Digitalisierung und Medien / Ganztagsbildung

Initiative "Spielen macht Schule": Spielzimmer für 42 Grundschulen in Baden-Württemberg

Die Initiative "Spielen macht Schule" hat in diesem Jahr 42 Grundschulen in Baden-Württemberg mit Spielzimmern ausgestattet. Insgesamt hat die Initiative Spiele im Wert von über 750 000 Euro an 200 Grundschulen in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen ausgelobt.

"Spielen fördert die kindliche Neugierde und die Fähigkeit zu staunen. Kinder, die spielen probieren aus und machen dabei neue Erfahrungen. Ein Spielzimmer in der Grundschule ist ein guter Weg, die Neugier der Schüler zu fördern", sagt Kultusminister Helmut Rau MdL.

Kinder im Grundschulalter sind dem wachsenden Einfluss von Bildschirmmedien wie Fernsehen, Computerspielen und Konsolen ausgesetzt. Bewegung und Kreativität, wichtige Faktoren für die kindliche Entwicklung, bleiben dabei auf der Strecke. Hintergrund von "Spielen macht Schule" sind die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Sie zeigen, dass aktive Erfahrungen mit haptischen und optischen Reizen, wie sie das klassische Spielzeug bietet, förderlicher sind als passive Erfahrungsvermittlung, wie beispielsweise durch das Fernsehen.

Mit der Einrichtung der Spielzimmer soll der natürliche Spieltrieb gefördert und dabei wichtige Lernprozesse angestoßen werden. Kinder erwerben beim Spielen Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder den Umgang mit Konkurrenzsituationen. "Spiele sind eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel. Im Gehirn prägt sich besonders gut ein, was über mehrere Sinne hineingelangt“, sagt Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Neurologe und Gründer des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm (ZNL). Daher fördert "Spielen macht Schule" das klassische Spielen in Grundschulen. 2007 wurde die Initiative vom Verein "Mehr Zeit für Kinder e.V." und dem ZNL gestartet. In den letzten zwei Jahren haben bereits über 360 Schulen ein Spielzimmer gewonnen. Dabei fiel auf, dass viele Kinder in der Schule zum ersten Mal mit Gesellschaftsspielen Erfahrungen sammeln und vor allem Kinder mit Migrationshintergrund über das Spielen einen neuen Zugang zur deutschen Sprache finden.

"Die Konzepte zeigen uns, wie engagiert und intensiv sich die Lehrer mit dem klassischen Spielen an der Schule und im Unterricht auseinandersetzen. Es ist uns wichtig, dass Kinder mit mehreren Sinnen lernen und erfahren", sagt Simone Linden, Geschäftsführerin des Vereins "Mehr Zeit für Kinder e.V."

Um ein Spielzimmer zu gewinnen, waren Lehrer, Sozialarbeiter und engagierte Eltern aufgefordert, bis Ende Juni 2009 ein Konzept für ihre Grundschule beim Verein "Mehr Zeit für Kinder e.V." einzureichen. "Spielen macht Schule" ist langfristig angelegt, um das Spielen besser in den Schulalltag der Kinder zu integrieren. Die eingesetzten Spiele werden vorab vom ZNL auf ihren pädagogischen Wert geprüft.

Auch im nächsten Frühjahr wird der Wettbewerb für alle Grundschulen ausgeschrieben. Weitere Informationen zum Projekt und dem Wettbewerb unter www.spielen-macht-schule.de

Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg