Sozialforschung / Digitalisierung und Medien

Gewalt und Sex in Filmen stumpfen Eltern stark ab

Mutter und Tochter schauen fern und essen Popcorn
Bild: © Edgar Monkey - Fotolia.com

Häufiges Schauen von Filmen, in denen Gewaltszenen oder Sexdarstellungen gezeigt werden, stumpft Erwachsene zunehmend ab. Die verursachte Desensibilisierung führt zu einer hohen Akzeptanz vom Extremen, wie eine aktuelle Untersuchung der University of Pennsylvania verdeutlicht.

Strengere Altersfreigabe nötig

Im Verlauf der Studie wurde der Filmkonsum von 1.000 Paaren mit Kindern unter die Lupe genommen. Dabei beobachteten die Forscher auch besonders die Auswirkung der Genrewahl auf den Nachwuchs in den Familien. Denn nicht nur die drastische Desensibilisierung bei Erwachsenen ist brisant. Auch die Auswirkungen dieses Prozesses auf Kinder sind ernorm, so das Ergebnis.

Die starke Gewöhnung an die oftmals gezeigten, unzensierten Gewalt- und Sexszenen haben inzwischen einen Einfluss auf die altersgemäße Einstufung von Spielfilmen. Die Desensibilisierung in diesem Bereich macht Material, das vor einigen Jahren nur für Erwachsene zugänglich war, nun auch schon für Heranwachsende verfügbar - laut den Studienautoren ein politisches und gesellschaftliches Problem.

Druck auf Industriegesellschaft

Der bereits eingeläutete Prozess ist ein kaum noch zu stoppender Teufelskreislauf. Je höher die Akzeptanz für Gewaltszenen in Filmen ist, desto stärker ist auch der Druck auf die Industriegesellschaft. Kinomaterial, das nicht durch besonders hohen Sex- oder Nötigungsgehalt auffällt oder einen brisanten Wert hat, fällt in den Statistiken nach unten und rentiert sich nicht auf dem Markt.

Den US-amerikanischen Wissenschaftlern zufolge ist die Industrie somit ständig gezwungen nachzuziehen und sich den Wünschen des Publikums anzupassen. In Auftrag gegeben wurde die Befragung im vergangenen Jahr vom Annenberg Public Policy Center, um den Wandel von Filminhalten aufzuzeigen.

Quelle: pressetext.redaktion vom 22.10.2014

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