Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Jugendliche sind im Netz besonders gefährdet

Hand auf Computertastatur

Jugendliche sind die gefährdetste Gruppe im Netz – dies zeigt der aktuelle DsiN-Sicherheitsindex 2015. Bei keiner anderen Altersgruppe häufen sich Sicherheitsvorfälle so wie bei den 16- bis 19-Jährigen.

Fast 83 Prozent der Jugendlichen waren in den letzten 12 Monaten von mindestens einem Sicherheitsvorfall betroffen. Besonders oft kamen sie in Kontakt mit Identitäts- und Datenklau: So wurden bereits bei jedem Fünften unerwünschte E-Mails im eigenen Namen versandt; das sind fast 10 Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Über falsche Identitäten im eigenen Namen etwa in sozialen Netzwerken berichten 17 Prozent. Dies betrifft jugendliche Onliner damit dreimal so oft wie andere Nutzer (5,1 Prozent).

"Als aktivste Gruppe im Netz sind jugendliche Nutzer besonders gefährdet", so der Geschäftsführer beim Verein Deutschland sicher im Netz, Dr. Michael Littger. "Zudem beobachten wir bei Jugendlichen eine digitale Sorglosigkeit im Umgang mit persönlichen Daten. Viele wissen, welche Schutzmaßnahmen existieren, sind aber zu nachlässig und wenden diese nicht an."

Digitale Sorglosigkeit

Der DsiN-Index zeigt, dass nachlässiges Verhalten Jugendlicher ein Grund für ihr hohes Gefährdungspotential sein kann. So verzichtet knapp die Hälfte auf einen regelmäßigen Passwort-Wechsel (47 Prozent). 40 Prozent benutzen keine Logout-Funktion und verzichten damit auf einen wirksamen Schutz gegen Angriffe.

Ein weiterer Risikofaktor sind Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor Schadbefall: 30 Prozent überprüfen weder Links noch Anhänge in E-Mails vor dem Öffnen; 28,6 Prozent surfen ohne Firewall-Schutz. "Vor allem beim Schutz der eigenen Daten wie etwa beim Fremdzugriff haben die jungen Nutzer noch Nachholbedarf. Entsprechendes Wissen sowie Hilfestellungen müssen ihnen auf Augenhöhe vermittelt werden", so Littger.

DsiN-Sicherheitsindex 2015

Der DsiN-Sicherheitsindex wurde im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 2010 Internetnutzern durch TNS Infratest im Auftrag von Deutschland sicher im Netz erstellt. Er wird jährlich erhoben, um die digitale Sicherheitslage der Verbraucher in Deutschland zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen darüber hinaus Anknüpfungspunkte für eine effektive und wirksame Aufklärungsarbeit liefern.

Die Ergebnisse: Trotz leicht verbesserter digitaler Sicherheitslage steigt die allgemeine Verunsicherung deutscher Onliner. Knapp 60 Prozent bedürfen zusätzlicher Unterstützung. Die Kenntnisse bei Schutzmaßnahmen stagnieren und auch die Bereitschaft, vorhandenes Sicherheitswissen anzuwenden.

>> Weitere Ergebnisse des DsiN-SicherheitsIndex 2015

Quelle: Deutschland-sicher-im-Netz e.V. vom 11.08.2015

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