Digitalisierung und Medien / Förderung der Erziehung in der Familie

Kinder-Perspektiven: Erziehungsberater tagen in Marburg

Zur Jahrestagung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) werden vom 24.bis zum 26. September in Marburg 400 Fachkräfte erwartet.

Zur Jahrestagung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) werden vom 24.bis zum 26. September in Marburg 400 Fachkräfte erwartet. Im Mittelpunkt des Programms des Kongresses der Erziehungsberaterinnen und -berater unter dem Titel „Kinder-Perspektiven“ steht die neuere Kindheitsforschung, in der Kinder als Experten ihrer Lebenswelt befragt werden. Die von der bke eingeladenen Expertinnen und Experten werden die Veränderungen im Erleben von Kindheit und die Konflikte vor dem Hintergrund gesellschaftlichen Wandels und weitgehender Umstrukturierung traditioneller Erziehungsprinzipien beleuchten. 

Das Grundgefühl vieler Erwachsener, mit der rasanten technischen Entwicklung des Informationszeitalters im Gegensatz zu ihren Kindern überfordert zu sein, sowie mit der enormen Bedeutung von Medien für Kinder nicht zurecht zu kommen, hat erhebliche Auswirkungen auf die Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Deshalb habe man auch die Thematik „Virtuelle Welten - Medienkids und Familienalltag“ mit ins Programm genommen, erläutert Christoph Schmidt von der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung in Hessen, die das Programm maßgeblich zusammengestellt hat: „Virtuelle Räume entfalten eine gewaltige Anziehungskraft für eine Welt zwischen Faszination und Illusion. Eltern brauchen Unterstützung, dieser Faszination entwicklungsförderlich zu begegnen“ betont Schmidt. Kompetenzen hierfür seien kenntnisreiches und vorurteilsfreies Verstehen der Chancen und Risiken im Netz.

Die Tagung der bke fragt auch: Welche Perspektiven sehen und haben Kinder in einer Gesellschaft, die zunehmend gekennzeichnet ist vom Auseinanderdriften ihrer sozialen Bedingungen? Die Tatsache, dass in zunehmendem Maße arme Kinder in einer reichen Gesellschaft leben, reicht weit über die alltäglich greifbaren materiellen Aspekte hinaus. Kinder können auch arm sein an wertvollen Erfahrungen - in emotionaler, sozialer und kognitiver Hinsicht.

Zur weit verbreiteten Verunsicherung von Eltern in Erziehungsfragen stellt der Vorsitzende der bke, Ulrich Gerth, im Vorfeld der Jahrestagung seines Verbandes fest: „Durch wissenschaftliche Untersuchungen ist hinreichend belegt, dass für eine gute kindliche Entwicklung Erwachsene notwendig sind, die Halt und Orientierung geben.“ Das bedeute, Kindern - unter Berücksichtigung ihrer Individualität und ihres Entwicklungsstandes - sowohl ihre Bedürfnisse nach liebevoller Beziehung und akzeptierender Unterstützung zu erfüllen als auch Forderungen zu stellen, die ihre Entwicklung voranbringen und klare Grenzen für unerwünschtes Verhalten setzen.

Das Tagungsprogramm findet sich unter diesem Hyperlink: http://www.bke.de/103-40E-121-836/

Herausgeber: Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V.

 

Info-Pool