Digitalisierung und Medien / Europa

EU-Digitalkommissarin diskutiert mit Berliner Jugendlichen über Sicherheit im Internet

Junger Mensch mit Köpfhörern schaut auf Laptop-Bildschirm auf dem das Wort Internet steht
Bild: rawpixel.com

Gemeinsam mit dem Regisseur Wim Wenders und Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hat EU-Digitalkommissarin Mariya Gabriel das John-Lennon-Gymnasium in Berlin besucht. In Workshops ging es um Social Media, Förderung filmischer Erzählkunst und Bildung im digitalen Zeitalter. Der Umgang mit Fake News war eines der zentralen Themen, zu denen die Jugendlichen Fragen stellten.

„Wir brauchen mehr digitale Aktivitäten in der formalen Bildung“, forderte die EU-Kommissarin. Schulen spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung der jungen Menschen auf das heutige und zukünftige digitale Zeitalter,“ sagte EU-Digitalkommissarin Mariya Gabriel im Rahmen eines Workshops mit Berliner Schülerinnen und Schüler. In ihrer Rede dankte sie allen Beteiligten für ihre Motivation und innovativen Ideen. Sie sei beeindruckt von der Schule, dem Teamwork und den digitalen Lösungen, um das Lernen effektiver, besser zugänglich und lustiger zu gestalten.

Risiken der Internetnutzung ernst nehmen

Die EU-Kommissarin mahnte die Jugendlichen, die Risiken der Internetnutzung ernst zu nehmen. 50 Prozent der jungen Menschen in Europa seien bereits mit Gefahren im Internet, wie Cybermobbing oder Bullying, konfrontiert worden. Die EU-Kommissarin erinnerte auch daran, wie wichtig es sei, unsere „Cyber-Hygiene“ zu verbessern. Die jüngste Cyberattacke in Deutschland zeige, wie groß das Problem sei. „Ändert Eure Passwörter genauso oft, wie ihr eure Zahnbürste wechselt“, so einer ihrer Ratschläge. Zudem betonte sie, dass nicht nur Eltern, sondern auch Schulen eine wichtige Rolle zukomme, was die Vorbereitung junger Menschen auf unsere heutige und zukünftige digitale Gesellschaft betrifft. So forderte die Kommissarin: „Wir brauchen mehr digitale Aktivitäten in der formalen Bildung.“ 

Fragen zum Umgang mit Fake News

Der Umgang mit Fake News war eines der zentralen Themen, zu denen die Jugendlichen Fragen stellten. 75 Prozent der jungen Menschen in der EU können Fakten von Fake News nicht unterscheiden. EU-Kommissarin Gabriel nutzte die Fragen, um die Initiativen auf EU-Ebene, wie den Verhaltenskodex gegen Hassrede und die Europäische Strategie und Allianz, um ein besseres Internet für die Kinder zu schaffen, vorzustellen und auf die Arbeit des Safer Internet Zentrums hinzuweisen.

Diskussion über die EU-Urheberrechtsrefrom

Auch an den an den Wandel in der Welt des Films im Rahmen der Digitalisierung erinnerte EU-Kommissarin Gabriel während des laufenden Berlinale-Filmfestivals. Den Jugendlichen versicherte sie im Hinblick auf die Urheberrechtsreform, dass sie auch in Zukunft ihre Videos hochladen und Blogs schreiben können. Das Ziel der EU-Kommission bei dieser Reform sei es, den Schöpfern, Künstlern, Journalisten, Presseverlegern, Forschern, Pädagogen, Kulturerbeeinrichtungen und EU-Bürgern greifbare Vorteile zu bringen und das Potenzial für mehr Kreativität und Inhalte zu erschließen, indem die Urheberrechtsbestimmungen geklärt und fit für die digitale Welt gemacht werden.

Hintergrund

Der Besuch der EU-Digitalkommissarin fand am 11. Februar 2019 im Rahmen der Aktivitäten zum internationalen Safer Internet Day am Berliner John-Lennon-Gymnasium statt. Das Gymnasium ist seit dem vergangenen Jahr eine von bundesweit insgesamt 21 „Smart Schools“. Diese Auszeichnung vergibt der Digitalverband bitkom seit 2017 für innovative Konzepte bei der Digitalisierung im Bildungsbereich. Organisiert wurde die Schulveranstaltung von der EU-Initiative klicksafe, die gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (Koordination) und der Landesanstalt für Medien NRW in Deutschland umgesetzt wird.

Quelle: Vertetung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 11.02.2019

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