Düsseldorf

Kommunaler Digitalpakt für die Kinder- und Jugendarbeit gefordert

Zwei Kinder vor einem Laptop reißen begeistert Mund und und Augen auf.
Bild: StartupStockPhotos – pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die Delegierten der Vollversammlung des Jugendringes Düsseldorf fordern mit breiter Mehrheit der Mitgliedsverbände einen kommunalen Digitalpakt für die Kinder- und Jugendarbeit. Hintergrund ist, dass virtuelle und reale Lebensräume der Kinder- und Jugendlichen nicht zu trennen sind.

Kinder- und Jugendarbeit ist noch nicht adäquat auf die Herausforderungen, die mit der Digitalität im Alltag von jungen Menschen einhergehen, vorbereitet. Es fehlt weiterhin sowohl an der notwendigen digitalen Ausstattung als auch in Teilen an der fachlichen Qualität in den Institutionen sowie der Ausgestaltung der Angebote.

Im 15. Kinder- und Jugendbericht wird aufgezeigt, dass Jugendliche ihr Off- und Online-Leben nicht mehr trennen. Virtuelle und reale Lebensräume vermischen sich. Jugendliche vernetzen sich über soziale Netzwerke, pflegen Beziehungen, vergemeinschaften sich und arbeiten an ihrer Identität. Sie suchen nach Unterhaltung, messen sich spielerisch, rezipieren humorvolle Inhalte und treffen auf die Normen, Vorstellungen und Werte anderer Menschen. Sie zeigen die Zugehörigkeit zu Szenen und nutzen die Formate zur Selbstdarstellung.

Als in Düsseldorf die „analoge“ Jugendarbeit Mitte März 2020 zum Erliegen kam, zeigten viele Einrichtungen und Jugendverbände schnell kreative Ideen für mögliche Online-Angebote auf. Es zeigten sich aber auch viele Schwächen im Bereich der digitalen Jugendarbeit. Viele Schwächen sind bekannt, vieles lief gut und an manchen Stellen war Düsseldorf bundesweit in einer Vorreiterfunktion. Der Fachdialog im Oktober machte aber nochmal deutlich, dass man sich im Umgang mit vielen digitalen Themen in einem Graubereich der Datenschutzgrundverordnung bewegte.

Angebote im Bereich der digitalen Jugendarbeit

Es zeigt sich aber auch, dass digitale Jugendarbeit nicht nur eine Frage der Haltung der Mitarbeitenden ist. Wenn man davon ausgeht, dass sich bei Jugendlichen die virtuellen und realen Lebensräume nicht mehr trennen lassen und Jugendarbeit sich an den Lebenswelten der Jugendlichen orientieren soll, ist es unabdingbar, auch Angebote im Bereich der digitalen Jugendarbeit zu entwickeln.

Weiterhin geht der Jugendring Düsseldorf davon aus, dass Angebote der digitalen Jugendarbeit zu den Kernaufgaben der Jugendarbeit in Düsseldorf gehören werden (siehe Kinder- und Jugendförderplan 2021–2025). An dieser Stelle sollte in der Jugendarbeit schneller reagiert werden, als es ein fünfjähriger Förderplan suggeriert. Die Auswirkungen der Pandemie haben dies in den letzten Wochen und Monaten gezeigt.

6 Punkte für einen Digitalpakt

Von daher fordert der Jugendring Düsseldorf einen Digitalpakt Kinder- und Jugendarbeit für Düsseldorf. Der Digitalpakt sollte mindestens folgende Punkte enthalten:

  • Entwicklung von Standards zur digitalen Ausstattung der Jugendeinrichtungen und der Jugendverbände (ehrenamtliche Jugendarbeit) mit Hardware (pädagogische Tablets, Handys, Rechner usw., Wlan-/Lan-Ausstattung in der Jugendarbeit),
  • Entwicklung von Standards / Vorgaben zur digitalen Ausstattung mit Software bzw. Apps,
  • Fragen der Datenschutzgrundverordnung miteinbeziehen,
  • Fragen der Medienkompetenz,
  • Fortbildung der Mitarbeiter/-innen,
  • Medienschutz.

Quelle: Jugendring Düsseldorf vom 08.04.2021

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