Digitalisierung und Medien / Europa

Deutsch-Französische Digitalkonferenz: Bedeutung der Bildung beim digitalen Wandel

Hände in deutschen und französischen Nationalfarben
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Deutschland und Frankreich wollen Motoren der Digitalisierung in Europa sein. Das sagte Bundeskanzlerin Merkel auf der deutsch-französischen Digitalkonferenz in Berlin. Die Bundeskanzlerin betonte besonders die Bedeutung der Bildung beim digitalen Wandel.

Es gehe darum, diesen rasanten Wandel zur neuen digitalen Welt "schnell und effizient, aber auch gesellschaftsverträglich" zu entwickeln. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte, hier seien Deutschland und Frankreich gefordert. "Wo immer möglich", sollten gemeinsame Antworten gesucht werden.

Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Hollande waren zuvor zu einem Gespräch zusammengekommen, um sich vor dem EU-Gipfel am Donnerstag über wichtige politische Themen auszutauschen. Schwerpunkte waren die Lage in Syrien und der Ukraine sowie eine gemeinsame europäische Migrationspolitik.

Alle Altersschichten lebenslang weiterbilden 

Die Bundeskanzlerin hob auch die Bedeutung der Bildung beim digitalen Wandel hervor. "Man muss im Grunde alle Altersschichten bilden. Es fängt in der Schule an", so Merkel. Man wisse, "wie existenziell notwendig es ist, dass unsere Kinder heute die Bildung bekommen, die sie brauchen, um in der Zukunft der digitalen Welt gut leben und arbeiten zu können".

Für die Arbeitswelt gehe es um den spannenden Prozess: "Wie kann ich eigentlich über das gesamte Arbeitsleben eine Bevölkerung neugierig halten, um weiter zu lernen?", so die Kanzlerin.

Merkel erklärte, dass sie auch das E-Government für wichtig halte, "weil dann in der Beziehung zwischen dem Bürger und seinem Staat die Digitalisierung selbstverständlich ist." Das werde dazu führen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, diejenigen, deren Arbeitsumfeld sich ändere, es als selbstverständlich annehmen, sagte Merkel.

Für einen digitalen Binnenmarkt 

Auch Frankreichs Präsident François Hollande unterstrich, dass ein großer digitaler Binnenmarkt in Europa zur Begleitung von Unternehmen erforderlich sei. "Wir brauchen eine Strategie auf mittlere und längere Sicht." Die Frage sei, ob Europa in der Lage sein werde, ein innovativer Kontinent zu werden.

Europa braucht ambitionierte Ziele

Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel Europa zu mehr Ehrgeiz beim Ausbau seiner Internetwirtschaft aufgefordert. Es seien ambitioniertere Ziele nötig. "Unter der weltbesten digitalen Infrastruktur darf es Europa nicht machen“, sagte Gabriel. Die zweitbeste reiche nicht.

Wenn jetzt nicht investiert werde, drohten Arbeitslosigkeit und Verschuldung, warnte Gabriel. Er verwies dabei auf Pläne für eine deutsch-französische Wachstumsinitiative mit einem Volumen von einer Milliarde Euro.

Die Deutsch-Französische Konferenz zur Digitalen Wirtschaft fand zum zweiten Mal statt und geht auf eine Vereinbarung von Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Hollande anlässlich des deutsch-französischen Ministerrats im März 2015 zurück. Veranstaltet wurde die Konferenz von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und seinem französischen Amtskollegen Michel Sapin. Über 300 hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik nahmen teil.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 13.12.2016

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