Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendarbeit

Deutscher Lesepreis 2017: Zehn herausragende Projekte gewürdigt

Frau liest drei Kindern vor
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Für innovatives, individuelles, kommunales und schulisches Engagement in der Leseförderung wurden insgesamt 10 Projekte gewürdigt. Der Deutsche Lesepreis wird von der Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung vergeben und ist mit insgesamt 19.500 € dotierte.

Die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung haben am 09.11.1027 im Berliner Humboldt Carré zehn Projekte mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet, die sich nachhaltig für die Leseförderung einsetzen. Der Preis wird unterstützt von FRÖBEL e.V., der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, der Arnulf Betzold GmbH sowie der Commerzbank-Stiftung und steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. Er wurde in vier Kategorien vergeben:

  • Ideen für morgen,
  • Herausragendes individuelles Engagement,
  • Herausragendes kommunales Engagement und
  • Herausragende Leseförderung an Schulen

Schlüssel zu Bildung und Teilhabe 

Schirmherrin Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, zeigte sich begeistert von der Vielfalt des bundesweiten Engagements: „Gute Konzepte der Leseförderung sind der Schlüssel zu Bildung und demokratischer Teilhabe. Lesen befähigt uns, Selbsterlebtes zu reflektieren, Horizonte zu erweitern und fremde Gedankenwelten zu verstehen. In unserer Gegenwart des schnellen Informationsflusses ist Lesekompetenz mehr denn je gefordert. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern und danke ihnen für ihren großartigen Einsatz.“

Lesefreude und Bildungschancen vermitteln 

Auf der Festveranstaltung mit rund 200 geladenen Gästen aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Kultur im Berliner Humboldt Carré betonte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen Dr. Jörg F. Maas: „Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr zeigen können, wie aktiv, ideenreich und lebendig die Leseförderung hierzulande ist. Ohne die Arbeit der Preisträgerinnen und Preisträger wäre es nicht möglich, nachwachsenden Generationen Lesefreude und Bildungschancen zu vermitteln. Nur durch Kooperationen auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene können wir auch in Zukunft die Bedeutung des Lesens für die Gesellschaft sichtbar machen und engagierte Initiativen fördern.“

Astrid Kießling-Taşkın, Vorstand des Initiativpartners Commerzbank-Stiftung, ergänzte: „Leseförderung muss zeitgemäß sein und mit den Lebensumständen der Menschen Schritt halten. Mit dem Sonderpreis ‚Ideen für morgen‘ verschaffen wir aussichtsreichen Projekten Raum zum Wachsen. So können wir dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft erfahren, wie sehr Lesen ihr Leben bereichern kann.“

Hintergründe zum Deutschen Lesepreis

Die Fähigkeit zu lesen ist für den Zusammenhalt und Erfolg einer Gesellschaft entscheidend: Kinder und Jugendliche, die regelmäßig zum Buch oder E-Book greifen, verstehen komplexe Sachverhalte meist besser als Altersgenossen mit weniger Leseerfahrung. Zudem begegnen sie anderen Menschen häufig mit mehr Empathie und können ihre Anliegen deutlicher formulieren. Allerdings weisen PISA-Studien und OECD-Berichte für die Lesekompetenz deutscher Kinder seit Jahren große Defizite auf: 16,2 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz. Darüber hinaus sind hierzulande rund 7,5 Millionen Erwachsene funktionale Analphabeten. Der Deutsche Lesepreis möchte daher das breite gesellschaftliche und individuelle Engagement derer würdigen, ohne die eine flächendeckende und nachhaltige Vermittlung von Lesefreude und -kompetenz nicht möglich wäre.

Weitere Informationen zu den Preisträgern und zur Preisverleihung auf der Webseite der Stiftung Lesen. 

Quelle: Stiftung Lesen vom 10.11.2017

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