Workshop

Ideen zum Umgang mit Daten in Sozialen Netzwerken

Hände halten ein Smartphone über dem Emojis aufploppen
Bild: rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Junge Verbraucher/-innen wollen Kontrolle über ihre Daten behalten. Wie sich aus diesem Anspruch Leitlinien für jugendgerechte Soziale Netzwerke ableiten lassen, war Thema in einem Workshop des Projektes „Social Digital Responsibility“ des Deutschen Bundesjugendringes (DBJR).

Das Rasseln der Daten auf einer Diskette kennt kaum ein junger Mensch. Daten hinterlassen keine Geräusche mehr – abgesehen vom Rauschen der Lüfter in den Serverfarmen und vom Klingeln in den Kassen der Datenkonzerne. Im Jahr 2020 weisen Statistiken aus, dass in einer Internetminute Daten von etwa 19 Millionen Textnachrichten über WhatsApp oder 4,1 Millionen Google-Suchanfragen durch das Internet fließen. Darüber berichtete im Workshop Kirstin Rohrer, sie betreibt den Blog technik4women. Eine weitere Zahl: Die Daten der User/-innen sind für Plattformen hoch profitabel, etwa 2 Milliarden Dollar Gewinn machte alleine Facebook zuletzt in Europa, Tendenz steigend.

Wenn Daten bares Geld für Anbieter von Plattformen bedeuten

Was dürfen junge Verbraucher/-innen dann über den „Dienst“ hinaus als Gegenleistung erwarten? Einstellungen zum Beispiel, die erstmal die Datensouveränität garantieren und von User/-innen selbst nach Belieben zur Nutzung freigegeben werden. Ein guter und sicherer Basisdienst muss auch garantiert sein, wenn jemand seine Daten über das technisch und gesetzlich Notwendige hinaus nicht abgeben möchte.

Jugendgerechte Leitlinien

Im Workshop gab es auch noch andere Ideen für Leitlinien, die Politik oder Plattformen selbst umsetzen müssten, um jugendgerecht zu sein: Mehr Erklärungen und Unterstützung zum Aufbau digitaler Kompetenzen an Orten, an denen junge Menschen lernen und sich mit Gleichaltrigen engagieren zum Beispiel. Oder Möglichkeiten schaffen, jederzeit abfragen zu können, welche Daten ich abgegeben habe und was damit gemacht wird. Diese Funktion muss gut sichtbar, der Zeitraum zur Rückmeldepflicht kurz und klar definiert, die Antwort gut verständlich aufbereitet und nicht zu „technisch“ sein.

Umgang mit Bildern

Ein Problem sahen die Teilnehmenden im Umgang mit Bildern. Auf den meisten Plattformen werden die laut AGB zur Verfügungsmasse der Plattformbetreiber, das Recht am eigenen Bild damit ausgehöhlt und die Chance, Bilder wieder zu löschen, minimiert. Vorschlag: Eine Plattform muss explizit um Erlaubnis bitten, wenn sie ein Bild weiter nutzt und damit auch nachvollziehbar machen, welchen Weg ein Bild durch das Netz nimmt. Technisch möglich aber nicht wirklich umgesetzt. User/-innen wollen ihr Recht am Bild auch rückwirkend geltend machen.

Es ging um Cookie-Erlaubnisse, die nerven. Es ging um den Aufbau alternativer und kleinere Netzwerke – gefördert und finanziert aus öffentlichen Mitteln. Und es ging darum, den Gewinn der Konzerne durch die Datennutzung der User/-innen wenigstens zu einem Teil für die Gesellschaft nutzen zu können: für Kompetenzerwerb bei Kindern, Jugendlichen, Eltern und Jugendleiter/-innen etwa oder zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Kontrolle und zum gesellschaftlichen Nutzen der Datenströme.

Social Digital Responsibility

Im weiteren Prozess werden aus dem Austausch in den Workshops Leitlinien für jugendgerechte soziale Netzwerke. Das ist Ziel und Aufgabe des Projektes „Social Digital Responsibility: Jungen Verbraucher*innen eine Stimme für aktive Teilhabe an Netzwerken und Plattformen geben“.

Quelle: Deutscher Bundesjugendring vom 07.07.2021

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