Digitalisierung und Medien

DFG-Schwerpunktprogramm „Mediatisierte Welten“ startet in die dritte Förderphase

Jungen und Mädchen sitzen um einen Computer
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Seit vier Jahren beschäftigt sich das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Schwerpunktprogramm „Mediatisierte Welten“ unter anderem mit der Frage, wie es mit der politischen Information und Beteiligung Jugendlicher in den Online-Medien steht.

Digitale Medien wie Smartphones, Social Network Sites und Instant-Messenger-Apps sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Egal ob zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs – die neuen Medien prägen Kommunikation, zwischenmenschliche Beziehungen und Freizeitgestaltung.

Einige Beispiele: Das Zusammenleben von Paaren im Haushalt verändert sich durch den Einzug neuer Medien in die eigenen vier Wände. Nicht nur Jugendliche sind umfassend über Facebook, WhatsApp & Co. vernetzt. Hobbyentwickler schaffen sich und anderen durch Modifikationen von Levelstrukturen, Figuren, Sounds oder Regelwerken eines Computerspiels – sogenanntes „Modding“ – eigene Spielwelten. Für die Freeskiing-Szene gehören „skopische Medien“ wie Videoaufzeichnungen und Helmkameras ebenso selbstverständlich zur Ausrüstung wie Ski und Skischuhe. Und auch die Politik unterliegt einem medialen Wandel: Microblogging-Dienste wie Twitter mit bundesweit über einer Million aktiven Nutzerinnen und Nutzern verändern schon jetzt demokratische Prozesse und politische Partizipation. Lässt sich aber wirklich ein Wahlkampf mit 140 Zeichen führen? Und wie steht es mit der politischen Information und Beteiligung Jugendlicher?

Dritte Förderphase des DFG-Schwerpunktprogramms startet am 1. Oktober

Am 1. Oktober 2014 startet die dritte Förderphase des DGB-Schwerpunktprogramms mit zwölf Projekten an Universitäten bundesweit. Für weitere zwei Jahre wird das Schwerpunktprogramm mit einer Gesamtsumme von 1,2 Millionen Euro von der DFG gefördert. „Mediatisierung“ bezeichnet die Durchdringung aller Lebensbereiche mit Medien. Das Schwerpunktprogramm erforscht anhand unterschiedlicher „Mediatisierter Welten“ – zum Beispiel in der Politik, im Zuhause, in den Lebenswelten Jugendlicher und in Computerspiel-Communities –, wie sich Alltag und Institutionen, Kultur und Gesellschaft dadurch wandeln, dass immer mehr Menschen immer mehr mit und in Bezug auf Medien handeln und kommunizieren.

Koordination des Schwerpunktprogramms weiterhin am ZeMKI der Universität Bremen

Die Koordination des gesamten Schwerpunktprogramms ist auch in der dritten Förderphase am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) der Universität Bremen angesiedelt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich Krotz zeichnet sich das Koordinationsprojekt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Organisation von nationalen und internationalen Tagungen und Kooperationen verantwortlich und widmet sich darüber hinaus der Nachwuchsförderung und Gleichstellung. Zudem zielt das Koordinationsprojekt auf die theoretische Weiterentwicklung des Mediatisierungskonzepts und die Bündelung der Forschungsergebnisse unter dem theoretischen Dach der „Mediatisierten Welten“. Es fördert Synergien zwischen den einzelnen Projekten und treibt die internationale Sichtbarkeit der Arbeit des Schwerpunktprogramms voran. Übergeordnetes Ziel in der dritten Phase ist darüber hinaus die Verallgemeinerung und Vermittlung von Ergebnissen des Schwerpunktprogramms auch an außerwissenschaftliche Einrichtungen.

Zweites Bremer Projekt erforscht kommunikative Vergemeinschaftung im Generationenvergleich

Als zweites in Bremen verortetes Vorhaben innerhalb des Schwerpunktprogramms wird auch das von Prof. Dr. Andreas Hepp (ZeMKI) geleitete Forschungsprojekt „Die kommunikative Konstruktion von Vergemeinschaftung in mediatisierten Welten“ für weitere zwei Jahre gefördert. In den vergangenen vier Jahren hat sein Forschungsteam die kommunikative Vernetzung und Vergemeinschaftung sowohl von jungen als auch von älteren Menschen untersucht. Nun rücken Menschen mittleren Alters in den Fokus. Im Zentrum steht die Frage, wodurch sich die kommunikativen Vernetzungspraktiken von Menschen mittleren Alters von denen jüngerer und älterer Mediengenerationen unterscheiden, welchen Stellenwert welche Medien in Prozessen ortsübergreifender Vernetzung und Vergemeinschaftung haben und ob (neue) Formen mediatisierter Vergemeinschaftung erkennbar sind. Gerade der Vergleich unterschiedlicher Generationen ermöglicht es dabei, die zivilgesellschaftlichen Herausforderungen der heutigen Medienwelt kritisch zu analysieren.

Weitere Informationen

www.mediatisiertewelten.de

Quelle: Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung Universität Bremen vom 10.09.2014

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