Digitalisierung und Medien / Sozialforschung

Empowerment in der digitalen Arbeitswelt: Chancen der Digitalisierung für die Menschen nutzen

Visualisierung von Datenströmen und Netzwerken
Bild: rawpixel.com

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend. Welche Rolle der Mensch hier künftig einnehmen wird, ist allerdings offen. Wachsen Freiheitsgrade, Autonomie, Selbstbestimmung und Entfaltungsmöglichkeiten? Oder schränken die zunehmende Transparenz durch Daten und neue Kontrollmöglichkeiten die Handlungsspielräume von Beschäftigten ein? Das BMBF-Verbundprojekt „Empowerment in der digitalen Arbeitswelt“ (EdA) geht diesen Fragen nach und entwickelt Konzepte für ein Empowerment der Menschen in der digitalen Arbeitswelt.

„Wenn wir die digitale Transformation der Arbeitswelt erfolgreich und nachhaltig gestalten wollen, müssen wir die Menschen dazu befähigen, die Chancen, welche die Digitalisierung für eine neue Humanisierung der Arbeitswelt bietet, zu nutzen“, betonen die Verbundkoordinatoren Thomas Lühr und Katrin Gül. Ein zentraler Ansatz ist hierbei das Empowerment der Menschen in der digitalen Arbeitswelt. Die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Unternehmen und Interessenvertretung begreifen es als ein gelingendes Wechselspiel: zwischen der Bereitschaft der Menschen, sich eigenverantwortlich und selbstorganisiert einzubringen, und den Rahmenbedingungen, die Unternehmen bereitstellen, um dieses Engagement zu ermöglichen und zu unterstützen.

Unter Federführung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF München) und unter Beteiligung der Universität Kassel, des Betriebsrats der AUDI AG Ingolstadt, der andrena objects ag und der IG Metall analysiert der Verbund den digitalen Umbruch der Arbeitswelt: „Wir wollen diesen Umbruch in seiner ganzen Komplexität vermessen und die Potenziale und Chancen aufzeigen, welche die Digitalisierung für eine menschengerechte Arbeitswelt bietet“, erklärt ISF-Wissenschaftlerin Katrin Gül.

Weichen für die Arbeitswelt von morgen stellen

Hierfür nehmen die Forschungs- und Praxispartner sieben zentrale Gestaltungsfelder in den Blick. In diesen Gestaltungsfeldern werden die Weichen für die Arbeitswelt von morgen gestellt und zugleich öffnen sich hier neue Möglichkeiten für das Empowerment.

Im Einzelnen beleuchtet das Projekt die Themen:

  • „Agile Organisationskonzepte“
  • „Führung in der digitalen Arbeitswelt“
  • „Gesundheit & Nachhaltigkeit“
  • „Crowd Work“
  • „Zeitsouveränität“
  • „Agile Softwareentwicklung“ sowie
  • „Partizipation & Mitbestimmung“.

Ziel ist es, hier Good Practices und Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Gestaltung zu identifizieren und auf dieser Basis praxistaugliche Empowerment-Konzepte zu entwickeln.

Zwischenergebnisse und weiterführende Perspektiven will der EdA-Verbund im Rahmen seiner ersten Transferkonferenz am 10. April 2018 in München vorstellen und diskutieren.

Über das Projekt

Das Projekt „Empowerment in einer digitalen Arbeitswelt“ (EdA) ist ein Verbundprojekt unter der Leitung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. – ISF München und in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel, dem Betriebsrat der AUDI AG Ingolstadt, der IG Metall und der andrena objects ag. Es wird durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Als Valuepartner beteiligen sich: BITKOM, Deutscher Crowdsourcing Verband e.V., Hochschule Kempten, Mylittlejob.de, Streetspotr.com, SAP SE, Siemens AG, T-Systems International GmbH, ZukunftsAllianz Arbeit & Gesellschaft.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw- vom 07.11.2017

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