Digitalisierung und Medien / Qualifizierung

Lernen 4.0: Kostenloser Online-Kurs über Chancen und Grenzen digitaler Bildung

Das Display eines Laptops, der auf einem Schreibtisch steht, zeigt ein Play-Zeichen
Bild: rawpixel.com

Über den optimalen Einsatz digitaler Medien im Unterricht wird viel diskutiert, denn die Digitalisierung schreitet auch im Bildungsbereich voran und viele Schulen sind auf die Veränderungen nicht ausreichend vorbereitet. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) bietet nun einen neuen kostenlosen Online-Kurs zum Thema „Lernen 4.0“ an, der die Chancen der Digitalisierung im Bildungsbereich aufzeigt, aber auch die Frage nach dem Mehrwert dieser neuen Lernmethoden stellt.

Der dreimonatige Kurs startet am 15. Januar und richtet sich vor allem an Pädagogen, die auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse digitale Inhalte und Tools in den eigenen Unterricht integrieren möchten. Für den Kurs werden keine Vorkenntnisse benötigt, er steht allen Interessierten offen.

Nutzung digitaler Lehr- und Lerninhalte

„Die Digitalisierung in den Schulen voranzutreiben ist kein Selbstzweck, sondern soll künftige Generationen besser auf die Anforderungen einer digitalisierten Welt vorbereiten“, so HPI-Direktor Professor Christoph Meinel, der gemeinsam mit Professor Klaus Zierer, Erziehungswissenschaftler und Ordinarius für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, den Kurs leitet. Zur einfachen Nutzung digitaler Lehr- und Lerninhalte benötigten Schulen auch eine zukunftssichere IT-Infrastruktur. „Am Hasso-Plattner-Institut entwickeln Wissenschaftler daher eine Schul-Cloud, mit der digitale Inhalte verschiedener Anbieter datenschutzkonform in der Schule genutzt werden können und die so den Weg zum Lernen 4.0 ebnet“ sagt Meinel.  

Lernen 4.0 – Möglichkeiten und Grenzen einer Digitalisierung

Der Online-Kurs „Lernen 4.0 – Möglichkeiten und Grenzen einer Digitalisierung“ läuft vom 15. Januar – 16. April 2018. Er wird vom HPI und dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC in Kooperation mit der Universität Augsburg durchgeführt und besteht aus insgesamt vier Modulen: Der erste Teil beschäftigt sich mit den Grundlagen der Digitalisierung im Bildungssektor. Er zeigt die Auswirkungen der Digitalisierung auf die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure und erklärt den Begriff Lernen 4.0. Im zweiten Modul werden Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung zum Einsatz digitaler Medien vorgestellt – dabei steht das Werk „Visible Learning“ des neuseeländischen Bildungsforschers Professor John Hattie im Vordergrund. Der dritte Teil des Kurses hinterfragt kritisch den Mehrwert von digitalen Medien im Unterricht und macht mithilfe verschiedener Modelle deren Erfolge sichtbar. Der letzte Teil beschäftigt sich ausführlich mit der zentralen Rolle der Pädagogen für eine erfolgreiche Digitalisierung im Bildungsbereich.

In allen vier Modulen werden praktische Bezüge zur Schul-Cloud hergestellt, die derzeit am Hasso-Plattner-Institut entwickelt und an 27 Schulen des MINT-EC bundesweit getestet wird.

Anmeldung und Informationen

Der Arbeitsaufwand für den dreimonatigen Kurs beträgt pro Modul ca. 3 Stunden. Dies beinhaltet die Beschäftigung mit den Videos - die jeweils 10 – 15 Minuten dauern -, die Überprüfung des Lehrstoffs mithilfe eines Rätsels und die Beteiligung in den Diskussionsforen. Außerdem geben weiterführende Fragen und Aufgaben eine Hilfestellung bei der Einbindung von digitalen Inhalten im Unterricht.

Weitere Informationen zur Anmeldung

Auf den Seiten des Hasso-Plattner-Instituts sind außerdem Informationen zum Konzept der Schul-Cloud zu finden. Einen Einblick in die vielfältigen Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten der Schul-Cloud vermittelt ein Testzugang, dort können sich alle Interessierten als Schüler oder Lehrer einloggen.

Über mooc.house

mooc.house ist eine innovative Online-Lernplattform, die vom Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam entwickelt und betrieben wird. Sie ermöglicht es Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ihre Mitarbeiter, Studierenden oder die Öffentlichkeit weiterzubilden und aufzuklären. So nutzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beispielsweise die Technik des HPI zur Aufklärung und Schulung ihrer Mitarbeiter beim Ausbruch von Epidemien weltweit. mooc.house basiert auf der Online-Lernplattform openHPI.de, auf der das HPI selbst seit 2012 frei zugängliche Online-Kurse für Einsteiger und Experten zu ausgewählten IT-Themen anbietet. Im Unterschied zu „traditionellen“ Vorlesungsportalen folgen die Kurse bei openHPI einem festen Zeitplan – mit definierten Angebotsimpulsen wie Lehr-Videos, Texten, Selbsttests, regelmäßigen Haus- und Prüfungsaufgaben. Kombiniert sind die Angebote mit einem Forum, in dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Teaching Team und anderen Lernenden austauschen, Fragen klären und weiterführende Themen diskutieren können.

Quelle: Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH vom 08.01.2017