Digitalisierung und Medien / Ganztagsbildung

Gymnasiastin aus Halberstadt holt Medien-Sonderpreis "Wir sind stark"

Der Jugendmedien-Sonderpreis „Wir sind stark“ von Sozialministerin Dr. Gerlinde Kuppe und damit 250 Euro Preisgeld gehen in diesem Jahr an die 17-jährige Jaqueline Sattler aus Halberstadt. Gewürdigt wird damit die journalistische Auseinandersetzung der Gymnasiastin mit der jüngeren deutschen Geschichte.

Jaqueline Sattler veröffentlichte in der Schülerzeitung „Martinshorn“ einen Beitrag mit dem Titel „Das Herz der Stasi“. Der Preis wurde in diesem Jahr das dritte Mal vergeben. Im Vorjahr war die UN-Kinderrechtskonvention das Thema.

Sozial-Staatssekretärin Beate Bröcker, die den Sonderpreis am Samstag auf dem Jugendpresseball in Magdeburg überreichte, ermutigte Schülerinnen und Schüler, sich mit der deutsch-deutschen Geschichte auseinander zu setzen. Die Jury hatte allein einen Beitrag zur Prämierung mit dem Sonderpreis vorgeschlagen. Weitere Preisträger wären möglich gewesen. Die Staatssekretärin äußerte sich gewiss, dass es eine große Bereitschaft für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema gibt: „Gerade für Schülerzeitungen bietet die jüngste deutsch-deutsche Geschichte jede Menge journalistischer Anknüpfungspunkte.“

Bröcker kündigte an, dass der Preis „Wir sind stark“ auch im kommenden Jahr - dem Einheits-Jubiläumsjahr - wiederum für Beiträge zur jüngeren Geschichte vergeben werden soll. Sie betonte: „Es muss nicht immer die so genannte große Politik sein. Geschichte spielt sich im persönlichen und damit für Kinder und Jugendliche greifbaren Umfeld ab.“ Als mögliche Fragen nannte sie: Was war los in meiner Schule vor 1989? Was war Pioniernachmittag? Was ist der Unterschied zwischen Schülerzeitung heute und Wandzeitung damals? Wie war das mit der Neugier auf den Westen nach dem 9. November? Was wurde aus den Schulabgängern und Schulabgängerinnen von 1989?“

Zum Beitrag von Jaqueline Sattler stellte die Jury fest, dass sich die Preisträgerin aus einer sehr persönlichen Sicht und dem schwierigen DDR-Kapitel Überwachung, Stasi und Republikflucht genähert hat. Die Autorin zeichne in verschiedenen Ebenen ein beklemmendes und emotional berührendes Bild. Dabei bediene sie sich verschiedener journalistischer Stilelemente. Der Beitrag sei damit trotz seiner Länge nicht langatmig, sondern ziehe in seinem Bann. Jaqueline Sattler hat mehrere Betroffene befragt wie einen Mann, der Ende der 80er Jahre seine Schwester im Westen zur Hochzeit besuchen wollte. Da ihm dies der DDR-Staat verweigerte, kehrten der Mann und seine Frau gemeinsam der DDR den Rücken. Sie flohen wenige Wochen vor der Maueröffnung über die Prager Botschaft. Zudem skizziert die Autorin einen Mann, dessen Fluchtversuch 1987 in Stasi-Haft endete. Noch mehr als 20 Jahre danach leidet der Mann unter posttraumatischen Störungen.

Quelle: Ministerium für Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt

 

Info-Pool