Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Jeder sechste Schüler in Deutschland ist Opfer von Cyber-Mobbing

Kürzlich schlugen 20 Jugendliche in Berlin einen 17-Jährigen auf offener Straße brutal zusammen, weil er seine Freundin vor eben solchen Online-Attacken schützen wollte.

"Das dürfen wir als Gesellschaft nicht länger tolerieren", forderte der Vorsitzende des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Klaus Jansen, zum Hinsehen und Handeln auf.

Der BDK weist darauf hin, dass Mobbing durch das Internet eine neue Dimension erfahren habe, denn im Internet seien die Opfer den Verleumdungen und Beleidigungen weltweit und rund um die Uhr ausgesetzt. Einmal im Netz veröffentlicht, sei es nahezu unmöglich, entsprechende verleumderische oder bloßstellende Texte, Fotos und Videos der Opfer wieder zu entfernen. Der BDK stellt fest, dass das Internet ist für viele Kinder und Jugendliche zu einer respekt- und in weiten Teilen rechtsfreien Zone geworden sei.

"Kurzfristige, populistische Aktionen wie das Sperren oder Indizieren fragwürdiger Internet-Portale reichen nicht aus, dem entgegenzuwirken", ist die eindeutige Feststellung des BDK-Bundesvorsitzenden Klaus Jansen.

Unter Verweis auf die grundgesetzlich gewährte Unantastbarkeit der menschlichen Würde forderte Jansen die zum Handeln auf und erläuterte die Ziele des BDK-Projektes "STOP Cyber-Mobbing":

  • Flächendeckende Online-Gewalt-Prävention ab Grundschulalter.
  • Bundesweit einheitlicher Verhaltenscodex zum Thema Cyber-Mobbing.
  • Schaffung einer rechtlich verbindlichen Grundlage für Strafverfolgung beim Tatbestand des Cyber-Mobbings.
  • Eine verbindliche bundesweite Einführung eines Schulfaches "Medienkompetenz".

Der BDK bittet alle Bürger, über die Website des BDK www.bdk.de oder direkt über www.stopcybermobbing.de  die Petition zum Projekt STOP Cyber-Mobbing per Mausklick zu unterstützen.

Mehr Informationen: www.stopcybermobbing.de

Quelle: Bund Deutscher Kriminalbeamter

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