Digitalisierung und Medien / Sozialforschung

Forschungsmonitor: Auf dem Weg zu Vielfalt und Teilhabe im Online-Diskurs?

Auf zwei geöffneten Händen sind Netzwerke und Datenwolken zu sehen.
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In ihrer fünften Ausgabe des Forschungsmonitors Intermediäre geht die Landesanstalt für Medien NRW insbesondere auf die Normen Teilhabe und Vielfalt als zentrale Bestandteile einer demokratischen Öffentlichkeit ein. Diese werden in neuen wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie Forschungsprojekten zu Medienintermediären thematisiert.

Die Wissenschaft fordert mehr Transparenz. Denn Intermediäre beeinflussen die Art und Weise, wie Nutzerinnen und Nutzer auf Informationen stoßen und wie sie kommunizieren. Das kann Auswirkungen auf demokratische Grundwerte wie die freie Meinungsbildung haben und dabei sind Intermediäre bereits ein wesentliches Merkmal des gegenwärtig stattfindenden Strukturwandels von Öffentlichkeit. Diese Annahmen behalten im Kern auch in der fünften Ausgabe des Forschungsmonitors, veröffentlicht von der Landesanstalt für Medien NRW, ihre Gültigkeit.

Dennoch hat sich seit der ersten Ausgabe vor über einem Jahr viel getan. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen sich immer differenzierteren Fragestellungen an, einzelne Forscherinnen und Forscher bekommen erste Einblicke in die Black Box „Intermediär“, vieles stellt sich komplexer dar als erwartet und eine Erkenntnis zeichnet sich ab: Wir stehen doch immer noch am Anfang.

Teilhabe und Vielfalt in der digitalen Welt

Ausgabe 5 des Forschungsmonitors widmet sich insbesondere den Normen Teilhabe und Vielfalt als zentrale Bestandteile einer demokratischen Öffentlichkeit. Teilhabe an einem öffentlichen Diskurs im technologischen Wandel setzt Wissen und die notwendigen Kompetenzen voraus, die derzeit in der Breite fehlen. Hinsichtlich der Vielfalt zeigt sich, dass Nutzerinnen und Nutzer mehr Inhalte aus unterschiedlichen Quellen rezipieren, wenn sie soziale Netzwerke oder Suchmaschinen verwenden. Ob das jedoch auch eine Vielfalt der dargestellten Perspektiven für die oder den Einzelnen bedeutet, ist zurzeit noch offen. Und auch mit Blick auf die Gefahren, die durch eine Manipulation von Intermediären ausgehen, ergeben sich dringende Handlungs- und nutzbare Gestaltungsspielräume. Auch denen wollen wir uns in der vorliegenden Ausgabe widmen. Denn es bleibt bisher großen privatwirtschaftlichen Konzernen überlassen, die Regeln für diese wichtigen öffentlichen Kommunikationsräume zu gestalten.

Inhalt des aktuellen Forschungsmonitors

Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel „Auf dem Weg zu Vielfalt und Teilhabe im Online-Diskurs?“ und beinhaltet folgende Kapitel:

I. NEUE VERÖFFENTLICHUNGEN
Insight 1: Meinungsbilder zu Intermediären
Insight 2: Erste Blicke in die Black Box
Insight 3: Vielfältigerer Nachrichtenkonsum durch Intermediäre?
Insight 4: Onlinemanipulation im globalen Bereich
Insight 5: Onlinemanipulation zu kleinen Preisen
Insight 6: Vielfalt im Diskurs durch Vielfalt bei der Entwicklung

II. AKTUELLE FORSCHUNGSPROJEKTE
Insight 7: Ein Netzwerk, das Vielfalt und den demokratischen Diskurs fördert
Insight 8: Marktmacht durch Datenreichtum
Insight 9: Wie bedeutsam ist Desinformation?

III. VERANSTALTUNGSANKÜNDIGUNGEN
Insight 10: Intermediäre im Kontext von Gesellschaft und Teilhabe

Weitere Informationen

Der vollständige Forschungsmonitor steht auf der Webseite der Landesanstalt für Medien NRW zum Download zur Verfügung.

Wer in Zukunft über das Forschungsmonitoring oder vergleichbare Projekte informiert werden möchte, kann sich für den Forschungsverteiler anmelden.

Quelle: Landesanstalt für Medien NRW vom 20.03.2020

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