Digitalisierung und Medien / Gesundheit

Fachverband Medienabhängigkeit stellt Empfehlungen für die Behandlung bei exzessivem Medienkonsum und -abhängigkeit vor

Spielen am Computer
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Anlässlich der diesjährigen Computerspielemesse „gamescom“ in Köln stellt der bundesweit arbeitende Fachverband Medienabhängigkeit e.V. seine „Empfehlungen zur Behandlung von Medienabhängigkeit im deutschen Sozial- und Gesundheitssystem“ vor.

Medienabhängigkeit ist derzeit noch keine medizinisch anerkannte Krankheit. Für die Beratung und Behandlung gilt daher bislang: ohne Diagnose keine Kostenübernahme. Betroffene und ihre Angehörigen erleben immer wieder einen Spießrutenlauf durch verschiedene Einrichtungen, bis sie endlich Hilfe erhalten. Ohne Kostenübernahme gibt es keine klare Zuständigkeit und keine Standards was die Beratung und Behandlung angeht.

Das Gremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welches maßgeblich über die diagnostische Klassifikation von psychischen Erkrankungen entscheidet, hat sich erstmalig dafür ausgesprochen, die Glücksspielabhängigkeit und im Zuge dessen auch die Internetabhängigkeit den Suchterkrankungen zuzuordnen. Damit würden sich die Türen für eine Behandlung in Suchtberatungen und Suchtkliniken öffnen, wo die Mehrheit der Betroffenen ohnehin bereits Hilfe sucht.

Der Fachverband folgt mit seinen Empfehlungen der Tendenz der WHO und plädiert für eine rasche Umsetzung, um hilfesuchende Menschen in ihrer
Not angemessen unterstützen zu können. Die Empfehlungen des Fachverbands Medienabhängigkeit beinhalten wissenschaftliche Erkenntnisse zum Krankheitsverständnis und präsentieren eine Weiterentwicklung der bestehenden Versorgungstrukturen des Suchthilfesystems zugunsten einer fundierten Beratung und Behandlung von Internet- und Computerspielabhängigen. Von der Kontaktaufnahme über die Therapie bis zur Nachsorgebehandlung wird damit an die personellen wie fachlichen Ressourcen und
Qualifikationen der Suchthilfe angeknüpft.

Der Fachverband Mediensucht e.V. wird mit den erarbeiteten Empfehlungen auf die Verbände und Kostenträger zugehen, um entsprechende Verhandlungen über die Erweiterung des Versorgungssystem im Hinblick auf das Suchthilfesystem zu führen.

>> Die Empfehlungen des Fachverbandes Mediensucht e.V. zum Download im PDF-Format

Quelle: Fachverband Mediensucht e.V.

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