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Digital Soundscapes

Kreative Medienarbeit im Musikunterricht

Mehrere junge Menschen sitzen mit großen Kopfhörern vor Computern

Das Musikunterricht auch kreativ und innovativ gestaltet werden kann, zeigt das Projekt „Digital Soundscapes", welches auch ein Lokales Netzwerk in der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien" ist.

Wie Musikunterricht mal ganz anders gestaltet werden kann, zeigt das Projekt „Digital Soundscapes“, welches hauptsächlich von der Stiftung Neue Musik-Impulse ausgerichtet wird und welches ein Lokales Netzwerk in der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“ ist. Ziel des Projektes ist es, sich dem Medium Musik kreativ anzunähern und junge Menschen für die Verbindung von klassischer und elektronischer Musik zu begeistern. Über das Projekt sprach das Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien" mit dem Projektleiter, Marc Tietz.

Rhythmus, Melodie und Harmonie

Wie ist die Idee zum Projekt entstanden?

Die Idee zum Projekt entstand 2017 in engem Austausch mit Prof. Bernd Ruf von der Musikhochschule Lübeck. Uns beschäftigte die Frage, wie vor allem jüngere Menschen für Musik im Allgemeinen und klassische Musik im Besonderen begeistert werden können. So entstand die Idee, Workshops in Schulen durchzuführen, in denen sich Jugendliche mal ganz anders mit Musik auseinandersetzen können. Durch eine kreative Annäherung, wie Musikstücke arrangiert werden können, lernen sie, was ein Rhythmus, eine Melodie und eine Harmonie ist.

Wie ist das Projekt aufgebaut?

Das Experimentieren und die kreative Auseinandersetzung mit Musik findet im Projekt in Workshops statt, die an Schulen im Kreis Lübeck und Ostholstein durchgeführt werden. Ein Workshop dauert in der Regel 90 Minuten, insgesamt erstreckt sich die Projektphase über zehn Wochen.

Musik mithilfe von Software neu interpretieren

Ausgestattet mit einem Laptop und der speziellen Software, „Ableton Live“ sowie einem Controller, können Schüler/-innen selbst Musik machen und eigene Stücke kreieren. „Als Vorlage bzw. Orientierung dient immer eine bestimmte Komposition bekannter Interpret/-innen; dieses Projektjahr ist es eine Komposition des dänischen Komponisten Carl Nielsen. Letztes Jahr war es anlässlich des Beethoven-Jahres Beethoven. Es geht darum, sich spielerisch mit Stücken von früher auseinanderzusetzen und diese mithilfe der Software neu zu interpretieren. Wie nach dem Baukastenprinzip entwickeln die Teilnehmenden Melodien, die dann am Ende ein Stück ergeben“, sagt Marc Tietz. So wird ein Crossover von klassischer und elektronischer Musik erreicht. Zusätzlich gibt es ein bestimmtes Thema, welches in die Musikkompositionen der Schüler/-innen einfließt. „Momentan haben wir das Thema „Klima“ gesetzt – so werden Slogans zum Thema Klimaschutz, zum Beispiel aus Reden von Umweltaktivist:innen oder Geräusche aus der Natur in die Musikstücke integriert.“

Musikstücke werden in einem Abschlusskonzert von Profimusiker/-innen gespielt

Begleitet werden die Schüler/-innen von Musikpädagog/-innen und Musiker/-innen, die als Tutor/-innen die Workshops anleiten. Je nach Hintergrund der Tutor/-innen, stehen in den Workshops unterschiedlich musikalische Ansätze im Fokus. Die entstandenen Musikstücke aus den Workshops werden abschließend in einem Abschlusskonzert, das einmal im Jahr im Rahmen des Classical Beat Festivals stattfindet, präsentiert. „Gerade die Abschlusskonzerte sind ein besonderes Erlebnis für junge Menschen, weil sie dann gemeinsam mit Profimusiker/-innen ihre selbst kreierten Musikstücke vor Publikum präsentieren können“, erläutert Marc Tietz.

Zudem gibt es im Projekt auch einen länderübergreifenden Austausch mit Schulen aus Dänemark. So gibt es beispielsweise Musikcamps mit Teilnehmenden aus Deutschland und Dänemark, bei denen zusammen Musik gemacht wird und Stücke geprobt werden, die dann ebenfalls im Rahmen des Classical Beat Festivals aufgeführt werden.

An wen richtet sich das Projekt?

Die Workshops richten sich an Schüler/-innen ab der siebten Klasse. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass je jünger die Teilnehmenden sind, desto mehr experimentiert und mit Klängen und Rhythmen ausprobiert wird. Ältere gehen in der Regel eher strukturell vor und richten sich mehr danach, was sie selbst für Musik hören und kennen“, schildert Marc Tietz.  

Wie können Jugendliche sich kreativ mit Medien auseinandersetzen?

Mit dem Projekt sollen junge Menschen ermutigt werden, kreativ zu sein und zu experimentieren. Mit der in den Workshops verwendeten Software können sie verschiedene Instrumente auswählen und so unterschiedliche Musikrichtungen ausprobieren. Der Prozess selbst ist ergebnisoffen und prozessorientiert, es entstehen also jedes Mal neue und völlig unterschiedliche Stücke.

Welche Einrichtungen sind am Projekt beteiligt?

Die Stiftung Neue Musik-Impulse ist Hauptorganisatorin und Koordinatorin des Projektes. Weitere Partnerorganisationen die das Projekt hauptsächlich unterstützen, sind die Eutin GmbH (Tourismusgesellschaft Eutin), die technische Hochschule Lübeck, die Kommune Guldbock-Sund (Dänemark), Bildungseinrichtungen in der Region Lübeck, insbesondere der Kirchenkreis Ostholstein und die Musikhochschule Lübeck.

 Mehr Informationen:

  • Ein kurzes Video gibt einen Einblick in das Projekt „Digital Soundscapes“.
  • Kreative Projekte entstehen auch im Rahmen des Deutschen Multimediapreises mb21, der digitale, netzbasierte und interaktive Arbeiten junger Menschen auszeichnet.
  • Innovativ und kreativ geht es zudem beim Dieter Baacke Preis der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) zu, der Projekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit auszeichnet.

Quelle: Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien" vom 02.12.2021

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