Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Medienkompetenz zum Schutz der Kinder

Eine Familie mit drei Kindern sind gemeinsam vor dem Computer.
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Eltern und Pädagogen müssen ihren Kindern Medienkompetenzen und den Umgang mit den elektronischen Medien vermitteln. In dieser Einschätzung waren sich die Sachverständigen aus den Bereichen Medien und Kommunikation in einem Expertengespräch in der Kinderkommission des Deutschen Bundestages einig.

Am Mittwochabend trafen sich die Experten für ein Gespräch zum Thema "Jugendmedienschutz/Medienausstattung von Kindern und Jugendlichen" in der Kinderkommission des Deutschen Bundestages. Für Kinder und Jugendliche seien die neuen Medien in ihrem alltäglichen Leben integriert und wären nicht mehr wegzudenken, so eines der Gesprächsergebnisse.

"Man kann die Kinder und Jugendlichen nicht vom Internet abhalten, sondern es müssen ihnen zumutbare Inhalte zur Verfügung gestellt werden", sagte Günter Winands, Ministerialdirektor bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. "Es bedarf keiner Filterprogramme, sondern eines Surfraumes, wo nur zumutbare Inhalte aufrufbar sind", machte Winands deutlich. Es gebe zwar Kinder-Suchmaschinen mit geprüften Seiten, jedoch würden diese von Anbietern oft nicht publik gemacht oder in ihr Angebot integriert.

Handys sind das zentrale Kommunikationsinstrument

Thomas Rathgeb, Leiter der Geschäftsstelle des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, stellte die aktuelle Studie zum Umgang von 6- bis 19-Jährigen mit Medien und Information in der Runde vor. Demnach ist das Handy zum zentralen Kommunikationsinstrument im Leben von Jugendlichen geworden. Für Kinder von sechs bis zehn Jahren sei das Leitmedium weiterhin das Fernsehen. Erst ab zehn Jahren würde sich ein Medienwechsel zum Smartphone einstellen. 24 Prozent der 6- bis 13-Jährigen erklärten YouTube und 23 Prozent Facebook zu ihren Lieblingsseiten im Jahr 2014. Dies wäre insofern überraschend, da Facebook erst ab dem 13. Lebensjahr eine Account-Einrichtung ermöglicht. Rathgeb erklärte, dass viele Eltern ihren Kindern solch einen Facebook-Account einrichten würden.

Eltern und Pädagogen müssen sich informieren

Deshalb sei der Erziehungsauftrag der Eltern und Pädagogen so essentiell, betonte auch der Experte Martin Drechsler, stellvertretender Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter. Die Entwicklung der neuen Medien, des Films und Fernsehens sei ein dynamischer Prozess. "Die Erziehungsaufgaben der Eltern und Pädagogen wandeln sich unaufhörlich mit der rasanten technischen Entwicklung", sagte Drechsler. Die Eltern und Pädagogen seien aufgefordert, sich regelmäßig zu informieren und zu schulen. "Ohne Medienwissen können die Eltern und Pädagogen den Medienkonsum der Kinder gar nicht kontrollieren und sind damit komplett überfordert."

Quelle: Heute im Bundestag, hib Nr. 522 vom 16.10.2014

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