Digitalisierung und Medien / Förderinformationen

Digitalkompetenz: Mehr als zwei Drittel der Deutschen unsicher im Umgang mit digitalen Technologien

Eine Illustration zeigt fünf Personen, die ihr Smartphone oder einen Laptop benutzen
Bild: rawpixel.com

Smart Home, Tablets, intelligente Sprachassistenten: Das Leben wird digital. Doch mehr als zwei Drittel der Deutschen fühlen sich immer noch unsicher im Umgang mit digitalen Technologien. Das hat die Studie „Fähigkeiten für die digitale Welt“ von digital.engagiert, der Förderinitiative von Amazon und Stifterverband, ergeben. digital.engagiert hat darüber hinaus 2020 eine neue Förderrunde für Digitalisierungsprojekte gestartet. Engagierte Initiativen können sich noch bis zum 1. April 2020 bewerben.

Für die repräsentative Studie „Fähigkeiten für die digitale Welt“ hat der Stifterverband mit dem infas Institut deutschlandweit im August und September 2019 mehr als 1.000 Menschen ab 18 Jahren mittels telefongestützter Interviews befragt.

Mehrheit will sich digitale Kompetenzen aneignen

Insgesamt gaben 70 Prozent der Befragten an, unsicher im Umgang mit digitalen Technologien zu sein. Dies möchte die Mehrheit der Befragten ändern: Mehr als zwei Drittel wollen sich in allgemeinen Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit sowie zu digitalen Grundfähigkeiten wie Recherche im Internet weiterbilden. Bei digitalen Spezialfähigkeiten wie Programmieren oder Datenanalyse sieht es anders aus: Lediglich knapp ein Drittel (32 Prozent) der Bevölkerung ist bereit, bei diesen Fähigkeiten dazuzulernen.

Mehrheit schätzt Qualität der vermittelten Digitalkompetenz an Kindergärten und Grundschulen als unzureichend ein

Ebenfalls abgefragt wurden Orte und Kontexte, in denen Menschen an ihren Digitalkompetenzen arbeiten. Die Ergebnisse zeigen: Aktuell lernen die meisten Befragten – 64 Prozent der Lernbereiten – zu Hause und auf eigene Faust. Dabei greifen sie auf Lernvideos oder Bücher zurück. Das Schulsystem als Lernort bewerten die Befragten dagegen eher kritisch: Die Mehrheit von ihnen schätzt die Qualität der vermittelten Digitalkompetenz an Kindergärten und Grundschulen als unzureichend ein.

Vermittlung wichtiger digitaler Fähigkeiten als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Zivilgesellschaftliche Lernangebote können eine wichtige Rolle einnehmen, indem sie das Schulsystem flankieren und Lernangebote für Kinder und Jugendliche aus allen Teilen der Gesellschaft und unabhängig vom besuchten Schulzweig schaffen. „Digitalisierung findet in allen Bereichen unserer Gesellschaft statt. Die Vermittlung wichtiger digitaler Fähigkeiten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von Schulen allein nicht gestemmt werden kann. Mehr denn je braucht es auch eine engagierte Zivilgesellschaft und Wirtschaft“, erklärt Digitalstaatsministerin Dorothee Bär, Schirmherrin der Förderinitiative digital.engagiert.

Neue Förderrunde für Digitalisierungsprojekte

Die Studie zeigt jedoch auch, dass Lernangebote von Vereinen und Non-Profit-Organisationen bisher nur wenig Resonanz erhalten – lediglich 29 Prozent der Befragten nutzen sie bereits. Deshalb startet die Initiative digital.engagiert, die bereits seit 2018 Digitalisierungsprojekte aus der Zivilgesellschaft unterstützt, 2020 eine neue Förderrunde. Gesucht sind junge Teams, die sich mit digitalen Ansätzen für die Gesellschaft engagieren, oder solche, die mit ihrem Projekt die digitalen Fähigkeiten der Generation von Morgen stärken wollen. Engagierte Initiativen können sich ab sofort bis zum 1. April 2020 bewerben. Eine Expertenjury wählt die besten zwölf Projekte aus. Diese Teams erhalten dann ein intensives Coaching, Gelegenheiten zum Networking, mindestens 10.000 Euro Förderung sowie die Chance auf weitere Preisgelder.

Weiterführende Informationen

Weitere Information gibt es auf www.digitalengagiert.de.

Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes, erklärt die Idee hinter digital.engagiert: „Wir fördern Projekte, die junge Menschen darin stärken, digitale Fähigkeiten zu erwerben und diese für die Gesellschaft einzubringen. Wir helfen ihnen, gemeinwohlorientierte Zukunftsprojekte weiterzuentwickeln. Darüber hinaus schaffen wir mit digital.engagiert eine aufmerksamkeitsstarke Plattform, die hoffentlich viele Menschen inspiriert.”

Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de, sagt: „Digitale Kompetenzen sind wie ein Muskel. Man kann sie trainieren. Wir wollen gerade junge Menschen bestärken, diese Fähigkeiten zu entwickeln.“

Studie „Fähigkeiten für die digitale Welt“

Eine Vollversion der Studie „Fähigkeiten für die digitale Welt“ ist auf www.ziviz.de/digitalbildung zum Download verfügbar. Für Fragen zu den Studieninhalten steht Projektleiterin Lydia Markowski zur Verfügung.

Quelle: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. vom 19.02.2020

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