Digitalisierung und Medien / Flucht und Migration

Neue Arbeitshilfe für die interkulturelle Elternarbeit im Bereich Medienkompetenz

Junge Menschen sitzen in einer Reihe, arbeiten mit Laptops, unterhalten sich, hören Musik
Bild: rawpixel.com

Eltern mit Zuwanderungsgeschichte werden über medienpädagogische Elternabende in vielen Fällen nicht erreicht. Die neue Handreichung von klicksafe bietet Referent(inn)en und Pädagog(inn)en Empfehlungen, Praxistipps und Kopiervorlagen in verschiedenen Sprachen, die helfen sollen, alle Eltern mit Informationen rund um das Thema Medienerziehung zu erreichen.

Wie kann man Eltern mit Zuwanderungsgeschichte, insbesondere auch muslimische Eltern, gezielter ansprechen und für das Thema „Medienkompetenz“ sensibilisieren? Dieser Frage widmet sich die neue klicksafe-Handreichung „Elternarbeit und Medienkompetenz für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“. Vorgestellt wurde die Publikation bei einem Pressetermin in der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) mit der NRW-Staatssekretärin für Integration Serap Güler und dem LfM-Direktor Dr. Tobias Schmid. In NRW hat jeder vierte Einwohner einen Migrationshintergrund. Bei Kindern von drei bis sechs Jahren sind es sogar 40 Prozent.

Arbeitshilfe mit Empfehlungen, Praxistipps und Kopiervorlagen in verschiedenen Sprachen

Medienerziehung spielt in der Schule eine zunehmend große Rolle. Auch medienpädagogische Informationsangebote bei Elternabenden erfahren großen Zulauf – mit einer Ausnahme: Eltern mit Zuwanderungsgeschichte werden nach Erfahrung von Referenten über klassische medienpädagogische Elternabende in vielen Fällen nicht erreicht. Diesem Thema widmet sich die EU-Initiative klicksafe in einer neuen Handreichung für Referent(inn)en und Pädagog(inn)en: Die knapp 100-seitige Publikation dient als konkrete Arbeitshilfe für die medienpädagogische Elternarbeit mit Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Darin sind zahlreiche Empfehlungen, Praxistipps und Kopiervorlagen in verschiedenen Sprachen zusammengestellt, die helfen sollen, möglichst alle Eltern willkommen heißen zu können.

Herausforderungen im Umgang mit neuen Medien betreffen alle Familien gleichermaßen

4,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben in Nordrhein-Westfalen – mehr als in jedem anderen Bundesland (Quelle: Land NRW, 2016). Viele von ihnen kommen aus einem anderen Kulturkreis. Die vielfältigen Möglichkeiten und Herausforderungen im Umgang mit neuen Medien betreffen aber alle Familien gleichermaßen. Umso wichtiger ist der Austausch zwischen Eltern und Pädagogen zu diesem Thema.

Medien als Schlüsselfunktion bei der Integration

Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen: „Ich begrüße es sehr, dass Eltern mit Einwanderungsgeschichte bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder unterstützt werden. Medien können gerade bei Neuzuwanderern eine Schlüsselfunktion in dem Prozess der sozialen und kulturellen Integration spielen. Man muss sie aber 'entschlüsseln' können – also über Medienkompetenz verfügen. Gleichzeitig bilden in vielen Familien auch die Medien der Herkunftsländer eine bedeutende Rolle. Das erweitert sogar noch den Anspruch an die Medienkompetenz der Erziehungsverantwortlichen. Deshalb danke ich klicksafe und der LfM, dass sie sich für interkulturelle Elternarbeit im Bereich der Medienkompetenz stark macht.“

Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Eltern mit Migrationshintergrund

Dr. Tobias Schmid, Direkter der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM): „Uns ist es wichtig, Informationsmaterialien zu entwickeln, die zielgruppennah und praxisorientiert sind. Die neue Handreichung setzt genau da an: In der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Eltern mit Migrationshintergrund, um den kompetenten Umgang mit neuen Medien bei Kindern und Jugendlichen zu fördern.“

Fairer Umgang mit Vielfalt in der Elternschaft und der Erziehungszusammenarbeit

In der klicksafe-Handreichung „Elternarbeit und Medienkompetenz für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“ wird auch die Frage gestellt, warum Eltern mit Zuwanderungsgeschichte über „klassische“ medienpädagogische Elternabende in vielen Fällen nicht erreicht werden können. Hierauf aufbauend, werden Alternativen und Möglichkeiten beschrieben, mit denen Pädagog(inn)en und Referent(inn)en möglichst alle Eltern willkommen heißen können. So soll ein Einblick gegeben werden in den fairen Umgang mit Vielfalt in der Elternschaft und in der Erziehungszusammenarbeit. Zeitgutscheine und Informationen zur Alterskennzeichnung (siehe USK und PEGI-Kennzeichen) und den Spieleratgebern sowie zu Cyber-Mobbing in verschiedenen Sprachen, exemplarische Abläufe und weitere Vorlagen für die praktische Medienarbeit runden die Handreichung ab.

Die Publikation kann auf den Internetseiten von klicksafe und der LfM bestellt und/oder heruntergeladen werden.

Das Material ist entstanden in einer Kooperation mit der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und der Initiative Eltern+Medien.

Über klicksafe

klicksafe ist eine Initiative im CEF Telecom Programm der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. klicksafe wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (Koordination) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) umgesetzt. klicksafe ist Teil des Verbundes der deutschen Partner im CEF Telecom Programm der Europäischen Union, Safer Internet DE. Diesem gehören neben klicksafe die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie die Nummer gegen Kummer (Helpline) an.

Quelle: klicksafe vom 02.10.2017

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