Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendpolitik

Im Medienland zu Hause? Neue Ausgabe des jugendpolitischen Magazins „kontur“ erschienen

Die heute erschienene siebte Ausgabe des jugendpolitischen Magazins für Baden-Württemberg „kontur“ trägt den Titel „Im Medienland zu Hause?“. Das „Kindermedienland Baden-Württemberg“ ist derzeit auf Plakatwänden und Radiowerbespots präsent, doch ist „Medienpädagogik in Baden-Württemberg noch weit davon entfernt alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen“, findet Horst Niesyto, Leiter der Abteilung Medienpädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg.

„Ein Leben ohne Internet ist nicht mehr vorstellbar“, so schildern es zumindest drei Engagierte aus Jugendverbänden, die der Landesjugendring Baden-Württemberg für sein jugendpolitisches Magazin „kontur“ befragt hat. Doch sind sie dabei keineswegs arglos, wie die Interviews zeigen: Die drei jungen Menschen zwischen 17 und 23 Jahren sind sich einig, dass das Internet auch Gefahren birgt, vor allem was den Schutz der Privatsphäre oder das Suchtpotential angeht. Gleichzeitig wollen sie auf die Möglichkeiten des Internets nicht verzichten, es ist für sie vor allem Kommunikations- und Informationsmedium.

Weitere Leuchtturmprojekte und Internetportale reichten nicht aus, stattdessen sei eine nachhaltige Förderung nötig, wenn die Landesregierung dem Anspruch ihres „Kindermedienlandes“ gerecht werden wolle, fordert Niesyto in „kontur“.

Das Internet ist zu einer Lebenswirklichkeit Jugendlicher geworden - wer Jugendliche erreichen will, muss sich ins Web 2.0 begeben, behauptet Floh Maier, vom Evangelischen Jugendwerk (ejw) in Württemberg in „kontur“. Bereits 1000 Fans hat die Seite des ejw auf Facebook gewonnen, dem derzeit erfolgreichsten sozialen Netzwerk. Auch zahlreiche andere Jugendverbände kommunizieren inzwischen mit ihrer Zielgruppe im Netz: Geschätzt werden vor allem die Möglichkeiten der Interaktion - NutzerInnen können Mitteilungen und Fotos kommentieren, selbst verfassen oder Freunden empfehlen. Auch für die „Seelsorge“ bieten soziale Netzwerke gute Möglichkeiten, sagt Maier. „Der Begeisterung für die Chancen des Internets muss ein öffentliches Bewusstsein der Risiken folgen“, fordert der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, in seinem Standpunkt. Das Internet ist Teil unseres Alltages, doch ist eine realitätsnahe Medienausbildung notwendig, so Staeck. Dass hier in der außerschulischen Jugendarbeit bereits einiges läuft, zeigen die Beiträge zum Beispiel der Stadtjugendringe Ulm und Mannheim. Um ein medienpädagogisches Angebot zu schaffen, das alle Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg erreicht, sei die entsprechende Qualifikation aller pädagogischen Fachkräfte nötig, sagt Niesyto. Außerdem müsse man von einer Phase der Leuchtturmprojekte zu einer nachhaltigen Förderung der Medienbildung kommen, so Niesyto weiter. 

„kontur“ gibt es in gedruckter Form kostenlos beim Landesjugendring Baden-Württemberg, Siemensstr. 11, 70469 Stuttgart. Größere Mengen werden unfrei verschickt. Als pdf kann sie unter www.ljrbw.de/kontur herunter geladen werden.

Mehr Informationen unter: http://www.ljrbw.de/ljr/service/publikationen/pubilkationen_download/magazine/kontur_07_2010.pdf

Herausgeber: Landesjugendring Baden-Württemberg e.V.

ik

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