Bericht der Medienanstalten

Medienvielfalt und Verantwortung im Wandel

Drei Personen auf Sofa halten Schilder mit Instagram, Youtube und Netflix Logo vor ihre Köpfe
Bild: rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Noch nie war Vielfaltssicherung so wichtig wie jetzt! Die Corona-Krise hat die Medienbranche in den letzten Monaten empfindlich getroffen und viele Anbieter vor große wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. In ihrem Vielfaltsbericht zeigen die Medienanstalten, wie der Erhalt einer vielfältigen Medienlandschaft und damit auch die Sicherung der Meinungsfreiheit gelingen kann.

Der im dritten Jahr erscheinende Bericht präsentiert die aktuellen Ergebnisse des Medienvielfaltsmonitors und der Mediengewichtungsstudie der Medienanstalten. Die Studien erfassen den Anteil der Medienunternehmen am Meinungsmarkt und analysieren so potenzielle Meinungsmacht gattungsübergreifend. Beleuchtet wird auch die zunehmende Bedeutung von Intermediären wie YouTube, Google, Facebook und Co. für die Meinungsbildung in Deutschland und die daraus erwachsende Notwendigkeit medienrechtlicher Regulierung in diesem Bereich.

„Nach Ausbruch der Corona-Krise muss noch klarer sein: Desinformation ist keine Meinung, Fake-News sind keine Nachrichten, für Hass und Rassismus kann es keine Toleranz geben. Diese Phänomene haben ein enormes gesellschaftliches Schädigungspotenzial. Es gilt deshalb, geltendes Recht konsequent durchzusetzen und wo nötig anzupassen, um damit den Prozess der freien Meinungsbildung als fundamentale Voraussetzung unseres demokratischen Gemeinwesens zu schützen. Dabei ist insbesondere auch die Frage der Verantwortung von Plattformen in den Blick zu nehmen,“ betont Dr. Wolfgang Kreißig, DLM-Vorsitzender im medienpolitischen Ausblick.

Die Ergebnisse der im Bericht veröffentlichten aktuellen Schwerpunktstudie zu Intermediären und Meinungsbildung belegen die weiterhin zunehmende Relevanz von Intermediären. Mehr als 27 Millionen Personen im Alter über 14 Jahren informieren sich an einem durchschnittlichen Tag über das Zeitgeschehen in Deutschland, indem sie Dienste von Google, Facebook oder einem anderen Intermediär benutzen. Das entspricht vier von zehn Personen in Deutschland.

Weiterführende Informationen

Der Vielfaltsbericht (PDF 1,6 MB) steht zum Download auf der Webseite der Medienanstalten zur Verfügung. Dort finden sich auch der Medienvielfaltsmonitor und ein Erklärvideo zu seinem Aufbau. Ebenso die aktuelle Ausgabe der Schwerpunktstudie zu Intermediären und Meinungsbildung ist hier zu finden.

Quelle: die medienanstalten vom 22.10.2020

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