Digitalisierung und Medien / Bildungspolitik

Deutsches Kinderhilfswerk fordert schnelle Lösung beim Digitalpakt Schule

Eine Gruppe junger Menschen, die Hausaufgaben machen und dafür unterschiedliche Medien nutzen, wie beispielsweise einen Laptop
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Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert im Vorfeld der Sitzung des Vermittlungsausschusses am 20.02.2019 Bund und Länder zu einer schnellen Einigung beim Digitalpakt Schule auf. Der sich abzeichnende Kompromiss könnte aus Sicht der Kinderrechtsorganisation dafür eine gute Grundlage sein. Nach Ansicht des Verbandes erfordern die zunehmende Medienkonvergenz und die Digitalisierung der Gesellschaft innovative, praxisnahe Medienbildungsansätze, die in den Bildungsalltag der Schulen einfließen müssen.

„Insgesamt braucht es eine flächendeckende und zielgerichtete Unterstützung für digitale Bildung in Deutschland. Dabei darf die Ausstattung mit technischen Geräten keine Einbahnstraße sein. Es ist vielmehr unerlässlich, die technische Ausstattung mit individuellen Schulkonzepten zu verbinden, die diesen Medieneinsatz auch pädagogisch-didaktisch untersetzen. Nur so kann ein zeitgemäßes Unterrichts- und Schulkonzept entstehen. Mit dem Digitalpakt muss die Qualität der digitalen Bildung in unseren Schulen gesteigert werden. Hier stehen die Bundesländer in der Pflicht“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Steigerung der Qualität digitaler Bildung in der Schule

„Nachdem der Digitalpakt von der damaligen Bundesbildungsministerin Wanka bereits im Oktober 2016 angekündigt wurde, darf jetzt keine Zeit mehr verloren werden. Dafür ist der Rückstand der deutschen Schulen beim Lernen mit Computern und offenen Lernmaterialien im internationalen Bereich viel zu groß. Diese Lücke könnte durch den Digitalpakt deutlich reduziert werden. Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes wäre eine solche Zusammenarbeit von Bund und Ländern auch in anderen Bereichen des Bildungswesens wünschenswert“, so Krüger weiter.

Chancengerechter Zugang zu digitaler Bildung für alle

Im Bereich der digitalen Bildung sollte es für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland einen chancengerechten Zugang geben. Medienbildung muss aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes als integrativer Teil der Allgemeinbildung verstanden werden und entsprechend flächendeckend und verbindlich Einzug in die Curricula nicht nur der schulischen, sondern auch der frühkindlichen Bildung finden. Notwendig sind dazu auch die Implementierung von Medienbildung als verbindlichem Teil der Fach- und Lehrkräfteausbildung sowie eine Absicherung von Wartungsleistungen in Bezug auf neue IT-Techniken. Zudem brauchen wir einen „offenen Zugang“ zu Bildungsressourcen – das Konzept von Open Educational Resources (OER) und mehr frei lizensierte Unterrichtsmaterialien sind der Weg, der hier beschritten werden sollte.

Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

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