Digitalisierung und Medien / Bildungsforschung

Neues Forschungsinstitut Bildung Digital (FoBiD) an der Universität des Saarlandes

Junger Mensch mit Köpfhörern schaut auf Laptop-Bildschirm auf dem das Wort Internet steht
Bild: rawpixel.com

Digitale Medien erfassen alle Bereiche des täglichen Lebens. Sie halten mit rasender Geschwindigkeit Einzug in Kinderzimmer, Schule und Hochschule, Arbeit und Freizeit. Sie beeinflussen unser Verhalten, unsere Wahrnehmung und unsere Erwartungen. Für die Bildung liegen hier enorme Chancen, aber auch Risiken. Lehrende und Lernende jeden Alters stehen vor neuen Herausforderungen. Technisch möglich ist vieles, aber was ist sinnvoll?

Antworten auf diese  Frage sucht das neue Forschungsinstitut Bildung Digital (FoBiD) an der Universität des Saarlandes, zudem sich Informatiker und Fachdidaktiker zusammen geschlossen haben. Erstmals schließen sich Fachdidaktiker und Informatiker zu einer interdisziplinären Einrichtung zusammen, um gemeinsam zum Thema Digitalisierung und Bildung zu forschen. „Angesichts aktueller, bundesweiter Entwicklungen ist es wichtig, dass die zahlreichen Aktivitäten an der Universität, die es im Kontext von Digitalisierung und Bildung bereits gibt, gebündelt und ausgebaut werden“, sagt Prof. Julia Knopf, die das Institut gemeinsam mit dem Informatiker Prof. Antonio Krüger leitet.

Zusammenarbeit zwischen Fachdidaktik und Informatik  

Die beiden Hochschulprofessoren kommen selbst aus zwei unterschiedlichen Disziplinen. Julia Knopf ist seit 2012 Inhaberin des Lehrstuhls Fachdidaktik Deutsch Primarstufe und widmet sich insbesondere der Erforschung digitaler Lehr- und Lernprozesse im Deutschunterricht. Antonio Krüger ist seit 2009 Professor für Informatik und Direktor des Innovative Retail Laboratory am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. „Gerade die enge Zusammenarbeit zwischen Fachdidaktik und Informatik birgt für die Erforschung des Themenfelds viel Potenzial. Das gibt es in Deutschland bislang noch viel zu selten“, ist Krüger überzeugt. Unterstützt werden die beiden Professoren von einem Team aus wissenschaftlichen Mitarbeitern und einem Beirat aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Digitalisierung in der Bildung immer präsenter

Aufgaben für das Institut gibt es viele. Seitdem das Thema durch zahlreiche politische und außerpolitische Aktivitäten immer präsenter geworden ist, häufen sich auch die Fragen: Wie können Lehrerinnen und Lehrer digitale Medien wie Smartphone, Tablet, Whiteboard und Co. mit Erfolg im Unterricht einsetzen? Wie lassen sich neue Technologien wie Virtual- und Augmented Reality in sinnvolle Lehr-Lernarrangements einbetten? Was fördert Lernprozesse in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, was stört sie eher? Wie gehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene richtig und vernünftig mit digitalen Medien um, wie nutzen sie diese bestmöglich? Wie können in Schulen Informatikinhalte besser vermittelt werden?

Vernetzung innerhalb und außerhalb der Universität 

Diese und weitere Fragen werden das Forschungsinstitut in den nächsten Jahren beschäftigen. Und jeder innerhalb und außerhalb der Universität ist eingeladen, sich zu beteiligen. „Wir sind immer auf der Suche nach Kooperationspartnern aus Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, die sich in ihrem jeweiligen Bereich für das Thema Digitalisierung und Bildung engagieren“, betont Knopf. Gerade der Austausch und die Kommunikation mit relevanten Akteuren im Saarland und darüber hinaus sind für die beiden Professoren zentral. Ob im saarländischen Digitalisierungsforum oder im bundesweiten Forum Bildung Digitalisierung – „Die Vernetzung innerhalb und außerhalb der Universität ist uns besonders wichtig. Nur so können wir einerseits auf die Aktivitäten des Forschungszentrums aufmerksam machen und andererseits aber auch neue Impulse für unsere tägliche Arbeit erhalten.“

Weitere Infos unter: www.fobid.org

Quelle: Universität des Saarlandes vom 08.02.2018

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