Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Europäischer Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet am 8. Februar

Viele Eltern wissen nicht, was ihre Kinder im Netz tun und sind sich daher auch der möglichen Gefahren zu wenig bewusst. Eltern und Erwachsene insgesamt sollten sich für das Internet fit machen und den Medienkonsum von Kindern erzieherisch begleiten.

„Die Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg bietet zahlreiche Informationsveranstaltungen, Qualifizierungsmöglichkeiten und Arbeitsgruppen dazu an. Wir laden Eltern, Erziehungsverantwortliche und andere Multiplikatoren ein, von diesen vielfältigen Angeboten aktiv Gebrauch zu machen", sagte Baden-Württembergs Medienminister Helmut Rau am 31. Januar 2011 im Vorfeld des Europäischen Aktionstags „Safer Internet Day“ am 8. Februar 2011 in Stuttgart.

Aufmerksamkeit auf Risiken des World Wide Web lenken

Kinder und Jugendliche nutzten das Internet und die sozialen Netzwerke vorrangig, um Kontakte und Freundschaften zu pflegen. Dabei gingen sie mit den vielfältigen Angeboten des Web 2.0 manchmal zu sorglos und unbekümmert um, stellten Medienminister Rau und Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, fest. Im Netz sei es aber wie in anderen Lebensbereichen auch: wo Chancen bestünden, gebe es auch Risiken. Dazu gehörten zum Beispiel der leichtsinnige Umgang mit Informationen über sich selbst oder Beleidigungen, die im weltweiten Netz eine vollkommen neue Qualität erhielten. „Kinder und Jugendliche schlittern nicht selten beim Surfen im Netz leicht in Kostenfallen oder begehen beim Herunterladen von Musik durch Verletzungen des Urheberrechts sogar Straftaten. Hier gibt es nach wie vor einen großen Sensibilisierungs- und Informationsbedarf", betonten Minister Rau und Direktor Kraft.

Regionale Medienkompetenztage

Mit Angeboten vor Ort setze die Initiative Kindermedienland daher auf die dezentrale Vermittlung von Medienkompetenz. In Kooperation mit dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg und voraussichtlich allen 60 Stadt- und Kreismedienzentren im Land würden beispielsweise im Rahmen der regionalen Medienkompetenztage Eltern, Lehrern und pädagogischen Fachkräften Strategien zur Mediennutzung aufgezeigt. „Unser Ziel ist es, Lehrkräfte und andere Pädagoginnen und Pädagogen in ihrer Rolle als Multiplikatoren an Schulen, Bildungseinrichtungen und im außerschulischen Bereich in Sachen Medienkompetenz zu stärken", unterstrichen Rau und Kraft. Der Kompetenztag sei im Jahresverlauf ein wichtiger Baustein der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg, um aktuelle Medienthemen zu diskutieren und auf passende Weiterbildungsangebote und Anlaufstellen im Land aufmerksam zu machen.

Initiative Kindermedienland gut gestartet

„Die Initiative wird seit ihrem Start im vergangenen Jahr gut angenommen. Es konnten beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Aktion Jugendschutz der Landesarbeitsstelle Baden-Württemberg pädagogische Fachkräfte in Schulen, in der Kinder- und Jugendhilfe und in der Jugendbildungsarbeit für die medienpädagogische Elternarbeit gewonnen werden. Die Weiterbildung der Fachkräfte beginnt Anfang Februar diesen Jahres. Dabei wird unter anderem in zehn Landkreisen Baden-Württembergs die Sozialpädagogische Familienhilfe für die medienpädagogische Arbeit in den Familien qualifiziert. 22 Medientrainer wurden mit Unterstützung des Landesmedienzentrums ausgebildet, die in diesem Jahr interessierte Eltern zu so genannten Medienmentoren qualifizieren werden", betonte Medienminister Rau.

Gut angenommen worden seien zudem die Medienkompetenzprojekte, die sich an Kinder und Jugendliche direkt richteten. „In Trickfilmwerkstätten, Filmworkshops und beim Schülerwettbewerb „Zeig, was Du kannst!“ konnten Kinder Medien selbst gestalten und so aus der Rolle des passiven Konsumenten heraustreten. Vielen Kindern wurden beim Perspektivenwechsel vom Mediennutzer zum Medienmacher deren Wirkungsweisen erst richtig bewusst", sagte der Medienminister. „Mit zielgerichteten Aktionen wollen wir das Interesse von Erwachsenen, aber auch von Kindern und Jugendlichen an aktuellen Medienthemen weiter stärken und auf problematische Nutzungen aufmerksam machen“, sagte Rau.

Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg

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