Digitalisierung und Medien / Kindheitsforschung

Kleinkinder können heute eher PC-spielen als Fahrrad fahren oder schwimmen

Ein Baby mit einem Laptop
Bild: © Rolf Richter - Fotolia.com

Kleinkinder können heutzutage eher eine Maus navigieren, ein Computerspiel spielen oder ein Smartphone bedienen als schwimmen, ihre Schnürsenkel binden oder das eigene Frühstück vorbereiten.

Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie der Serie „Digital Diaries“ von AVG, einem der Global Player für Internet-Sicherheit mit über 110 Millionen Kunden (www.avg-dach.de). Das Unternehmen erforscht, wie der Umgang von Kindern mit Computertechnik ihr soziales bzw. motorisches Verhalten ändert.

Für die vorliegende Studie hat AVG 2200 Mütter mit Internetzugang und Kindern im Alter von 2-5 Jahren in Deutschland, England, Frankreich, Italien, Spanien, den USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland befragt. Die Mütter erhielten jeweils eine Liste mit computertechnischen Fähigkeiten sowie eine andere mit Kompetenzen, die für das Leben wichtig sind. Anschließend sollten sie ankreuzen, welche der Aufgaben ihre Kinder gemeistert hatten. AVG stellt die wichtigsten Ergebnisse vor:

  1. Es können mehr kleine Kinder PC-spielen als Fahrrad fahren. 58 Prozent der 2-5jährigen Kinder – und sogar 44 Prozent der 2-3jährigen – wissen, wie man ein Computerspiel spielt. Im Vergleich dazu können nur 43 Prozent der Kinder im Alter von 2-3 Jahren Fahrrad fahren.

  2. Es können mehr 2-5 jährige Kinder mit Smartphone-Apps umgehen (19 Prozent) als ihre Schnürsenkel binden (9 Prozent). Dabei sind es fast ebenso viele 2-3jährige (17 Prozent), die eine Smartphone-Anwendung bedienen können, wie 4-5jährige (21 Prozent).

  3. 25 Prozent der Kleinkinder können einen Webbrowser am PC öffnen, aber nur 20 Prozent können ohne Hilfsmittel schwimmen. 63 Prozent können einen Computer selbstständig einschalten, 69 Prozent wissen, wie man mit der Maus umgeht. Doch wie man einen Notruf tätigt, wissen nur 20 Prozent.

  4. Es gibt keinen großen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen in dieser Altersgruppe. 58 Prozent der Jungen und 59 Prozent der Mädchen können PC-spielen, ähnlich dicht ist die Statistik hinsichtlich der Fähigkeit, einen mobilen Anruf zu tätigen (28 Prozent der Mädchen, 29 Prozent der Jungen).

  5. Mütter, die über 35 Jahre alt sind, achten mehr darauf, den Kindern Lebenskompetenzen zu vermitteln, wie etwa das eigene Zubereiten des Frühstücks oder das Binden von Schnürsenkeln.

„Technologie hat die Rolle, wie Erwachsene ihre Kinder erziehen, völlig verändert. Die Kinder wachsen in einer Umgebung auf, die für ihre Eltern oft kaum wiederzuerkennen ist“, so Silvia Besslich, Geschäftsführerin von AVG in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

AVG „Digital Diaries“ ist eine Forschungsreihe über das Verhalten von Kindern verschiedener Altersgruppen. Das erste Ergebnis der Studien sorgte im Oktober 2010 für großes Aufsehen: Die meisten Babys und Kleinkinder haben bereits ab dem Alter von 6 Monaten eine Online-Präsenz.

Quelle: AVG

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