Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendpolitik

Kinder- und Jugendhilfe goes digital?! Ambivalente Entwicklungen und neue Herausforderungen

Symbolhafte Grafik einer digitalen Vernetzung
Bild: Geralt - pixabay.com

Die aktuelle Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums (BJK) befasst sich mit der Digitalisierung des Alltags. Digitale Medien betreffen als fester Bestandteil der Gesellschaft auch die Kinder- und Jugendhilfe. Fachkräfte, Träger und Politik müssen sich mit den Potenzialen aber auch den Herausforderungen dieser Entwicklung auseinandersetzen. Mit seiner Stellungnahme möchte das BJK einen Dialog anstoßen, der das Bewusstsein für die Digitalisierung und die damit einhergehenden Ambivalenzen schärft.

Always On – das gilt heute für Kinder, Jugendliche und Erwachsene: 9 von 10 Jugendlichen besitzen ein Smartphone und immerhin 47 % der Kinder im Schulalter haben ein Handy. Informationen sind inzwischen überall zugänglich und Kommunikationswege verändern sich durch mobile Endgeräte. "Im Zusammenhang mit der medialen Durchdringung des Alltags entstehen dringende Handlungsbedarfe. Es ist Teil der Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, sich frühzeitig und offensiv mit der Digitalisierung auseinan-derzusetzen“ so Mike Corsa, Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums.

Digitale Medien sind ein Teil der Kinder- und Jugendhilfe

Digitale Medien sind Teil der Kinder- und Jugendhilfe geworden. Dabei entstehen durch digitale Kommunikation Möglichkeiten, Zielgruppen zu erreichen, die bisher nicht erreicht werden. Fachsoftware vereinfacht Dokumentation und Fallbearbeitung. Onlineberatung eröffnet für viele einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratungsmöglichkeiten, insbesondere auch bei schambesetzten Themen. Allerdings bergen beispielsweise die gleichzeitig private und dienstliche Nutzung von sozialen Medien wie Apps und Communities, mangelnde Aufklärung über Datenschutz oder technische Standardisierung von fachlichem Handeln Herausforderungen, denen durch professionelle Reflexion und verbindliche Regelungen begegnet werden muss.

Ambivalente Entwicklungen und neue Herausforderungen 

Die Stellungnahme "Digitale Medien – Ambivalente Entwicklungen und neue Herausforde-rungen in der Kinder- und Jugendhilfe" wendet sich diesen Fragen zu. Das BJK möchte Fachpraxis und Politik gleichermaßen informieren, aufmerksam machen und einen Dialog anstoßen, um mit Digitalisierung angemessen umzugehen. Auf der Homepage www.bundesjugendkuratorium.de steht die Stellungnahme zum Download bereit. Sie kann dort auch bestellt werden.

Hintergrund

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissen-schaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frau-en und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.

Quelle: Bundesjugendkuratorium vom 16.06.2016

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