projekten erlernen die Teilnehmerinnen die kindgerechte, grafische Programmiersprache NEPO und können mit dieser den Mikrocontroller Calliope mini oder den EV3-Roboter von Lego Mindstorms programmieren. Von inszenierten Marsreisen, digitalen Klavieren bis hin zur Errichtung einer grünen Stadt bieten die praxisorientierten Kurse viel Raum für Kreativität und Selbermachen. Doch nicht nur die Schülerinnen profitieren. Gemeinsam mit dem Pädagogischen Landesinstitut hat das Ada-Lovelace-Projekt mittlerweile 10 Fortbildungen angeboten, in denen Programmierkenntnisse an knapp 100 Lehrkräfte vermittelt wurden. An allen Coding-Hub-Standorten werden zudem kontinuierlich Studierende – vor allem ALP-Mentorinnen - weiterqualifiziert, um die Kurse in den jeweiligen Hubs anbieten zu können.

Gestaltung der digitalen Welt selbst in die Hand nehmen

„Für uns war es von Anfang an wichtig, Kontakte mit kompetenten Partnern aus unterschiedlichen Bereichen zu knüpfen, um Freude und Selbstvertrauen in der Welt der Bits und Bytes zu wecken“, betont Thorsten Leimbach, Leiter der Roberta-Initiative am Fraunhofer IAIS. „Deshalb war es naheliegend, beim Ada-Lovelace-Projekt anzuklopfen. Nun lernen Mädchen und junge Frauen in Rheinland-Pfalz mit Roberta und Calliope mini, dass sie nicht nur das Zeug für den kompetenten Umgang mit neuen Medien haben, sondern dass sie darüber hinaus die Gestaltung ihrer digitalen Welt buchstäblich selbst in die Hand nehmen können.“

Informationen zum Open Roberta Coding Hub

Der Open Roberta Coding Hub ist Teil der Fraunhofer-Initiative »Roberta – Lernen mit Robotern«, die seit 2002 digitale Bildung in Deutschland und international fördert. In gendergerechten Roboter- und Programmierkursen hat die Initiative bereits mehr als 450.000 Kinder und Jugendliche ab acht Jahren für Technik und Naturwissenschaften begeistert. Die Coding Hubs richtet das Fraunhofer IAIS mit Unterstützung der Google Zukunftswerkstatt an außerschulischen Institutionen deutschlandweit ein. Bis Ende 2020 werden rund 30 Hubs in unterschiedlichen Städten in ganz Deutschland aufgebaut.

Informationen zum Ada-Lovelace-Projekt

Das Ada-Lovelace-Projekt wurde 1997 auf Initiative des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend (MBFJ) an der Universität Koblenz ins Leben gerufen. Seitdem engagieren sich Studentinnen und seit 2000 auch weibliche Auszubildende als Mentorinnen im Ada-Lovelace-Projekt, die von Beginn an durch Trainings bei Ihrer Tätigkeit unterstützt werden. Die Mentorinnen informieren Schülerinnen über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten und erzählen von ihrem eigenen Weg. In Workshops und Arbeitsgemeinschaften arbeiten die Mentorinnen mit den Schülerinnen an konkreten technischen und naturwissenschaftlichen Aufgabenstellungen und fördern so das Selbstvertrauen der Mädchen im MINT-Bereich.

Mittlerweile verfügt das Ada-Lovelace-Projekt über zehn Hochschulstandorte in ganz Rheinland-Pfalz - davon zwei in Koblenz an Universität und Hochschule – mit etwa 150 aktiven Mentorinnen. Das Ada-Lovelace-Projekt wird gefördert durch den Europäischen Sozialfonds, das Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz sowie das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz.

Quelle: Universität Koblenz-Landau vom 07.03.2019

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