Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Internetnutzung von Kindern: Mehrheit der Eltern besorgt

Zwei Mädchen lachend mit Smartphone
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55 Prozent der Eltern befürchten, dass ihre Kinder online an Personen geraten, die ihnen schaden wollen, oder dass ihr Kind persönliche Inhalte ins Netz stellt. Dies hat eine forsa-Umfrage im Auftrag von klicksafe zum Safer Internet Day ergeben. Im Rahmen des Aktionstages fanden bundesweit 200 Veranstaltungen und Aktionen statt. Zudem erschienen neue Materialien und eine Online-Videoreihe.

Beim internationalen Safer Internet Day rückt die EU-Initiative klicksafe das Thema „Alles unter Kontrolle?!“ in den Fokus. Laut der am 6. Februar von der EU-Initiative veröffentlichten forsa-Umfrage fühlt sich nur jeder zweite Befragte (56%) sicher bei der privaten Nutzung des Internet, was den Schutz der eigenen Daten vor dem Zugriff Unbefugter angeht. Eine Mehrheit der Eltern macht sich zudem Sorgen bei der Internetnutzung ihrer Kinder: 55% befürchten, dass ihr Kind online an Personen gerät, die ihm schaden wollen oder dass ihr Kind zu persönliche Inhalte von sich ins Internet stellt.

Politik ist in der Pflicht

„Der Safer Internet Day zeigt eindrücklich, wie viel gute medienpädagogische Arbeit geleistet wird, die zugleich Eltern, Fachkräften sowie Kindern und Jugendlichen direkt zu Gute kommt. Sie hilft ihnen dabei, einen möglichst sicheren und eigenständigen Umgang mit Medien zu erlernen. Aber auch die Politik ist in der Pflicht: Wir müssen Kindern und Jugendlichen sichere Interaktionsräume bieten, um ihnen ein gutes und unbeschwertes Aufwachsen auch im Zeitalter der digitalen Medien zu ermöglichen. Dafür braucht es auch einen zeitgemäßen, nachvollziehbaren und effektiven gesetzlichen Kinder- und Jugendmedienschutz“, sagte Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ralf Kleindiek bei der klicksafe-Schulveranstaltung zum Safer Internet Day in der Berlin Cosmopolitan School.

200 Veranstaltungen und Aktionen bundesweit

Der Aktionstag wird in über 100 Ländern weltweit veranstaltet. In Deutschland hatte klicksafe Schulen, Initiativen, Medien und Unternehmen aufgerufen, sich mit eigenen Aktivitäten am Safer Internet Day zu beteiligen – mit großer Resonanz: Rund 200 Veranstaltungen und Aktionen hat klicksafe bundesweit registriert. „Create, connect and share respect: A better internet starts with you“, lautet das diesjährige Motto.

Materialien und Flyer zum Thema

Um vor allem Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet nahe zu bringen, stellt die Medienkompetenzinitiative klicksafe Schulen kostenlos eine Vielzahl von Informations- und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Aktuell zum Safer Internet Day erscheinen die Materialsammlung „Selfies, Sexting, Selbstdarstellung“ sowie der Infoflyer „Zu nackt fürs Internet“.

Souverän und selbstbestimmt mit dem Internet umgehen

„klicksafe macht sich stark dafür, dass insbesondere junge Menschen lernen, souverän und selbstbestimmt mit dem Internet umzugehen. Verantwortungsvollen Umgang mit dem Netz muss man auch „lernen“. Nicht nur technische Fähigkeiten sind hier gefordert. Wie man online miteinander umgeht, sehen, was ein vermeintlich lustiger Post auslösen kann, sich so geben können wir man ist, hier gibt das neue klicksafe-Unterrichtsmaterial „Selfies, Sexting, Selbstdarstellung“ wertvolle Tipps und Ratschläge,“ erklärte Renate Pepper, Direktorin der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) beim klicksafe-Termin in Berlin.

Hassbotschaften und Falschmeldungen

Die weite Verbreitung von Hassbotschaften und Falschmeldungen im Internet stellt die Nutzer vor immer neue Herausforderungen. „Um die Freiheit und den demokratischen Charakter des Netzes zu erhalten, müssen wir auch dort unseren gemeinsamen Werten Geltung verschaffen. Freiheit braucht demokratische Regeln. Denn auch im Netz dürfen Menschenwürde, der Schutz der Jugend und der Meinungsvielfalt nicht verhandelbar sein“, sagte Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM).

Neue Online-Videoreihe mit bekannten YouTubern

Das Thema „Alles unter Kontrolle?!“ greift auch die neue klicksafe-Online-Videoreihe auf. Hier berichten prominente Influencer über ihre Erfahrungen mit „Kontrollverlust im Internet“. Mit von der Partie sind die YouTuber Christina Ann Zalamea („Hello Chrissy“, „Wishlist“), Sina Bormüller („Fräulein Chaos“) und Felix Michels („tomatolix“). Unter #deineKontrolle sind alle Online-Nutzer aufgerufen, auch eigene Erfahrungen und Kommentare zum Thema zu teilen. Unterstützt wird die Aktion auch von dem Schauspieler Tom Beck. Und auch Popstar Lukas Rieger stellte sich bei der klicksafe-Schulveranstaltung in Berlin den Fragen der Jugendlichen und der Presse.

Quelle: klicksafe vom 06.02.2018

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