Digitalisierung und Medien / EU-Jugendstrategie

ePartizipation vor Ort: Youthpart zieht erste Zwischenbilanz

Screenshot Ypart
Ypart ist das neue Beteiligungstool von youthpart, das Kommunen für Projekte vor Ort nutzen können.

Was haben Bargteheide, Andernach und Offenbach an der Queich gemeinsam? Sie wollen Jugendliche lokal stärker einbinden – und zwar mit Hilfe des Internets. Und weil es dazu kein Patenrezept, sondern viel zu erproben und auszuprobieren gibt, haben sich diese Kommunen an das IJAB-Projekt youthpart gewandt und sich als Modellprojekte für digitale Jugendbeteiligung beworben. Die Ausschreibung startete am 1. Juni 2012 – Zeit für eine Zwischenbilanz.

"Seit August letzten Jahres haben wir im Rahmen des Projekt youthpart rund zwei Dutzend Termine bei Kommunen wahrgenommen, da kommt man ganz schön rum“, berichtet youthpart-Projektkoordinator Jürgen Ertelt. „Selten bleibt es bei einem Termin vor Ort, sodass wir mitunter mehrfach zu Gesprächen anreisen.“ Dabei kommt der erste Kontakt häufig informell zustande, etwa durch einen Anruf im Projektbüro oder durch eine E-Mail mit der Bitte um weitere Informationen. So geschehen bei Jüchen, Heiligenhaus, Wolfsburg, Landshut, Gifhorn, Meppen, Heidelberg, Emsdetten und weiteren Städten.

Auf das Angebot von youthpart werden Partner vor Ort auf unterschiedlichen Wegen aufmerksam, zum Beispiel durch den Städte- und Gemeindebund, der die Ausschreibung zu kommunaler Beratung für digitale Jugendbeteiligung in Kooperation mit youthpart und dem Bundesjugendministerium im Mai 2012 verschickte. Oder aber, weil man dem youthpart-Team und dessen Angeboten auf der ein oder anderen Veranstaltung begegnet ist.

„Um in das Programm für die kommunale Beratung aufgenommen zu werden, reicht eine E-Mail oder ein Anruf natürlich nicht aus“, erläutert Jürgen Ertelt. „Wichtig ist vor allem, dass der gemeinsame Wille vor Ort zum Beispiel durch einen Ratsbeschluss dokumentiert ist.“  
Dieser läge nicht immer gleich zu Beginn vor, ergäbe sich jedoch oft, wenn der Prozess einmal angelaufen ist, führt er weiter aus. Prozess lautet das Zauberwort für diesen Teil des youthpart-Projektes. Dieser verläuft von Kommune zu Kommune unterschiedlich, sodass sich bis dato wenig Allgemeingültiges sagen lässt. Zu diesem wenigen gehört unter anderem, dass es vor Ort eine Person gibt, die sich für diesen Prozess verantwortlich fühlt. Das heißt konkret, dass diese Person sehr engagiert lokal die richtigen Kontakte sucht und pflegt, Informationsveranstaltungen initiiert, und das Thema lokal bekannt macht.
 
„Vieles zu ePartizipation Jugendlicher vor Ort ist noch unklar und muss erprobt und ausprobiert werden. Da tauchen im Prozess viele Fragen zum Umgang mit dem Internet und Social Media auf, aber auch zu unseren Tools, die wir beantworten und gemeinsam besprechen“, sagt Jürgen Ertelt und gibt damit einen praktischen Einblick in die kommunale Beratungsleistung von youthpart. Mit dabei vor Ort ist häufig auch Eva Panek vom Verein Liquid Democracy e.V. mit dem youthpart zusammen den neu entwickelten Jugendpartizipationsserver „ypart“ betreibt. Vor allem beim Präsentationstermin zum Angebot von youthpart und dem „ypart“-Tool, stehen Jürgen Ertelt und Eva Panek Rede und Antwort. Solche Präsentationstermine werde im Vorfeld kollaborativ zwischen allen Beteiligten vereinbart und sind ein kostenfreies Angebot von youthpart im Rahmen der kommunalen Beratungsleistung. Oftmals ist dieser Termin aber schon der zweite oder dritte Kontakt zwischen youthpart und dem lokalen Ansprechpartner, so dass bereits ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis besteht.
 
„Youthpart bietet vor allem eine immaterielle Beratungsleistung an, also Informationen und Unterstützung rund um das Thema ePartizipation, Vorträge und Präsentationstermine, sowie die kostenlose Nutzung des „ypart“-Servers. Was wir im Rahmen dieses Projektes nicht bieten ist eine finanzielle Unterstützung. Das stellen wir im Erstgespräch auch nochmal heraus“, berichtet Jürgen Ertelt. „Doch die steht für viele Kommunen auch gar nicht im Vordergrund.“ So hat youthpart bereits einige Veranstaltungen zum Thema digitale Jugendbeteiligung vor Ort begleitet, zum Beispiel in Heiligenhaus im Dezember 2012. Dort setzten sich Jugendliche mit Fragen rund um lokale ePartizipation auseinander.
Darüber hinaus ergeben sich auch Gespräche mit Städten, aus denen schon die ersten gemeinsamen Veranstaltungen erwuchsen oder für 2013 geplant sind, um das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. (Eine Übersicht finden Sie am Ende des Artikels.)
 
Bis zum 30. Juni diesen Jahres können sich Kommunen noch bei youthpart bewerben, kommunale Modellprojekte zu digitaler Jugendbeteiligung ins Leben zu rufen.  „Die Begleitung ist ein intensiver und qualitativ aufwendiger Prozess. Wir freuen uns über alle, die bis jetzt an Bord sind. Wie viele noch dazu kommen werden und können, ist schwer zu prognostizieren." Jürgen Ertelt plant schon den nächsten Beratungsbesuch vor Ort.

Übersicht über vergangene und zukünftige Veranstaltungen

Digital // Vernetzt // Beteiligt – Jugendarbeit und Partizipation mit dem Social Web am 3. Juni 2013 in Ludwigshafen – unter Beteiligung des Jugendministeriums Rheinland-Pfalz

Cyberwork-Fachtagung vom 17.-19. April 2013 mit der Stadt Bremen

Fachtag Soziale Netzwerke - Neue Kommunikationsformen verändern Jugendarbeit am 26. November 2012 in Köln

Laut!-BarCamp am 19./20. Oktober 2012 in Nürnberg

Quelle: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland, Nadine Karbach

INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0

Info-Pool