Arbeitsmaterial für Fachkräfte

Junge Menschen mit geistigen Behinderungen in der digitalen Welt

Ein Mädchen liest auf einem Tablet
Bild: Patricia Prudente - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Das Erasmus+ Projekt AMEDY (Active Media Education for Disabled Youth), das von Februar 2019 bis März 2021 lief, ist nun offiziell abgeschlossen. Das Projekt befasste sich mit den Herausforderungen der digitalen Welt für junge Menschen mit geistigen Behinderungen und mit dem daraus resultierenden Bedarf an Know-How und Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte, die mit dieser Zielgruppe arbeiten. Im Rahmen des Projekts wurde ein kostenloses Onlinetraining für pädagogische Fachkräfte, eine Handreichung mit Unterstützungsstrategien sowie eine Toolbox mit Good Practices und einem Leitfaden für Sensibilisierungsmaßnahmen entwickelt. Alle Ergebnisse sind ab sofort als OER Materialien auf der Projektwebsite abrufbar.

Projektabschluss AMEDY: Veröffentlichung der Ergebnisse

Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen nutzen digitale Medien im Sozialisationsprozess intensiv. Gleichwohl sind sie in besonders hohem Maß von Cybermobbing und struktureller Benachteiligung in der digitalen Welt betroffen. Für junge Menschen mit geistiger Behinderung ist es oftmals schwieriger, die Vorteile und Chancen digitaler Technologien zu nutzen - und sie benötigen besondere Unterstützung beim Umgang mit Risiken, die ihnen dabei begegnen können.

Ziel des Projekts war es, die aktive Teilhabe junger Menschen mit geistigen Behinderungen an der (digitalen) Gesellschaft zu fördern. Dabei verfolgte das Projekt einen stärken-orientierten Ansatz für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Die drei Projektergebnisse stehen ab sofort als Open Educational Resources (OER) allen Interessierten in den Sprachen Deutsch, Englisch, Niederländisch und Griechisch kostenfrei auf der Projektwebsite zur Verfügung.

Online Training: Aktive Medienarbeit mit geistig beeinträchtigten Jugendlichen

Das Online Training, das über die Lernplattform Moodle abrufbar ist, richtet sich an pädagogische Fachkräfte, die mit geistig beeinträchtigten Jugendlichen arbeiten. Anhand der drei Module Mediennutzung und Datenschutz, Digitale Trends und Risiken sowie Kreativität und Partizipation werden die Chancen digitaler Medien ergründet sowie für deren Risiken sensibilisiert. Das Onlinetraining vermittelt zu allen Themen grundlegendes Hintergrundwissen und gibt wertvolle Anregungen und Tipps für die Praxis.

Handreichung: Handlungs- und Unterstützungsstrategien

Ziel der Handreichung ist es, einen besseren Einblick in die Bedürfnisse von Jugendlichen mit geistigen Beeinträchtigungen und deren Mediennutzung zu geben. Was benötigen sie, um sicher durch die Online-Welt zu navigieren und welche Unterstützung können und welche müssen Betreuungspersonen leisten? Dafür wird zunächst erläutert, was genau unter Medienkompetenz zu verstehen ist und es werden verschiedene Medienkompetenzmodelle vorgestellt. Darüber hinaus wird anhand von Beispielen die Methode des Design Thinking in ihrer Anwendung illustriert und demonstriert, wie sich daraus Handlungs- und Unterstützungsstrategien für die Praxis ableiten lassen.

Toolbox: Bewusstseinsfördernde Aktivitäten

Mit der Toolbox soll das Bewusstsein für die Situation von geistig beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen sowie deren pädagogischen Begleitungen geschärft und mehr Aufmerksamkeit für das Thema generiert werden. Sie bietet eine Sammlung von europaweiten Good Practice Aktivitäten, die für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung in unserer sich digitalisierenden Gesellschaft sensibilisieren. Darüber hinaus beinhaltet die Toolbox einen Katalog mit konkreten Tipps, praktischen Anleitungen und nützlichen Ressourcen, um eigene Aktionen umzusetzen.

Das Projekt wurde von der Stiftung Digitale Chancen in Kooperation mit UC Leuven-Limburg (Belgien) und IASIS NGO (Griechenland) umgesetzt. Die Projektergebnisse wurden gemeinschaftlich entwickelt und in allen drei Partnerländern pilotiert und evaluiert.

Weitere Informationen und Zugang zu allen Projektergebnissen gibt es auf der Internetseite des Projekts.

Quelle: Stiftung Digitale Chancen vom 18.06.2021

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