Digitalisierung und Medien / EU-Jugendstrategie

Peer-Learning-Seminar „e-participation & youth“ startet in Helsinki

Bild: Christian Gieseke   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Vom 19. bis 20. August 2013 findet in Helsinki das Peer-Learning-Seminar zur E-Partizipation Jugendlicher statt, das Youthpart mit seinen europäischen Partnern realisiert. Die IJAB-Redaktion berichtet an diesen beiden Tagen zeitnah vom Seminar und gibt einen ersten Eindruck.

Montagmittag startete das von Youthpart und Koordinaatti organisierte Peer-Learning-Seminar „e-participation & youth“ in Helsinki. 30 Teilnehmer aus Spanien, Österreich, Großbritannien, Deutschland und natürlich Finnland folgten den Begrüßungsworten von Jaana Fedotoff (Koordinaatti) und Nadine Karbach von Youthpart sowie dem Eröffnungsvortrag von Emma Kuusi aus dem finnischen Ministerium für Bildung und Kultur. In der darauffolgenden Vorstellungsrunde nannten alle Teilnehmer die für sie wichtigsten Stichwörter oder Slogans: besonders prägnant war der Slogan von Mika Pietilä (Koordinaatti): „It’s all about youth!“. Im Folgenden gaben Vertreter aus den verschiedenen Youthpart-Partnerländern einen kurzen Überblick zu e-participation und Jugendpolitik in ihrer Heimat. Bemerkenswert war dabei zum einen Rhammel Afflick (British Youth Council), der das Fehlen einer speziell auf Jugendliche ausgerichtete Strategie in Großbritannen aufzeigte, aber auf das in naher Zukunft startende Projekt YourForum hinwies. Zum anderen lockerte Graeme Robertson von der Europäischen Kommission die Stimmung weiter auf, als er freimütig bekannte, dass er vor allem teilnähme, um sich von den guten Ideen der Teilnehmenden für das runderneuter Europäische Jugendportal inspirieren zu lassen. In Deutschland wurden vor allem die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages, der Dialog Internet, die EU-Jugendstrategie und der Strukturierte Dialog präsentiert; ebenso Beiträge aus den Bundesländern Rheinland Pfalz und Nordrhein-Westfalen, und lokale Beiträge aus dem Projektbereich youthpart #lokal.

Als nächstes folgte der Vortrag von Niklas Wilhelmsson aus dem finnischen Justizministerium, der herausstellte, dass E-Partizipation nicht ohne Transparenz funktionieren kann. Zudem betonte er, dass Bürgerinnen und Bürger intelligent genug seien, Partizipationsmöglichkeiten ungenutzt zu lassen, wenn sie das Gefühl haben, diese hätten sowieso keinen Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse.

Nach einer Kaffeepause läutete Nadine Karbach mit der Vorstellung der „Guidelines“ den Kernpunkt des Seminars ein: Mit den Erkenntnissen von zahlreichen Good-Practice-Beispielen sollen diese Guidelines für erfolgreiche Online-Beteiligung Jugendlicher konkretisiert und verbessert werden. Zu diesem Zweck versammeln sich vom 19. bis 20. August Vertreter von acht Good-Practice-Beispielen sowie Experten aus verschiedenen Bereichen, um Erfahrungen auszutauschen und diese in die Guidelines zu integrieren. Den Anfang machten ein Beispiel aus Finnland, otakantaa.fi (Rauna Nerelli), und ein Beispiel aus Deutschland, ypart (Eva Panek).

Bei Otakantaa ist besonders die Initiative zur gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften bemerkenswert: So unterzeichneten schon während der ersten 24 Stunden 100.000 Bürgerinnen und Bürger die dazugehörige Petition – mithilfe eines Online-Tools. Bei ypart wurden auch die Schwierigkeiten in der finalen Umsetzung von E-Partizipationsprojekten deutlich: 28 Jugendliche von Hamburger Schulen hatten sich Gedanken zum Bauprojekt „Mitte Altona“ gemacht, die Materie von Stadtplanung erwies sich als sehr komplex für die Online-Partizipation Jugendlicher. Im Anschluss an die Vorträge wurden die Beispiele in zwei Gruppen diskutiert und Fragen gestellt.  Ebenso wurde das Feedback zu den Guidelines von den Teilnehmenden in Zweier-Gruppenarbeit vertieft.

Unter dem Hashtag #epartfin werden alle Tweets und Fotos zum Seminar gesammelt.

Quelle: Christian Gieseke, IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland

INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

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