Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Internationale Auszeichnung für Medienkompetenzprojekt der Landesmedienanstalten NRW

Als erste deutsche Einrichtung hat das Internet-ABC in Paris den angesehenen King-Hamad-bin-Isa-Al-Khalifa-Preis der UNESCO erhalten. Mit dieser Auszeichnung würdigt die internationale Fachjury den vorbildlichen Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Bildung.

Junge Internetnutzer bei ihren ersten Schritten im Netz sicher zu begleiten: Das hat sich der Internet-ABC e.V. unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission zur Aufgabe gemacht. Seit 2003 informiert das Gemeinschaftsprojekt von 13 deutschen Landesmedienanstalten über die Chancen und Risiken des World Wide Web. Mit dem UNESCO-Preis wird das Projekt Internet-ABC nun mit einer der renommiertesten internationalen Auszeichnungen geehrt. Die Generaldirektorin der UNESCO Irina Bokova lobte bei der Preisübergabe die einzelnen Angebote des Internet-ABC für Kinder, Eltern und Pädagogen. Das Internet-ABC konnte damit als einziges Projekt alle gesetzten Standards der Jury erfüllen und erhielt für sein Gesamtkonzept die volle Punktzahl. Besonders hervorgehoben wurden darüber hinaus das türkischsprachige Angebot der werbe- und barrierefreien Onlineplattform sowie die umfangreichen Unterrichtsmaterialien, die der Verein allen Schulen und Bildungseinrichtungen kostenlos zur Verfügung stellt.

In jeweils eigenen Onlineportalen für Kinder von fünf bis zwölf Jahren, Eltern und Pädagogen vermittelt das Internet-ABC die Basiskompetenzen für den sicheren Umgang mit Computerspielen, Suchmaschinen, Chats und sozialen Netzwerken. Darüber hinaus bietet der gemeinnützige Verein zahlreiche kostenlose Informationsmaterialien, die insbesondere im Schulunterricht vielseitig eingesetzt werden können. Ziel ist es, das Internet-ABC langfristig im Unterricht zu verankern. Denn neben Lesen, Schreiben und Rechnen ist auch der sichere Umgang mit Medien eine Schlüsselqualifikation, die gefördert werden muss. Der Verein entwickelt hierzu Konzepte, die von den einzelnen Landesmedienanstalten zielgerichtet und bedarfsgerecht im jeweiligen Bundesland in Kooperation mit den Kultusministerien umgesetzt werden können. So wird das Internet-ABC bereits in verschiedene schulpolitische Initiativen zur Förderung von Medienkompetenz eingebunden.

"Das Lernen, der Zugang zu Information und Bildung sind in unserer Gesellschaft ohne die kompetente Nutzung aller Medien, insbesondere von Online-Medien, kaum mehr vorstellbar. In der Gesellschaft entscheidet somit die Frage, ob Kinder mit Medien kompetent umgehen können, in hohem Maße darüber, welche Bildungschancen sich ihnen eröffnen", sagt Mechthild Appelhoff, Vorsitzende des Vereins Internet-ABC e.V., Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. "Das Internet-ABC möchte Kindern und Erwachsenen daher neben den Risiken auch die vielseitigen Chancen aufzeigen, die das Netz ihnen bietet. Die Auszeichnung mit dem UNESCO-Preis ist eine großartige Bestätigung für das Projekt und ein Ansporn, das Internet-ABC dahingehend weiterzudenken und auszubauen."

Der internationale King-Hamad-bin-Isa-Al-Khalifa-Preis wird von der UNSECO seit 2005 jährlich vergeben. Für die diesjährige Preisverleihung wurden 51 Projekte aus 39 Ländern eingereicht. Das Preisgeld von 50.000 US-Dollar teilt sich das Internet-ABC mit dem Projekt InfollutionZERO aus der Republik Korea zur Förderung von Onlinekompetenzen. Bei der Preisverleihung am 20. November 2012 in Paris überreichte die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova die Auszeichnung an Jochen Fasco (Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt und Beauftragter für Bürgermedien und Medienkompetenz der Landesmedienanstalten), Mechthild Appelhoff (Vorsitzende des Internet-ABC e.V.) und Sandra Bischoff (stellvertretende Vorsitzende des Internet-ABC e.V.).

Weitere Informationen

Quelle: Internet-ABC e.V.

Info-Pool