Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Große Mehrheit der Eltern kennt das Spielverhalten ihrer Kinder

Ein Jugendlicher mit Kopfhörern spielt ein Compterspiel und schaut aus sehr kurzer Distanz auf den Bildschirm
Bild: © Belinda Pretorius - fotolia.com

Eltern in Deutschland achten bereits sehr auf das Spielverhalten ihrer Kinder. So lautet das Fazit zu einer repräsentativen Eltern-Umfrage, die im Auftrag der USK durch respondi durchgeführt wurde. Demnach wissen acht von zehn Eltern (80 Prozent), welche Spiele oder Spiele-Apps ihre Kinder spielen. Außerdem achtet die Mehrheit der Eltern zur Orientierung auf Alterskennzeichnungen.

Eltern achten auf das digitale Spielverhalten

80 Prozent der Eltern wissen, welche Spiele ihre Kinder spielen. Dabei gilt: Je jünger die Kinder sind, desto besser wissen die Eltern Bescheid, welche digitalen Spiele sie spielen. Entsprechend geben bei den 6- bis 9-Jährigen sogar 96 Prozent der Eltern an, dass sie das Spielverhalten ihrer Kinder kennen. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Alterskennzeichen der USK zu. So achtet die absolute Mehrzahl der Eltern (8 von 10) zur Orientierung beim Spielekauf auf die USK Alterskennzeichnung. Weitere 9 Prozent achten beim Kauf von Spielen im Handel oder online ebenfalls auf das empfohlene Alter, jedoch nicht bei Spiele-Apps. Wichtig für diese Orientierungsfunktion der Alterskennzeichen ist ihre hohe Bekanntheit: So gut wie alle Eltern (98 Prozent) kennen die USK.

„Das Spiele-Angebot ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, nicht zuletzt durch das Smartphone, das viele Kinder und insbesondere Jugendliche jederzeit griff- und spielbereit bei sich haben. Diese Entwicklung macht auch die Vermittlung von Medienkompetenz für Eltern herausfordernder. Unsere aktuelle Umfrage zeigt jedoch: Die weit überwiegende Mehrheit der Eltern achtet bewusst auf das Spielverhalten ihrer Kinder“, sagt Lorenzo von Petersdorff, stellvertretender Geschäftsführer der USK.

Zusatzinformationen in Download-Portalen

„Das Alterskennzeichen der USK nimmt dabei eine tragende Rolle ein: Es bietet Eltern – eben auch denen, die sich nicht selbst mit Games auskennen – einen verlässlichen Orientierungspunkt, der häufig genutzt wird, wie nicht zuletzt die große Bekanntheit der USK zeigt. Unsere Umfrage ist aber auch ein Fingerzeig: Viele Eltern sind dankbar für die ergänzenden Informationen, etwa zu In-App-Käufen. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, den vielen internationalen Beispielen zu folgen und die richtigen Anreize zu setzen, um die sogenannten Deskriptoren im Online-Bereich weiter zu fördern. Wir brauchen hierbei eine flexible Lösung, die der Dynamik und Schnelllebigkeit des Internets gerecht wird und dementsprechend anpassungsfähig ist.“ so Lorenzo von Petersdorff.

Bei vielen Download-Portalen, etwa im Google Play Store oder im eShop der Nintendo Switch, sind sie bereits zu finden: Die sogenannten Deskriptoren, die zusätzlich zum eigentlichen Alterskennzeichen, weitere Informationen zum Spiel enthalten. Hierzu gehören etwa Angaben, ob ein Spiel In-App-Käufe bietet oder Interaktionen mit anderen Spielerinnen und Spielern möglich sind. Zwei Drittel der Eltern (68 Prozent) achten bereits auf diese Zusatzinformationen, die über das IARC-System in den App-Stores zur Verfügung gestellt werden.

Informationen zur Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer repräsentativen Umfrage, die von der respondi AG im Auftrag der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) durchgeführt wurde. Zwischen dem 19. und 28. November wurden 1.800 Eltern, in deren Haushalten Kinder leben, die mehrmals in der Woche digitale Spiele auf PC, Konsole oder Smartphone nutzen, in einem Webinterview befragt. Die Fehlertoleranz der Umfrage liegt in 95% der Fälle (Vertrauensniveau) bei maximal 0,96% (bei einem Anteilwert von 5 Prozent) bzw. 2,2 Prozentpunkten (bei einem Anteilwert von 50 Prozent).

Quelle: Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle GmbH vom 10.02.2020

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