Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

LMS BaWü: Medienkompetenz, Jugendschutz und regionale Medien im Fokus

Ein Junge sitzt vor einem Flachbildschirm
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Der Etat aus Rundfunkgebühren der baden-württembergischen Landesmedienanstalt (LMS) liegt im Jahr 2014 bei 10,163 Millionen. Knapp 60% der Mittel fließen in die Förderung der technischen Infrastruktur, in das Nichtkommerzielle Lokalradio und in die Vermittlung von Medienkompetenz für Kinder und Eltern.

Im vom Medienrat einstimmig verabschiedeten Haushalt fließen knapp 60 Prozent der Mittel in die Förderung der technischen Infrastruktur, in das Nichtkommerzielle Lokalradio (NKL) und in die Vermittlung von Medienkompetenz für Kinder und Eltern. Der zweite große Etatbereich umfasst die bundesweiten und regionalen Zulassungs- und Aufsichtsaufgaben also etwa den Jugendmedienschutz. Positiver Effekt: Durch die Zentralisierung der bundesweiten Kommissionen in die Berliner Geschäftsstelle der Medienanstalten können im Etat der LFK 90.000 Euro eingespart werden. Die Arbeit der LFK wird mit rund einem Prozent der öffentlich-rechtlichen Haushaltsabgabe für Baden-Württemberg finanziert.

Medienkompetenzförderung wichtige Aufgabe der LFK

Der Bereich Förderung weist ein Volumen von 5,84 Millionen auf. So werden die lokalen und regionalen Radio- und Fernsehsender bei der Verbreitung ihrer Angebote unter anderem im Kabel und auf Satellit anteilig unterstützt. Neben der Arbeit der nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) fördert die LFK zahlreiche Institutionen und Vereinigungen, die vor Ort in ganz Baden-Württemberg Medienkompetenzprojekte inner- und außerhalb der Schulen anbieten, um die Menschen im Umgang mit Medien, etwa der mobilen Internetnutzung, der Nutzung von Smartphones oder für Fragen des Datenschutzes in sozialen Netzwerken zu sensibilisieren. Hierzu gehört auch ein besseres Verständnis der Medien, indem selbst Beiträge produziert werden. „Auch wenn die Aufsicht über den Rundfunk und das Internet gerade auch im Bereich des Jugendmedienschutzes nach wie vor wichtig ist, nimmt die Medienkompetenz eine immer größere Rolle innerhalb der Arbeit der LFK ein. Viele erfolgreiche Projekte sind in diesem Bereich nur aufgrund der finanziellen Förderung durch die LFK möglich. Darum werden wir diesen wichtigen Auftrag auch im nächsten Jahr konsequent fortsetzen“, erläutert LFK-Präsident Thomas Langheinrich die Strategie.

Die Vorsitzende des Medienrates, Christa Gönner-Schwarz, bekräftigte die Förderstrategie: „Der vom Medienrat beschlossene Haushalt ist vom gemeinsamen Grundanliegen bestimmt, gesellschaftlich relevante Medienprojekte zu unterstützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Aufsicht in den Bereichen von Radio und Fernsehen, aber gerade auch im Internet nicht zu kurz kommt.“

Vernetzung von Projekten und Partnern vor Ort

Ziel der Arbeit ist neben der Vermittlung von Medienkompetenz, aber auch die Vernetzung von Partnern und Projekten miteinander. So ist die LFK Gründungsmitglied der Initiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“ und bringt hier ihre Kompetenz und Projekte ein. Dazu führt die Landesanstalt die Geschäftsstelle des Medienpädagogischen Forschungsverbundes
Südwest (mpfs), der die renommierten Studienreihen JIM und KIM zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen herausgibt. Seit Jahren unterstützt die LFK bundesweit das vielfach ausgezeichnete Internetangebot www.internet.abc.de, den Kinderfernsehratgeber „FLIMMO“ und das Smartphone-Infoportal „Handysektor“. Die LFK ist gemeinsam der Schwesteranstalt LMK in Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk Träger der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest, die beispielsweise die Schulkinowochen, den Drehbuchwettbewerb Tatort Bodensee, das landesweite Mädchenfilmfestival „girls go movie“ oder die Empfehlung für kinderaffine Internetseiten durch das Angebot www.klick-tipps.net unterstützt. Im Jugendmedienschutz-Bereich fördert die LFK Recherche und Präventionsarbeit von „Jugendschutz.net“. Aber auch eigene landesweit Initiativen wie der Trickfilmwettbewerb „Koffer-Trick“ oder das Zuhörprojekt für Grundschulen „Ohrenspitzer“ sowie das Angebot für Kindergärten „Ohrenspitzer-mini“ werden stetig ausgebaut. Als verlässlichen Partner versteht sich die LFK auch seit Jahren, wenn es darum geht, die Arbeit vieler Medienzentren, von Bibliotheken oder Jugenbildungseinrichtungen begleiten und zu unterstützen.

Über den Medienrat

Der Medienrat setzt sich zusammen aus Vertretern der gesellschaftlich relevanten Gruppen. § 41 Abs. 1 LMedienG bestimmt jene 28 Organisationen, die in den Medienrat einen Vertreter entsenden. Zusätzlich entsendet jede Fraktion im Landtag einen Vertreter. Vier weitere Vertreter werden auf Grund von Vorschlägen der Fraktionen vom Landtag gewählt (§ 41 Abs. 2 LMedienG). Der Medienrat besteht aus 36 Mitgliedern. In seiner ersten konstituierenden Sitzung am 14 .Februar 2012 wählte der Medienrat (6. Amtsperiode) die Vorsitzende Christa Gönner-Schwarz sowie ihre Stellvertreter Thomas Münch und Stephan Bourauel. Der Medienrat nimmt nach § 42 Abs. 1 LMedienG insbesondere die Aufgaben zur Gewährleistung der Meinungsvielfalt und des Schutzes von Kindern und Jugendlichen im Bereich des Rundfunks und der rundfunkähnlichen Kommunikation wahr.

Quelle: Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg vom 06.01.2014

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