Digitalisierung und Medien / Förderung der Erziehung in der Familie

Familienministerin Haderthauer: "Je kleiner die Kinder, desto weniger gehören sie vor die Flimmerkiste!"

"Je kleiner Kinder sind, desto mehr erfolgt Bildung über die Bindung - also über den Kontakt mit Bezugspersonen, die einfühlsam und individuell auf das Kind eingehen. Der Fernseher kann hierfür kein Ersatz sein. Ganz im Gegenteil: Je weniger Fernsehen, desto besser! Eltern, die darauf achten, dass ihre Kinder möglichst wenig Zeit vor dem Fernseher verbringen und die Sendungen gemeinsam mit ihnen auswählen, schützen die Phantasie und Kreativität ihrer Kinder!", so heute Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer in München anlässlich des morgigen Kinder-Fernsehtags.

Das Fernsehen spielt im Alltag vieler Kinder eine zentrale Rolle. Laut KIM-Studie 2010 sehen 75 Prozent der 6 bis 13-Jährigen jeden oder fast jeden Tag in der Woche fern, durchschnittlich 98 Minuten pro Tag. 45 Prozent haben einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer.

"Auch Kinder unter drei Jahren zählen immer mehr zur Zielgruppe der Fernsehwirtschaft, obwohl sie vor dem Fernseher nichts zu suchen haben und null davon profitieren! Ganz im Gegenteil: Wer den Fernseher als Babysitter einsetzt oder sich gar weiß machen lässt, Kleinkinder würden durch einzelne Sendungen gefördert, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kleinen sich problematisch entwickeln!", so Haderthauer. Eltern sind bei der Medienerziehung heute besonders stark gefordert. Um sie bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung zu unterstützen, gibt es in Bayern eine Fülle an Eltern- und Familienbildungsangeboten. Eines davon ist ELTERNTALK. In privater Atmosphäre treffen sich Eltern in Gesprächsrunden zum Erfahrungsaustausch in Erziehungsfragen, insbesondere zur Medien- und Konsumerziehung. Die Gesprächsrunden werden von Müttern und Vätern moderiert, die für diese Aufgabe speziell geschult wurden. ELTERNTALK ist ein Projekt der Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern und wird vom Bayerischen Familienministerium allein im Jahr 2011 mit 125.000 Euro gefördert. Aktuell gibt es ELTERNTALK an 21 Standorten in Bayern. Weitere Informationen hierzu stehen unter www.elterntalk.net bereit.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

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