Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendarbeit

Medienprojekt Wuppertal sucht Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der Diagnose ADHS für Filmprojekt

Filmklappe
Bild: OpenClips / pixabay.com

2014 werden zwei dokumentarische Filme zum Thema Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) entstehen. Ein Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche, ein Projekt an betroffene Erwachsene. Hierzu werden freiwillige Teilnehmer gesucht.

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurobiologische Störung. Betroffene Kinder und Jugendliche sind überaktiv, unaufmerksam, impulsiv und mitunter aggressiv. Es fällt ihnen schwer, sich zu strukturieren, weswegen sie sehr oft negative Rückmeldungen von ihrer unmittelbaren Umwelt erfahren. ADHS gilt als eine der häufigsten Verhaltensstörungen im Kinder- und Jugendalter und wird deutlich häufiger bei Jungen diagnostiziert. Die Ursachen für das Störungsbild sind komplex. Neben erblichen Faktoren sowie einer neurophysiologischen Disposition der Hirnfunktion spielen psychosoziale Faktoren eine zentrale Rolle. Die Ausprägung der Störung wird durch eine stetig wachsende Reizüberflutung, durch Informationen, Kommunikation und mediale Reize verstärkt. Auch Strukturlosigkeit im Kontext von Familie, Schule und Gesellschaft spielen eine wichtige Rolle.

Doch nicht jedes auffällige Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist Ausdruck einer Störung. Sehr oft reagieren Heranwachsende in verschiedenen Entwicklungsphasen einfach nur auf ihre Umwelt, auf fehlende oder gestörte Beziehungen und auf ein Schulsystem, in dem sie gefälligst zu funktionieren haben. Auch deswegen wird die Diagnose ADHS von vielen Menschen kritisch gesehen. Dies gilt erst recht, wenn Kinder und Jugendliche mit Medikamenten (Ritalin) behandelt werden. Auch dieses Spannungsfeld soll in den beiden Filmen thematisiert werden.

Im Erwachsenenalter verschwinden die Symptome nicht. Rund ein Drittel der im Kindesalter an ADHS leidenden Menschen zeigt als Erwachsene weiterhin klinische Symptome. Die Folgen können gravierend sein und bis zum Scheitern von Lebensentwürfen führen. Überdurchschnittlich häufig leiden erwachsene Betroffene an Suchterkrankungen, weil sie auf diese Weise ihre sehr extremen Erfahrungen und Gefühle zu regulieren versuchen. Eine umfassende und therapeutische Behandlung ist der einzige Weg, Strategien zu entwickeln, mit der Störung leben zu können.

Gesucht werden zum einen Kinder und Jugendliche, die eine gesicherte ADHS-Diagnose haben und die sich im Zusammenwirken mit dem familiären und sozialen Umfeld vorstellen können, an einem solchen Filmprojekt teilzunehmen. Zum anderen dürfen sich Erwachsene jeglichen Alters melden, die selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihre Erfahrungen thematisieren möchten. Geplant sind also zwei dokumentarische Filme, die ab Herbst 2014 als Bildungs- und Aufklärungsmittel angeboten werden. Idealerweise sollten die TeilnehmerInnen aus Nordrhein-Westfalen oder einer angrenzenden Region kommen.

Interessierte können sich direkt mit dem Projektleiter in Verbindung setzen:

Medienprojekt Wuppertal, Christoph Müller
c.mueller@DontReadMemedienprojekt-wuppertal.de
Tel.: 0172 - 2616547

Quelle: Medienprojekt Wuppertal e. V. vom 20.01.2014

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